Drei Männer und ein kleines Auto: Jan Brormann startet mit Dominik Toepel und Tim Block bei der Mongol Rally. Dafür haben sie sicheinen Renault Clio, Baujahr 2001, angeschafft. Nach der Ankunft am Zielwird das Auto nach Estland gebracht, wo sie es abholen werden - oder es wird verschrottet. - © Pixabay
Drei Männer und ein kleines Auto: Jan Brormann startet mit Dominik Toepel und Tim Block bei der Mongol Rally. Dafür haben sie sicheinen Renault Clio, Baujahr 2001, angeschafft. Nach der Ankunft am Zielwird das Auto nach Estland gebracht, wo sie es abholen werden - oder es wird verschrottet. | © Pixabay

Rheda-Wiedenbrück Trio aus Rheda-Wiedenbrück mischt bei der Mongol Rally mit

Das Team Stiftung Wagentest startet bei der Mongol Rally. Vor dem Trio liegen 16.000 Kilometer in Richtung Osten, bis nach Sibirien. Und das in einem Auto, bei dem Probleme vorprogrammiert sind

Marion Pokorra-Brockschmidt

Rheda-Wiedenbrück. Als Planungsfanatiker charakterisiert sich Jan Brormann. er hat gerne alles im Griff. Nun handelt er wider seine Natur und macht sich mit zwei Kumpeln auf einen Weg, auf dem eigentlich alles ungewiss ist. Nur das Ziel steht fest - 16.000 Kilometer entfernt. Das Trio geht am Samstag mit 400 anderen Teams in Prag an den Start bei der Mongol Rally. Die Idee entstand vor zwei Jahren bei einem Bierchen, erzählt der 29-Jährige, dass er die jetzt mit zwei Männern realisiert, die er erst seit neun Monaten kennt. Angemeldet haben sie sich als Team Stiftung Wagentest, "um mal raus zu kommen aus der Komfortzone und spannende Länder zu erleben, die man sonst wohl nicht besuchen würde". Rally führt über 18 Länder Die Rally führt über Deutschland, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Serbien, Bulgarien, Türkei, Georgien, Armenien, Aserbaidschan, Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Tajikistan, Kirgisistan, Kasachstan und Russland in die Mongolei. Das Ziel ist Ulan-Ude, Hauptstadt der russischen Teilrepublik Burjatien im südöstlichen Sibirien. "Das Ziel ist ab 14. August für einen Monat geöffnet", erklärt der ehemalige Ratsgymnasiast, dass es nicht um die Schnelligkeit geht, sondern um das Ankommen an sich. Viel Zeit haben die Drei trotzdem nicht für Sightseeing. "Es geht eher um kurze Eindrücke von den Landschaften", sagt Brormann. Denn im Schnitt werden sie täglich 400 Kilometer zurück legen - "in Europa deutlich mehr, nach der Türkei, wenn es über Feldwege und durch die Wüste geht, deutlich weniger". Darum wollen sie, anders als Teams aus Australien, Neuseeland oder Amerika, die sich für Osteuropa mehr Zeit nehmen, "in drei Tagen aus Europa raus sein". Komfortabel reisen Brormann, Dominik Toepel und Tim Block nicht. Sie haben sich - gemäß den Teilnahmebedingungen des Rally-Veranstalters - einen kleinen Flitzer für unter 1.000 Euro für die Tour gekauft: einen 1,2 Liter Renault Clio, Baujahr 2001, mit 75 PS. Das Auto hat weder Klimaanlage noch Navi, was auch verboten ist, "und aktuell noch kein funktionierendes Radio". Außerdem hat der Wagen Dellen sowie Probleme mit der Zentralverriegelung und den Fensterhebern. "Das Ziel: Mit unplanbaren Situationen umgehen" Vermutlich, da ist Brormann realistisch, wird es mit dem Renault noch mehr Probleme geben. Bei früheren Mongol Rallys sind die Teams durchschnittlich acht Mal liegen geblieben. "Das wäre bei uns dann wohl in acht Ländern, deren Einheimische wir dadurch näher kennen lernen". Schließlich gehe es aber genau darum: andere Kulturen und fremde Denkweisen zu erleben "und eine Grundgelassenheit zu bekommen". Die kann der Wirtschaftsingenieur, der bei einem Unternehmen in Duisburg im Produktmanagement arbeitet, sicher gebrauchen. Denn es gibt eine besondere Herausforderung: Keiner der drei Männer hat Kfz-Mechaniker-Kenntnisse. Mitnehmen werden sie zwei Ersatzreifen und etwas Werkzeug. Ansonsten ist der Platz in dem Kleinwagen trotz eines ausgebauten Rücksitzes knapp. Denn auch Klamotten, ein Zelt, Feldbetten und ein Kocher müssen mit, auch auf einem Dachgepäckträger. Auf Proviant in Dosen verzichtet das Trio. "Das hält sich bei 40 Grad im Iran nicht." Wesentlich mehr Informationen haben die Drei über die Länder, die sie durchqueren werden, kaum. Höchstens zu ein paar Highlights wie einem seit 50 Jahren in Turkmenistan brennenden Krater, den sie anschauen wollen. Und die Route hat das Team Stiftung Wagentest natürlich festgelegt. Es musste die Grenzübergänge wegen der erforderlichen Visa benennen. Die Hauptstädte fährt das Trio auch an, wegen des dort verfügbaren WLAN. "Wir haben aber auch eine Welt SIM-Karte dabei und hoffentlich überall Internetanbindung, um unseren Blog zu schreiben". Der wird wohl mit dem Heimflug nach Düsseldorf am 24. August enden. Die Zeit bis dahin ist voller Überraschungen. "Das Ziel der Reise ist es, mit Situationen umzugehen, die nicht planbar sind", erklärt Brormann. Der weilt alle zwei Wochen in der alten Heimat, um Familie und Freunde zu treffen. Seine Eltern haben ihm mit auf den Weg gegeben: "Komm heile wieder." www.teamstiftungwagentest.webnode.com

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