Startklar: Werner Twent (v. l.), Vorstandsmitglied der Stiftung der Ktreissparkasse Wiedenbrück und Vorstand der Kreissparkasse Wiedenbrück, schaut sich in der ehemaligen Entlausungsstation an, wozu Oliver Nickel und Jens Hecker die Spende verwendet haben. - © Gunter Held
Startklar: Werner Twent (v. l.), Vorstandsmitglied der Stiftung der Ktreissparkasse Wiedenbrück und Vorstand der Kreissparkasse Wiedenbrück, schaut sich in der ehemaligen Entlausungsstation an, wozu Oliver Nickel und Jens Hecker die Spende verwendet haben. | © Gunter Held

Schloß Holte-Stukenbrock Kinder erforschen den Schrecken der Nazizeit

Gedenkstätte Stalag 326: Mit Hilfe einer Spende der Stiftung der Kreissparkasse Wiedenbrück wird eine Lernwerkstatt geschaffen, in der Schulkinder eine eigene Ausstellung erarbeiten können

Schloß Holte-Stukenbrock. Antons Schuhe stehen in einem Wohnzimmer in der Schweiz. In der Wohnung von Olga Trapeznikova. Die verblichenen schwarzen Schnürschuhe gehören dem Bruder ihres Großvaters. Anton Sova hat sie in Moskau gekauft, aber nie getragen. Der Ukrainer musste in den Krieg. Bei Sevastopol wurde er gefangen genommen – und starb im Stalag 326. Das hat die Familie aber erst 2009 erfahren. Die Schuhe waren ein Stück Erinnerung. Antons Schuhe, so heißt auch ein Projekt der Gedenkstätte, mit der Schulkinder von 6 bis 12 Jahren über die Nazizeit informiert werden sollen. Konzipiert wurde es von der Museumspädagogin Victoria Evers zusammen mit Andrea Becher, Professorin für Sachunterrichtsdidaktik an der Universität Paderborn. Möglich wird das Projekt, weil die Stiftung der Kreissparkasse Wiedenbrück mit einer finanziellen Unterstützung in Höhe von 2.000 Euro hilft. Kinder ermuntern, Fragen zu stellen Werner Twent aus dem Vorstand der Stiftung war bei der Vorstellung des Projekts am Montag sehr angetan. Oliver Nickel, Geschäftsführer der Gedenkstätte, sagt: „Die Ansicht, dass Grundschulkindern die Naziherrschaft nicht erklärt werden kann, ist längst überholt, nicht zuletzt durch die Arbeit von Andrea Becher. Wir zeigen natürlich keine grauenhaften Bilder, sondern ermuntern die Kinder in unserem Geschichtslabor, selbst Fragen zu stellen.“ Und damit es nicht nur beim passiven Anschauen bleibt, erarbeiten die Kinder eine eigene Ausstellung. Sie präsentieren Exponate in beleuchteten Glaskästen, lernen, dass man die Exponate nur mit Handschuhen anfasst und entwickeln dabei Fragen. „Es ist immer wieder erstaunlich“, sagt Jens Hecker, wissenschaftlicher Mitarbeiter, „wie vorsichtig die Kinder mit den Exponaten sind, sobald sie Handschuhe tragen.“ Das Projekt, das eine Klasse einen Tag lang beschäftigt, wird in der ehemaligen Entlausung angeboten. Dort ist eine Lernwerkstatt entstanden, mit Teppichen, Paletten mit Sitzkissen, Werkzeug, Lupen und allem, was auch echte Historiker benutzen. „Die Ausstellung, die die Kinder erarbeiten, wird in der Gedenkstätte gezeigt, bis eine neue Gruppe kommt“, sagt Nickel. Informationen über Projekttage, Termine stehen noch nicht fest, gibt es per E-Mail unter:info@stalag326.de

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