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Dr. Katharina Giere und  Polizeidirektor Michael Erdmann ehrten Lebensretter D. Hennig (m.) für seinen selbstlosen Einsatz. - © Polizei Bielefeld
Dr. Katharina Giere und  Polizeidirektor Michael Erdmann ehrten Lebensretter D. Hennig (m.) für seinen selbstlosen Einsatz. | © Polizei Bielefeld

Dank für großen Mut Polizei bedankt sich bei Bielefelder Lebensrettern

Der eine bewahrte die Verkehrsteilnehmer auf der A33 vor Schlimmerem, der andere griff im Bielefelder Süden beherzt ein, als ein Mann eine Frau töten wollte.

Stefan Becker
16.07.2021 | Stand 16.07.2021, 14:20 Uhr

Bielefeld. In der vergangenen Woche bedankte sie Bielefelds Polizeipräsidentin Katharina Giere bei zwei Helden des Alltags, die durch ihren selbstlosen Einsatz zwei Frauen das Leben retteten:

Ende Dezember 2020 beobachtet D. Hennig auf dem Parkplatz eines Firmengeländes in Sennestadt, wie ein Mann neben einer stark blutenden Frau kniete und mit einem Feuerzeug hantierte. Ohne zu zögern, stürzte Hennig los, schlug dem Mann das zum Glück streikende Feuerzeug aus der Hand, brüllte den Angreifer an und trat sogar auf ihn ein, damit der endlich von der Frau ließ.

Die Schreie und Tritte wirkten, der Angreifer flüchtete vom Tatort. Da sich die Frau in einem schlimmen Zustand befand, der Angreifer hatte sie zuvor mit einem Hammer niedergeschlagen und schwer verletzt, machte der Retter danach alles gleichzeitig, dem alarmierten Notarzt den Ort des Unglücks beschreiben und bis zu dessen Eintreffen mit seinem Erste-Hilfe-Wissen um das Überleben der Frau kämpfen.

Im Mittelpunkt steht der Mann, der eine Frau auf der A33 rettete: Dr. Katharina Giere und Polizeioberrat Christian Lübke gratulierten  T. Syska,   - © Polizei Bielefeld
Im Mittelpunkt steht der Mann, der eine Frau auf der A33 rettete: Dr. Katharina Giere und Polizeioberrat Christian Lübke gratulierten  T. Syska,   | © Polizei Bielefeld

Denn ihr Noch-Ehemann hatte sie mit den Schlägen nicht nur lebensgefährlich am Kopf verletzt, sondern sie beide anschließend noch mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und versucht, die von ihm getrennt lebende Frau anzuzünden. Hennig meisterte diese schicksalhafte Aufgabe bravourös und konnte beim Eintreffen der Polizei auch noch den Täter so gut beschreiben, dass die Beamten den Mann kurz darauf in einem Versteck aufstöberten und einsperrten. Schwer verletzt überlebte die Frau den Angriff ihres Mannes, der sich später in der U-Haft das Leben nahm.

Rettungsfahrt auf der Autobahn

Auch im Fall des zweiten Geehrten befand sich eine Frau in akuter Lebensgefahr, doch aus komplett anderen Gründen: Wegen einer Erkrankung geriet die Frau am Steuer ihres Autos mitten auf der A 33 in eine gesundheitliche Krise. Dabei verlor sie temporär komplett die Kontrolle über ihren im Verlauf der Schlingerfahrt schwer beschädigten Wagen.

T. Syska näherte sich auf der Autobahn dem Wagen und sah, wie der die Fahrspuren kreuzte, mehrmals die Mittelleitplanke touchierte und mit einem geplatzten linken Vorderreifen auf der A 33 einfach weiterfuhr – und das mit Tempo 145! Syska erkannte die Not-Situation und alarmierte sofort die Polizei. Über Telefon gab er seinen Standort durch an die Leitstelle, schaltete das Warnblinklicht ein, winkte aus dem Schiebedach und blockierte dezent die Fahrbahnen, um den heran rauschenden Autos die Gefahr zu signalisieren.

Seine Taktik ging auf: Andere Autos bremsten ab und wichen dem immer noch rollenden Hindernis aus. Dank seiner Aufmerksamkeit und Beharrlichkeit – Syska blieb auf der A 33, obwohl seine Ausfahrt nach Hause längst hinter ihm lag, habe die Besatzung der mobilisierten Streifenwagen das außer Kontrolle geratene Fahrzeug zum Stillstand bringen können, berichtete Polizeisprecher Dirk Trümper. Die Fahrerin erhielt medizinische Hilfe durch den eingesetzten Rettungsdienst und kam glimpflich davon. Es blieb beim Sachschaden.

Dank geht an alle Helfer

„Sie sind bei Notlagen und Straftaten besonnen eingeschritten, haben weiteren Schaden von Opfern und Unbeteiligten ferngehalten oder sogar Menschenleben gerettet. Sie sind Vorbilder und verdienen unseren Dank und Respekt", würdigte Polizeipräsidentin Katharina Giere das Verhalten der Helfer bei einem persönlichen Gespräch im Präsidium in Bielefeld. Die beiden Helfer stünden stellvertretend für die vielen Menschen, die sich für andere stark machen und in Notsituationen eingreifen.

Allerdings appellierte die Polizei bei der Gelegenheit auch an potenzielle Helfer, sich durch den Einsatz bei einer Gewalttat, einem Unglück oder einer anderen Notlage nicht selbst unnötig oder unkalkulierbar zu gefährden. Denn auch das Absetzen eines Notrufs könne bereits große Wirkung erzielen.

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