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Bielefelder Betrüger zu Bewährungsstrafe verurteilt. - © Symbolfoto NW
Bielefelder Betrüger zu Bewährungsstrafe verurteilt. | © Symbolfoto NW

Bielefeld Prozess: Bielefelder bestellt unter falschem Namen bei Großhändler

Elektriker hinterlässt seinem ehemaligen Arbeitgeber 2.500 Euro Schaden

Nils Middelhauve
09.11.2019 | Stand 08.11.2019, 18:22 Uhr

Bielefeld. Schutzschalter, Abdeckungen, Steckdosen: Es waren Elektroartikel, die zum Teil nur wenige Euro kosteten – in der Gesamtheit jedoch einen nicht ganz unerheblichen Schaden bedeuteten. Ein 27 Jahre alter Elektriker hatte 2017 etliche Male derartige Artikel bei einem Großhändler bestellt – unter falschem Namen und vermeintlich im Auftrag einer Firma. Als er schließlich aufflog, hatte er Rechnungen in Höhe von 2.567 Euro verursacht. Das Amtsgericht verurteilte ihn nun wegen Betrugs zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und vier Monaten. Vor etwas mehr als zwei Jahren hatte Mario T. (Name geändert) nicht ganz unerhebliche Schulden. Als er im Mai 2017 auch noch seinen Job als Elektriker bei einer Bielefelder Firma verlor, griff er zur illegalen Selbsthilfe: In 21 Fällen bestellte er bei einem Großhändler, bei dem auch sein ehemaliger Arbeitgeber Waren bezogen hatte, zahlreich Elektroartikel. Dabei gab er vor, im Auftrag seiner ehemaligen Firma zu handeln. Um nicht aufzufliegen, verwendete er bei den Bestellungen den Namen eines zunächst noch bei seinem Ex-Arbeitgeber beschäftigten Kollegen. Die bestellten Waren im Wert von insgesamt 2.567,78 Euro ließ sich T. nicht nach Hause liefern, sondern holte sie eigenhändig beim Großhändler ab – selbstredend ohne dafür zu bezahlen. Als der Ex-Kollege die Firma verließ, flog der Angeklagte auf Die betrügerische Masche flog schließlich auf, als der Ex-Kollege, dessen Namen sich T. dreisterweise bei seinen Bestellungen bedient hatte, die Firma verließ – und aus zunächst unerklärlichem Grund weiterhin Bestellungen auf dessen Namen getätigt wurden. Vor dem Amtsgericht legte T. nun ein umfassendes Geständnis ab. Er habe zu jener Zeit nicht gewusst, wie er seiner Schulden Herr werden solle, berichtete der Angeklagte. Die auf betrügerische Weise erlangten Artikel habe er entweder selber verbaut oder aber weiterverkauft. Mittlerweile hat sich T. – der sich inzwischen wieder in einem regulären Beschäftigungsverhältnis befindet – mit seinem Ex-Arbeitgeber über die Modalitäten der Schadenswiedergutmachung geeinigt, auch eine Schuldnerberaterin hat der 27-Jährige hinzugezogen. Das Schöffengericht unter dem Vorsitz von Richterin Kirsten Reichmann verurteilte T. nun zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und vier Monaten.

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