Feiert Geburtstag: Carl-Theodor Hütterott pflegt als Komponist wie Arrangeur mittlerweile eher die kleine Form. - © Claus Hütterott
Feiert Geburtstag: Carl-Theodor Hütterott pflegt als Komponist wie Arrangeur mittlerweile eher die kleine Form. | © Claus Hütterott

Gütersloh Musiker Carl-Theodor Hütterott wird 90 Jahre alt

Komponist und Pädagoge ist auch im hohen Alter noch aktiv. Am Freitag gibt´s ein Konzert in der Orangerie

Matthias Gans

Gütersloh. Auch wenn Carl-Theodor Hütterott seit acht Jahren nicht mehr in Gütersloh wohnt, so ist der Komponist, Musikpädagoge und Sänger der heimischen Musikszene doch gut in Erinnerung. Sein 90. Geburtstag, den Hütterott heute in Wewer bei Paderborn feiert, bietet erneut Gelegenheit zum Hören seiner Musik (siehe Infokasten). In Wewer wohnt Claus Hütterott, einer der drei Söhne des Komponisten. Dass dieser als Cellist und Lehrer an der dortigen Musikschule die musikalische Tradition weitergibt, in der Carl-Theodor Hütterott aufgewachsen ist, dürfte den Jubilar besonders glücklich stimmen. Nicht nur seine Kinder, auch die Enkel sind allesamt musikalisch tätig. Schon früh stellte sich die Begabung Hütterotts heraus: Bei einer Hochzeitsfeier klöppelte der vierjährige Steppke bereits auf dem Schlagzeug herum. Der Rhythmus, vor allem vom Jazz beeinflusst, sollte auch seine künftige Musik prägen. Geboren in Bremen als jüngstes Kind in eine musikalische Kaufmannsfamilie hinein, wurde man schnell auf die Begabung des kleinen Carl-Theodor aufmerksam. Als Mitglied im Bremer Domchor unter Richard Liesche wurden die Grundlagen für eine Sangeskarriere gelegt, die später vor allem als Evangelist in vielen Passionsaufführungen ihre Höhepunkte fand. Da Liesche mit dem Leiter des Leipziger Thomanerchors Karl Straube bekannt war, wechselte er 1936 nicht nur in diesen Chor, den einst Bach leitete, sondern genoss am angeschlossenen Alumnat eine strenge Ausbildung. Nach dem Krieg schloss sich zunächst ein Privatstudium bei Volker Gwinner in Bremen an. 1950 nahm Hütterott sein Schulmusikstudium an der Hamburger Musikhochschule auf, mit Schwerpunkten auf Gesang sowie Komposition bei Philipp Jarnach. In Gwinners Chor lernte er auch seine spätere Ehefrau Ingeborg kennen, die er 1957 heiratete. 1960 erfuhr er, dass das Evangelisch Stiftische Gymnasium einen Musikpädagogen mit stimmbildnerischen Fähigkeiten suchte - und wirkte hier fortan bis zu seiner Pensionierung 1988. Nicht nur in seinem Schulleben setzte er hier musikalische Akzente, sondern auch mit zwei Musicals, zu denen Carla Koschmieder die Texte schrieb. Mit der Sängerin Gudrun Elpert-Resch als Autorin folgten zwei weitere Musicals, die im neuen Theater aufgeführt wurden. Zahlreiche Ensembles haben von Carl-Theodor Hütterotts Fähigkeiten als Arrangeur wie Komponist profitiert: Posaunenchäre, das Vokalensemble "Drops", der Bachchor Gütersloh, dem er eine "Messe" komponierte. Mittlerweile pflegt Hütterott eher die "kleine Form", wie er sagt, beispielsweise das Lied. Und auch das Arrangieren liegt ihm weiter am Herzen. Das Radfahren hat er zwar mittlerweile aufgegeben, das Spazieren lässt er aber auch bei Wind und Wetter nicht. Ad multos annos.

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