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Planerin und Bezirksbürgermeister: Magdalena Chowdry und Lars Nockemann freuen sich über die Förderzusage. - © Susanne Lahr
Planerin und Bezirksbürgermeister: Magdalena Chowdry und Lars Nockemann freuen sich über die Förderzusage. | © Susanne Lahr

Bielefeld Korkenknallen im Rathaus: Millionen-Geldregen für Bielefelder Stadtteile

Mit 4,5 Millionen Euro räumt Sennestadt fast die Hälfte an Fördermitteln aus dem Städtebau ab.

Silke Kröger
01.08.2019 | Stand 01.08.2019, 15:59 Uhr

Das Füllhorn an öffentlichen Städtebau-Fördermitteln wird in diesem Jahr über Sennestadt besonders großzügig ausgeleert: Mit rund 4,5 Millionen fließt der größte Batzen hierher, in zwei Großprojekte: den Umbau der Hans-Christian-Andersen-Grundschule (HCA) und die Einrichtung eines Stadtteiltreffs dort sowie die Neugestaltung des Ost-West-Grünzugs mit seinen Sportplätzen, Erholungsbereichen und Parkflächen. Beide müssen bis 2022 fertig sein. Weitere 4,5 Millionen Euro verteilen sich auf Baumheide und Sieker-Mitte, dem nördlichen Innenstadtrand und Windflöte. Erneuerung der Sportplätze im Grünzug "Das ist für Sennestadt wirklich ein Riesenerfolg", meint Bezirksbürgermeister Lars Nockemann strahlend. Er hatte sich seit langem für die Erneuerung der Sportplätze im Ost-West-Grünzug eingesetzt - "seit 2013 über die Sportpauschale", sagt er. "Dass es jetzt so schnell geht und dann noch in dieser Größenordnung, das ist unfassbar." Der Stangenwald und die Boulebahn gehören zu den bereits umgesetzten Stadtumbauprojekten in Sennestadts größtem Grünzug. Auch die - etwas kümmerlich ausgefallene - "Landschaftsklammer" über die Travestraße und die sogenannten Landschaftsbasen mit Stelen und Sitzmöglichkeiten zählen dazu. Nun kommen eine ganze Reihe an weiteren Neuerungen: Der Asche- wird zum neuen Rasenplatz, der Rasenplatz dagegen bekommt einen Kunstrasen. "Aber nicht mit Mikroplastik, sondern mit Kork als Alternative", berichtet Nockemann und nimmt damit Bezug auf die aktuelle Mikroplastik-Diskussion. Die alte "Holzhütte" (Nockemann) kommt weg, stattdessen wird dort ein Gemeinschaftshaus mit Duschen und Toiletten gebaut. Den Schlüssel dafür habe jeweils der Verein, der auf dem Platz trainiere. Die Laufbahn wird ebenfalls erneuert, die Bahnen werden von vier auf zwei reduziert. Skateranlage und zwei Spielplätze Der Parkplatz an der Elbeallee werde etwas Richtung Süden verschoben, erklärt Magdalena Chowdry, die im städtischen Bauamt für den Stadtumbau zuständig ist. "Die jetzige Fläche ist sehr unattraktiv, dort parken auch immer wieder Lastwagen." Das neue Areal soll mit Ladestationen für Wohnmobile ausgerüstet werden. Zwischen Grillhütte und Tennisplatz ist eine offenen Fläche mit Bäumen und insektenfreundlicher Wiese vorgesehen, die, so Chowdry, "individuell bespielbar" sein werde. In weiteren Bauabschnitten der Rahmenplanung, deren Umsetzung allerdings noch dauert, ist die Erneuerung der Skateranlage vorgesehen, außerdem eine angepasste Wegeführung und eine Sanierung der beiden Spielplätze sowie des Tennisplatzes. Nach Eingang des Förderbescheids - die Stadt muss zur Gesamtinvestition in Grünzug und Grundschule zehn Prozent obendrauf legen - werde nun die Grobplanung verfeinert, erläutert Chowdry. Danach würden die Aufträge an die Baufirmen vergeben. Millionen für Grundschule Die Vorplanungsphase für die Grundschule ist vom städtischen Immobilienservicebetrieb begleitet worden. 1,4 Millionen Euro der bewilligten Mittel will die Stadt hier in die Umgestaltung zu einem Quartierszentum stecken. Dafür wird der Schulhof aufgewertet, und es gibt einen neuen Anbau mit Aula und Mensa. Weitere Millionen Euro - zusätzlich zu den Stadtumbau-Mitteln - fließen in den Offenen Ganztag. Insgesamt werden fast 4,5 Millionen investiert. Neue Mitte Baumheide, Umweltzentrum und Elpkegrünzug Auch in anderen Bielefelder Stadtteilen wird mit dem Fördergeld aus dem Städtebau-Programm und dem Investitionspaket "Soziale Integration im Quartier" der Europäischen Union, des Bundes und des Landes NRW viel passieren: In Baumheide sind es 2,065 Millionen Euro für den Spielplatz Barbarossa-/Welfenstraße und für die neue Mitte (1. Bauabschnitt). In Sieker-Mitte wird mit insgesamt 1,4 Millionen Euro der Martin-Luther-Platz, der Grünzug Elpke sowie Rad- und Fußwegeverbindungen aufgewertet. Am nördlichen Rand der Innenstadt soll das Umweltzentrum neu ausgestattet und an den Grünzug Ostmannturmviertel angebunden werden. Eingeplant ist zudem die Anbindung des Finkenbachgrünzugs. Die Gesamtsumme beträgt hier 204.000 Euro. Für den Ersatzneubau des Stadtteilzentrums Windflöte fließen 338.000 Euro, für den Umbau der Kita Stralsunder Straße und den Neubau des Elternzentrums weitere 486.000 Euro.

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