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Die Schüler aus Köln wurden von Rettungskräften am Bahnsteig behandelt. - © Jörg Krahn
Die Schüler aus Köln wurden von Rettungskräften am Bahnsteig behandelt. | © Jörg Krahn

Bielefeld Reizgas-Attacke am Bielefelder Hauptbahnhof: "Rassist" verletzt zehn Kölner Schüler

Jürgen Mahncke
11.09.2019 | Stand 13.09.2019, 06:23 Uhr
Susanne Lahr

Dennis Rother

Bielefeld. Am Bielefelder Hauptbahnhof hat am Mittwochmittag ein 39-jähriger Mann eine Kindergruppe mit Reizgas attackiert. Zehn Schülerinnen und Schüler im Alter von zwölf Jahren sowie eine Lehrerin wurden dabei verletzt. Der Täter wurde von der Bundespolizei gefasst. Er gestand die Tat. Er habe sich von den Kindern gestört gefühlt und sei zudem "Rassist", habe er zu seinen Motiven erklärt, sagte Bundespolizeisprecher Carsten Bente. Wie Bente weiter mitteilte, wurden die Einsatzkräfte gegen 12 Uhr alarmiert. Zu diesem Zeitpunkt waren die Kinder auf Bahnsteig 5 aus einem Zug gestiegen und offenbar unvermittelt angegriffen worden. Die Kinder kamen aus Köln. Ihr Ziel war eine Bielefelder Jugendherberge, sagte Feuerwehr-Einsatzleiter Thomas Brüggemeier. Zehn Kinder und Lehrerin verletzt Nach bisherigem Stand wurden zehn Kinder - jeweils zwölf Jahre alt - sowie eine Lehrerin durch das Reizgas verletzt. Die Feuerwehr rief das Einsatzschlagwort "Massenanfall von Verletzten" aus, um sich mit einer entsprechend großen Zahl an Rettungskräften um die Opfer am Gleis kümmern zu können. Unter den rund 30 Helfern waren auch drei Notärzte. Als Sofortmaßnahme wurden die Augen der Schüler mit einer speziellen Lösung gespült. Einige litten zudem unter Atemnot. Acht Kinder kamen Thomas Brüggemeier zufolge zur Beobachtung ins Krankenhaus an der Rosenhöhe, zwei wurden wegen schwererer Symptome in die Kinderklinik gebracht. Offener Haftbefehl Der Tatverdächtige konnte von den Einsatzkräften noch vor Ort festgenommen werden. Der 39-Jährige war nach Angabe der Polizei alkoholisiert. Er räumte die Tat ein. Ihn erwartet jetzt eine Anzeige wegen mehrfacher gefährlicher Körperverletzung. Da gegen den Mann noch ein offener Haftbefehl vorlag, ordnete ein Amtsrichter umgehend Untersuchungshaft gegen ihn an, hieß es. Wegen des Polizeieinsatzes war der Bahnhofseingang an der Boulevardseite (Neues Bahnhofsviertel) für rund eine Stunde gesperrt. Um 13.15 Uhr war der Einsatz beendet. Der Bahnverkehr war durch den Rettungseinsatz nicht betroffen.

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