Spektakulärer Sport: Beim Parkour versuchen die Sportler („Traceure“) mit Schwung, Sprüngen und Abrollen Hindernisse zu überwinden.  - © DPA
Spektakulärer Sport: Beim Parkour versuchen die Sportler („Traceure“) mit Schwung, Sprüngen und Abrollen Hindernisse zu überwinden.  | © DPA

Gütersloh Parkour-Anlage wird ohne öffentliche Mittel gebaut

Ein Grund zum Abheben

Ludger Osterkamp

Gütersloh. In spätestens zwei Jahren, vielleicht auch schon früher, wird in Gütersloh eine Anlage für den Parkour-Sport stehen. Laut Stadtverwaltung wird sie 1.000 bis 2.000 Quadratmeter groß und öffentlich zugänglich sein. Die Stadt bekommt die Anlage quasi geschenkt: Sie wird nahezu ausschließlich aus der Großspende von Werner Gehring finanziert, die der Getränkeunternehmer anlässlich seines 80. Geburtstages der Stadt überreicht hat. Demnach stehen von der Millionenspende Gehrings 300.000 bis 330.000 Euro für diesen Zweck zur Verfügung. Denkbare Standorte haben Vertreter der Stadtverwaltung inzwischen besichtigt, und zwar gemeinsam mit aktiven Parkour-Sportlern. Die Entscheidung soll demnächst fallen: Anfang November wollen die Beteiligten den Politikern im Jugendhilfeausschuss einen Vorschlag unterbreiten.Sportler sind in Gestaltung der Anlage eingebunden Die Parkour-Sportler, vornehmlich Jugendliche, in die Planung einzubinden, ist der Stadt wichtig. Das erhöhe die Akzeptanz. Noch im Frühjahr, kurz nach Bekanntgabe der Gehring-Spende, hatte die Stadtverwaltung sie um Mitwirkung gebeten. Beim Parkour versuchen die Sportler ("Traceure") mit Schwung, Sprüngen und Abrollen Hindernisse zu überwinden. Bislang müssen sie sich diese Hindernisse stets selber suchen oder aufbauen, einen festen Parcours haben sie nicht. In Gütersloh hat sich in den vergangenen Jahren eine der aktivsten und noch immer wachsenden Szenen in ganz Deutschland gebildet. Die Zahl der aktiven Traceure wird auf etwa 200 geschätzt, sechs Mal die Woche gibt es Trainingsangebote, oft auf dem Gelände der Janusz-Korczak-Gesamtschule. Bundesweiten Ruf genießt das jährlich stattfindende, internationale Parkour-Camp. Überlegungen, eine Anlage zu bauen, gibt es in der Dalkestadt schon seit Jahren. 2011 war erstmals die Rede davon, und der "Kommunale Kinder- und Jugendförderplan 2011-2015" führt aus, dass größere Stätten, etwa ein Jugendpark, eine Skaterhalle oder eben ein Parkourpark als bedeutender Bedarf in der Kinder- und Jugendarbeit angesehen werden. Schon 2012 ging bei Bürgermeisterin Maria Unger mit 2.400 Euro die erste Spende für diesen konkreten Zweck ein, weitere 15.000 Euro Spenden für Planungszwecke folgten, dazu einige Absichtserklärungen. Fest steht, dass die Stadt es jedenfalls nicht für erforderlich hält, eigene städtische Mittel aufzubringen. Sollten wider Erwarten über diese und die Gehring-Großspende hinaus weitere Mittel vonnöten sein, will die Verwaltung sich nach eigener Aussage bemühen, zusätzliche Drittmittel zu akquirieren.Natürliche Hindernisse sollen integriert werden Die Gütersloher Traceure sind nicht nur bei der Planung, sondern auch bei der Wahl des geeigneten Standortes eingebunden. Ihnen schwebt ein Standort vor, der mehr oder weniger zentral gelegen und gut erreichbar ist, der eine grundlegende Infrastruktur mit Strom, Wasser, Toiletten aufweist und vielleicht auch nahe einer Sporthalle, Schule oder anderen Einrichtungen liegt. Die Anlage soll naturnah gestaltet sein, womit in erster Linie gemeint ist, dass man die dort vorgefundenen Elemente als natürliche Hindernisse in den Parkour integriert. Die Verantwortung für den Betrieb soll bei der Kinder- und Jugendförderung der Stadt liegen - was die pädagogische Begleitung erleichtert.

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