0

Bielefeld Brandstiftern auf der Spur: Das sind die elf Bielefelder Tatorte im Überblick

Jürgen Mahncke
15.08.2019 | Stand 15.08.2019, 08:13 Uhr |

Bielefeld. Die Brandserie in der Stadt nimmt keine Ende. Der entstandene Sachschaden ist inzwischen immens. Die Dimensionen scheinen immer größer zu werden. Am vergangenen Wochenende erlitt eine Frau bei Löschversuchen eine Rauchvergiftung und musste im Krankenhaus behandelt werden. Das letzte Feuer, das vermutlich auf eine Brandstiftung zurückgeht, bekämpft die Feuerwehr am frühen Dienstagmorgen. Um 5.23 Uhr geht der Notruf bei der Leitstelle der Berufsfeuerwehr ein. Gemeldet werden brennende Holzpaletten und starke Rauchentwicklung im Bereich der Wilhelm-Bertelsmann-Straße. Dort war die Feuerwehr bereits am Donnerstagabend im Einsatz. Ladefläche, Plane und Hinterreifen von zwei Lastwagen hatten auf dem Hinterhof der Spedition Hellmann Feuer gefangen. Schnell war klar, dass es sich um Brandstiftung handelt. Flammen setzen Dach in Brand Diesmal brennt es nur ein Gebäude weiter bei der Spedition Kawo Transporte und Logistik. Schon auf der Anfahrt, so Feuerwehr-Einsatzleiter Gerald Schönwälder, seien die Rauchwolken zu sehen gewesen. Was zunächst wie ein schnell zu löschender Palettenbrand aussieht, hat sich inzwischen zu einem gefährlichen Feuer ausgeweitet. Die hochschlagenden Flammen der neben einer Lagerhalle aufgetürmten 16 Holzpaletten haben inzwischen das Dach in Brand gesetzt. Von hier haben sich die Flammen in die Halle durchgefressen und teilweise Lagergut entzündet. Die Berufsfeuerwehr, unterstützt von den Löschabteilungen Mitte, West, Gadderbaum/Bethel und Ost bekämpfen das Feuer an zwei Fronten. Eine Abteilung kümmert sich um das Feuer im Außenbereich. Einsatzkräfte reißen Lagerware auseinander Über die Drehleiter wird das Dach teilweise geöffnet, um an die Brandnester heranzukommen. Ein zweiter Löschangriff findet im Innenbereich des Warenlagers statt. Unter schwerem Atemschutz erkundeten Einsatzkräfte das Lagergebäude, reißen das in Brand geratene Stückgut auseinander, um effektiver löschen zu können. Der gesamte Bereich um den Brandort ist voller Qualm und nur mit Atemschutz zu begehen. Eine vorsichtshalber ausgesprochene Warnung, Türen und Fenster im weiteren Umkreis geschlossen zu halten, wird schon bald wieder zurückgezogen. Es brennen keine gefährlichen Stoffe, so der Einsatzleiter vor Ort. "Jetzt wird es langsam gefährlich" Als die Polizei vom erneuten Brand hört, leitet sie sofort mit mehreren Streifenwagen eine Fahndung in Tatortnähe ein. Sie bleibt jedoch ohne Erfolg. Feuerwehrleute, die unter schwerem Atemschutz die brennende Lagerhalle erkundet und gelöscht haben, stehen erschöpft an ihren Einsatzfahrzeugen. Sie schütteln ungläubig mit dem Kopf und murmeln etwas von „jetzt wird es langsam gefährlich". Brandwache entdeckt erneut Glutnester Bielefelder Feuerwehrchef Hans-Dieter Mühlenweg macht sich inzwischen an Ort und Stelle ein Bild von der Lage. Er sagt, dass die Berufsfeuerwehr nach dieser Reihe von Brandstiftungen im Augenblick mit jedem Notruf besonders sensibel und mit Fingerspitzengefühl umgehe. Gegen 7 Uhr ist der Brand unter Kontrolle. Eine Brandwache entdeckt später aber erneut Glutnester im Dach. Inzwischen sind auch die ersten Experten der Kripo eingetroffen und untersuchen die Brandstelle. Auch in diesem Fall besteht für die Mitglieder der Ermittlungskommission „Flamme" der Verdacht der vorsätzlichen Brandstiftung. Wer ist der Brandstifter? Oder sind es gleich mehrere, die Feuerwehr und Polizei in Trab halten? Schlägt er wieder zu? Auf welche Objekte hat er es abgesehen? Werden die Brände immer gefährlicher? Mit dem Brand auf der Terrasse eines Wohnhauses, bei dem eine Frau verletzt wird, hätten die Taten eine neue Dimension bekommen. Vorsätzlich sei das Leben von Menschen aufs Spiel gesetzt worden, sagte Feuerwehrmann Peter Dopheide gegenüber dem WDR-Fernsehen. Die Kripo bittet derweil um Hinweise auf den oder die Brandstifter: Tel. (05 21) 54 50.

realisiert durch evolver group