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Ein Freibad in Düsseldorf musste wegen aggressiver Tumulte schon mehrfach schließen. - © picture alliance
Ein Freibad in Düsseldorf musste wegen aggressiver Tumulte schon mehrfach schließen. | © picture alliance

Gütersloh Aggressivität und Gewalt im Freibad: So ist die Situation in Gütersloh

Denkt man auch hier über den Einsatz von Sicherheitspersonal nach?

Lena Vanessa Niewald
15.08.2019 | Stand 15.08.2019, 07:58 Uhr

Gütersloh. Beleidigungen, Übergriffe, Schlägereien - die Stimmung in einigen Freibädern in Deutschland ist in den vergangenen Wochen immer mal wieder übergekocht. Mit Erholung und Spaß hatte das vielerorts nicht mehr viel zu tun. Ein Freibad in Düsseldorf musste wegen aggressiver Tumulte sogar schon mehrfach geschlossen werden. Auch von handfesten Schlägereien war damals die Rede. In einem Bad in Essen wurden Bademeister attackiert und ein junges Mädchen angegriffen. Die Vorfälle alarmieren - auch in Gütersloh. Ganz so schlimm ist es hier aber laut Aussagen von Sina Schäffer, Sprecherin der Gütersloher Stadtwerke, noch nicht. "Zum Glück, muss man heute ja schon fast sagen." Weder im Nordbad und noch in der Welle habe es in den vergangenen Monaten vergleichbare Vorfälle gegeben. "Die Stimmung bei uns ist gut. Ein Schwimmbad sollte ein Ort der Erholung sein - und das ist bei uns auch der Fall." "Wenn es besonders heiß ist, kochen die Emotionen schneller hoch" Nichtsdestotrotz komme es auch in Gütersloh hin und wieder zu "kleineren Meinungsverschiedenheiten", wie Schäffer es nennt. "Vor allem, wenn es besonders heiß ist, dann kochen die Emotionen schneller mal hoch. Da merkt man schon, dass die Gäste gereizter sind. Allerdings beobachten wir, dass die Menschen, die Ärger machen, jünger werden." Vor allem die Gruppe der 10- bis 18-Jährigen würde eher mal auffallen und "rumstänkern", so Schäffer. Es lasse sich nicht vor der Hand weisen, dass es hin und wieder auch mal zu Reibereien mit dem Aufsichtspersonal komme. Auch mit alkoholisierten Gästen. In den meisten Fällen reiche aber ein klärendes Gespräch aus, um die Lage zu beruhigen. Natürlich habe man als Reaktion auf die jüngsten Fälle in anderen Städten auch in Gütersloh schon über den Einsatz von Sicherheitspersonal nachgedacht, sagt Schäffer. Und auch, wenn solche Vorfälle schockieren und Angst machen würden: Den Gedanken habe man bislang immer wieder verworfen. Direkter Draht zur Polizei Noch würden das Nordbad und die Welle auch ohne Sicherheitskräfte gut auskommen. Für Notfälle habe das Personal vor Ort ohnehin einen direkten Draht zur Polizei. "Die wären dann innerhalb kürzester Zeit hier, um die Kollegen zu unterstützen." Das sei zwar schon vorgekommen - sei aber definitiv die Ausnahme. Ärger mit Gästen, die unerlaubt fotografieren, habe man mittlerweile kaum noch, sagt Schäffer. Vor zwei Jahren wurde das Thema viel diskutiert. Damals verschärften viele Bäder die Regeln für die Nutzung von Smartphones in ihren Baderegeln, um die Privatsphäre der Gäste zu schützen. Teilweise teilten einige Freibäder in Deutschland sogar am Eingang Sticker aus, die die Gäste auf ihre Handys kleben mussten. Ohne Bikini-Oberteil schwimmen? Im Nordbad gilt an den Becken mittlerweile ein generelles Foto-Verbot, Aufkleber werden dort allerdings nicht verteilt. "Wir appellieren immer wieder an unsere Gäste. Aber wir haben ehrlich gesagt auch keine überdurchschnittlich hohen Probleme mit dem Fotografieren", sagt Schäffer. Ähnlich sieht's beim Sonnen ohne Bikini-Oberteil aus. In Bielefeld sorgte Ende Juli eine Wiesenbad-Besucherin für Aufsehen, weil sie ohne Oberteil schwimmen ging. Im Nordbad ist das tatsächlich verboten - zumindest das Schwimmen. Sonnen auf der Liegewiese dürfen Frauenauch "oben ohne". Das werde laut Schäffer aber so gut wie gar nicht praktiziert und sorge deshalb auch nicht für Konfliktpotenzial.

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