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Die Critical-Mass-Gruppe will sich den Organisatoren anschließen. - © Jens Dünhölter
Die Critical-Mass-Gruppe will sich den Organisatoren anschließen. | © Jens Dünhölter

Gütersloh Radfahrer protestieren mit Großkundgebung gegen Ausbau der B61 in Gütersloh

Initiativen aus Gütersloh und Bielefeld wollen mit einer großen Demo gegen den vierspurigen Ausbau der Bundesstraße 61 protestieren. Sie sehen "Bielefelds längste Allee" in Gefahr.

Ludger Osterkamp
09.09.2019 | Stand 11.09.2019, 09:19 Uhr

Gütersloh. Fahrradaktivisten aus Gütersloh und Bielefeld planen eine Großkundgebung gegen den vierspurigen Ausbau der B 61. Am Sonntag, 22. September, wollen sie in zwei großen Kolonnen aufeinander zufahren und sich in Höhe Schenkenhof treffen. Erwartet werden mehrere hundert Teilnehmer. Die Gütersloher starten ihren Demonstrationszug um 15 Uhr am Rathaus, die Bielefelder zur selben Uhrzeit am Kesselbrink. Tour und Kundgebung sind angemeldet und werden von der Polizei begleitet; da die Radfahrer angekündigt haben, in Zweier-Reihen auf der Hauptfahrbahn unterwegs zu sein, müssen die Autofahrer mit Verzögerungen, möglicherweise auch Sperrungen rechnen. "Bielefelds längste Allee ist in Gefahr" Bei den Organisatoren handelt es sich in Gütersloh um die Bürgerinitiative Energiewende und in Bielefeld um die Gruppe "Radentscheid". Weitere Gruppen, etwa Fridays for Future, Parents for Future, Critical Mass und Transition Town Bielefeld haben sich ihnen angeschlossen. Sie halten den geplanten Ausbau der B 61 für eine "Entscheidung von gestern". Sie widerspreche dem Ziel, auf den Klimawandel zu reagieren und den Autoverkehr zu verringern. Der "Radentscheid" befürchtet, "Bielefelds längste Allee" sei in Gefahr. Der vierspurige Ausbau der B 61 zwischen Bielefeld und Gütersloh sowie Gütersloh und Rheda-Wiedenbrück ist im Bundesverkehrswegeplan 2016 als "vordringlicher Bedarf" eingestuft worden. Nach aktueller Planung ist mit dem Ausbau erst in einigen Jahren zu rechnen, erste Vermessungen sind jedoch bereits erfolgt. Die Baukosten werden bislang auf rund 40 Millionen Euro geschätzt, bei einer Bauzeit von vier bis fünf Jahren. Angesichts der wachsenden Belastung der B 61 hält der Bund den Ausbau für erforderlich. Ist der Radschnellweg an den Ausbau gekoppelt? Die Fahrradaktivisten fordern dagegen eine Abkehr von diesen Plänen. Sie seien rückwärtsgewandt. Eine ausgebaute Straße werde weiteren Verkehr produzieren und setze völlig falsche Impulse. Bis zu 7.000 zusätzliche Autos pro Tag seien zu befürchten. Bei einer Trassenbreite von knapp 20 Metern sei zudem die wertvolle Allee mit mehreren hundert Bäumen gefährdet. "Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten", sagt Felix Kupferschmidt von der Bürgerinitiative Energiewende. Es sei mehr Lärm, mehr Kohlendioxid, mehr Flächenversiegelung zu erwarten. "Die Folgen werden auch für die Innenstadt von Gütersloh mit Nord- und Westring gravierend sein." Statt der Autofahrbahn solle lieber der Radschnellweg priorisiert werden, aber auch hier gebe es inzwischen Befürchtungen, er sei an den Straßenausbau gekoppelt. Die Aufrufe zur Demo sind seit dem Wochenende im Internet veröffentlicht, in Bielefeld auf der Seite des Radentscheids, in Gütersloh auf der neuen Seite klimawandel-guetersloh.de

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