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Feiern den 50. Geburtstag der Realschule Heepen: Schulleiter Klaus Schweter und seine Stellvertreterin Andrea Herrmann vor dem Haupteingang der Schule. - © Foto: Andreas Zobe
Feiern den 50. Geburtstag der Realschule Heepen: Schulleiter Klaus Schweter und seine Stellvertreterin Andrea Herrmann vor dem Haupteingang der Schule. | © Foto: Andreas Zobe

Bielefeld Diese Bielefelder Realschule wird 50 Jahre alt – und hatte bisher nur zwei Schulleiter

1969 wurde die Schule gegründet. Rektor der ersten Stunde war Klaus Ellerbusch, 1997 folgte Klaus Schweter. Der ist heute noch da – und erinnert sich

Ariane Mönikes
13.09.2019 | Stand 13.09.2019, 13:10 Uhr

Bielefeld-Heepen. Für Karin Diekmann sind es die „Schokokussbrötchen von Hübner gegenüber", andere Ehemalige erinnern sich an Schüler Sven, der sich im Klassenschrank versteckte – die Neue Westfälische hatte ihre Leser und Facebook-Nutzer gefragt, welche Erinnerungen sie an ihre Schulzeit auf der Realschule Heepen hatten. Viel kam zusammen, für die Ehemaligen ist auch jetzt genau die Zeit, um zurückzublicken. Denn die Schule feiert ihren 50. Geburtstag. Am Freitag, 13.  September, gibt es ab 14  Uhr einen Festakt, um 15  Uhr beginnt an diesem Tag das Schulfest. Schulleiter Klaus Schweter und seine Stellvertreterin Andrea Herrmann haben schon zurückgeschaut – was beide eint: Sie fühlen sich superwohl in ihrem Kollegium und sind stolz auf das, was die Schüler leisten. Und die werden immer mehr. 1997 waren es schon 560 Schüler „Als ich 1997 kam, waren es 560 Schüler", erinnert sich Schulleiter Schweter. Heute besuchen 728 Mädchen und Jungen die Realschule Heepen; sie werden von 61 Lehrern unterrichtet. Es hat sich viel getan in fünf Jahrzehnten, erzählt Andrea Herrmann, die gemeinsam mit der heutigen Klasse 8d sowie Gerd Pottmann und Christian Gembus vom Heimat- und Geschichtsverein Heepen an einer Chronik gearbeitet hat. Vieles, was darin steht, wird auch für so manch einen Ehemaligen neu sein: 1969, im Gründungsjahr, gab es noch gar kein Schulgebäude. „Der Unterricht fand in einem Holzcontainer und zusätzlich im Gemeindehaus statt", sagt Herrmann. Das habe dann bei Beerdigungen geräumt werden müssen. Vorläufer der Realschule Heepen war laut Herrmann die Falkrealschule. Diese wurde 1945 ausgebombt, der Unterricht fand anschließend im Schlachthof statt. „Die Falkrealschule lief dann 1969 aus, die Nachfolge trat die neu errichtete Realschule Heepen an." Grundsteinlegung erst 1971 Grundsteinlegung der Realschule Heepen war 1971 – nach langer Planungsphase. Denn schon 1963 wurde laut Herrmann der Beschluss gefasst, in Heepen neben einem Gymnasium auch eine „Amtsrealschule" zu errichten. Die zentrale Lage mit guter Verkehrsanbindung war wohl ausschlaggebend für die Wahl des Ortes, heißt es. Am Alten Postweg wurde ein großes Grundstück von Landwirt Quisbrock erworben, der alte Schlaudenkotten darauf abgerissen. „Lediglich die alte Eiche steht bis heute an der Südseite des Schulgebäudes", erzählt Herrmann. Dort, wo die „Schulstraße" auf den Alten Postweg stößt. Die Realschule Heepen hat einen guten Ruf. In all den Jahren gab es nur zwei Schulleiter – eine Besonderheit der Schule. Klaus Schweter ist der zweite, er steht immer noch an der Spitze der Schule. Im Sommer 1997 hatte er die Nachfolge von Klaus Ellerbusch angetreten, von 1969 an war der Schulleiter in Heepen. Eine der ersten Europaschulen 2007 wird die Schule eine der ersten Europaschulen Nordrhein-Westfalens. Aber nicht nur inhaltlich geht’s weiter nach vorne: 2010 wird die Schule umfangreich renoviert und erhält einen Neubau mit Klassenräumen und einer Mensa für den Ganztagsbetrieb. Das Gebäude teilt sich die Realschule mit dem benachbarten Gymnasium. „Die Zusammenarbeit ist exzellent", sagt Schulleiter Schweter. Viel hat sich geändert in den Jahren, sagt er. Die Schule wird gebundene Ganztagsschule, die Schüler sind heute länger in der Schule als noch vor Jahren. Der Charakter der Schule aber sei geblieben: Sie sei sehr familiär. Viele ehemalige Schüler würden ihre Kinder schicken. „Das ist natürlich eine Bestätigung unserer Arbeit." Viele Schüler mit Q-Vermerk Mehr als die Hälfte der Schüler verlässt die Schule laut Schweter mit dem Q-Vermerk, darf also eine gymnasiale Oberstufe besuchen. Ganz besonders stolz ist die Schule auf Schüler, die bundesweit auf sich aufmerksam machen. Wie zum Beispiel die ehemalige Schülerin Anja Borgstädt, die beim Bundesentscheid von „Jugend debattiert" auf Platz drei kam. Viele Anekdoten Seit Montag schon wird an der Schule in Projekten gearbeitet und gelernt, große Themen sind Umweltschutz und Zeitreise. Am Freitag stellen die Schüler ihre Arbeiten vor. Auch die Band aus Ehemaligen trägt etwas vor. „Der Zusammenhalt ist groß", sagt Schweter. Für das große Fest sind eigens T-Shirts bedruckt worden, Schüler und Lehrer tragen sie. Auch Klaus Schweter und Andrea Herrmann blicken in diesen Tagen zurück. Anekdoten gibt’s viele. Über Schüler und Lehrer, die wegen eines Vulkanausbruchs nicht planmäßig aus Schweden zurückkommen konnten und später den Zug nahmen. Oder über den Schüler, der Schweter lange nach seiner Schulzeit auf dem Wertstoffhof ansprach. Er hatte geheiratet – eine Mitschülerin. Gefunkt hatte es damals auf Klassenfahrt, erzählt er.

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