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Publikumspreis: Mit ihrem Film "Procrastinare" überzeugten Janik Wellmann (v. l.), Noemi Botin, Piet Grigo, Carlo Seemann und Chris Hartung die Zuschauer. Sie erhielten die Bambi-Trophäe, gefüllt mit Geldspenden aus dem Publikum. - © Kristoffer Fillies
Publikumspreis: Mit ihrem Film "Procrastinare" überzeugten Janik Wellmann (v. l.), Noemi Botin, Piet Grigo, Carlo Seemann und Chris Hartung die Zuschauer. Sie erhielten die Bambi-Trophäe, gefüllt mit Geldspenden aus dem Publikum. | © Kristoffer Fillies

Filmhaus Bielefeld präsentiert Bielefelder Filmpreise: Das sind die fünf Gewinner

Das Bilderbeben des Filmhauses zeigt 23 Werke. Der Publikumspreis geht an FH-Studenten – die sich mit einem „Phänomen“ beschäftigten, das viele wohl kennen.

Kristoffer Fillies
28.11.2022 | Stand 28.11.2022, 12:11 Uhr |

Bielefeld. Einen Tag vor Einsendeschluss haben sie ihren Film gedreht, passender geht es kaum. Denn mit dem Kurzfilm „Procrastinare“ haben fünf Studenten der Fachhochschule Bielefeld die Zuschauer des 33. Kurzfilmwettbewerbs Bielefelder Bilderbeben zum Thema „Deadline“ überzeugen können und den Publikumspreis errungen. Eine Fachjury des Vereins Filmhaus Bielefeld zeichnete weitere Filmemacher aus.

Förderpreis: Filmhausvorstand Jochen Kopp (v. l.) sieht viel Potenzial bei den Filmemachern Evelyn Neuendank und Tobias Stachowiak aus OWL. Für ihr nächstes Projekt erhalten sie professionelles Equipment vom Filmhaus Bielefeld. Marina Böddeker führte als Moderatorin durch die vierstündige Preisverleihung. - © Kristoffer Fillies
Förderpreis: Filmhausvorstand Jochen Kopp (v. l.) sieht viel Potenzial bei den Filmemachern Evelyn Neuendank und Tobias Stachowiak aus OWL. Für ihr nächstes Projekt erhalten sie professionelles Equipment vom Filmhaus Bielefeld. Marina Böddeker führte als Moderatorin durch die vierstündige Preisverleihung. | © Kristoffer Fillies

50 Kurzfilme von Filmschaffenden aus der Region Ostwestfalen-Lippe und darüber hinaus, wurden zum jährlich wechselnden Thema eingereicht. Eine Vorauswahl von 23 Filmen von jeweils bis zu fünf Minuten Länge, wurde dem Publikum im Saal des Theaterlabors Tor 6 gezeigt.

Die Amateurfilme waren gut gemacht und unterschiedlicher Art: Gezeichnete Trickfilme, Stop-Motion-Technik mit Knetfiguren, Filme mit nur einem oder aber vielen Handlungsorten und Schauspielern, manche waren ernst, lustig, alle raffiniert überlegt.

Publikumsbambi geht an FH-Studenten

Von einem professionellen Film nicht mehr zu unterscheiden ist der Publikumsliebling. Regisseur Chris Hartung und seine Mitstreiter Piet Grigo, Janik Wellmann, Carlo Seemann und Noemi Botin kennen sich mit dem Filmemachen aus, studieren „Digital Media und Experiment“ im Bereich Gestaltung der Fachhochschule Bielefeld. „Procrastinare“ ist ihr erstes gemeinsames Projekt.

Förderpreis OW: Evelyn Neuendank (l.) und Tobias Stachowiak haben einen Horrorfilm in einem alten Haus gedreht. Ihr Kurzfilm überzeugte, sie dürfen für ihre nächstes Filmprojekt die professionelle Ausrüstung des Filmhauses Bielefeld nutzen. - © Kristoffer Fillies
Förderpreis OW: Evelyn Neuendank (l.) und Tobias Stachowiak haben einen Horrorfilm in einem alten Haus gedreht. Ihr Kurzfilm überzeugte, sie dürfen für ihre nächstes Filmprojekt die professionelle Ausrüstung des Filmhauses Bielefeld nutzen. | © Kristoffer Fillies

Mit starker Filmqualität, geschickten Videoschnitten, starken Sounds und einfallsreichen computeranimierten Elementen, setzten sie das Thema mit Motiv „Hausarbeit aufschieben“ um und überzeugten das Publikum, das aus dem Lachen gar nicht mehr heraus kam. Der Protagonist muss eine Hausarbeit abgeben, hat erst noch genug Zeit, doch verdaddelt diese mit allem Möglichem wie Musik machen, Dokus schauen – bis die Zeit am Ende drängt.

Moderatorin Marina Böddeker bezeichnete den Publikumspreis als „wichtigste Auszeichnung“. Die Studenten hätten den Sieg mit einem deutlichen Ergebnis erreicht. Abstimmen konnten das Publikum im Veranstaltungssaal sowie die Zuschauer des Livestreams im Internet.

Die drei bestplatzierten Kurzfilme

Eine Jury aus den Filmliebhabern Claudia Schlutter, Jo Eckert und Thomas Walden wählte für das Filmhaus die drei bestplatzierten Kurzfilme aus. Den ersten Platz (750 Euro) erreichte „The Better Life Project“ des Güterslohers Timo Peltzer, den die Jury für seine „interessante Idee“ einer Geiselnahme mit „Raum für Interpretation“ auszeichnete.

Fotostrecke

Beklemmung und ergreifende Gänsehaut schafft der Film „The Wooden Wedding“ der Ukrainerin Yuliia Kokodynska. Der Kurzfilm greift die Folgen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine für ein Ehepaar auf, das nur noch im Tod zusammenkommen kann.

Der Film konnte den zweiten Platz der Jury erreichen, prämiert mit 500 Euro. Auf den dritten Platz (250 Euro) kam „König“ des Duos Alexander Conrads und Emily Ufken – ein Trickfilm, der von Spielsucht handelt, mit Originaltönen eines Betroffenen.

Publikumsliebling der fünf Bielefelder Studenten noch nicht zu sehen

Und noch ein Preis wurde ausgelobt: Der Fördepreis für Filmemacher aus OWL. Filmhausvorstand Jochen Kopp verlieh den Preis an den Horrorstreifen „Deadline“ von Evelyn Neuendank und Tobias Stachowiak aus Harsewinkel und Porta Westfalica. Die beiden Studenten an der Bielefelder Uni können für ihr nächstes Filmprojekt auf das professionelle Equipment des Filmhauses zurückgreifen.

Wer den Publikumsliebling „Procrastinare“ der fünf FH-Studenten anschauen möchte, muss sich noch auf unbestimmte Zeit gedulden. „Wir haben den Kurzfilm bei mehreren Filmwettbewerben eingereicht, solange darf er leider nicht öffentlich gezeigt werden“, erklärte Regisseur Chris Hartung. Mit einem Teil des Preises (Zuschauerspenden) wollen die Studenten jetzt erst einmal feiern – ohne Aufschieben.

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