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Der Grüne Würfel am Kesselbrink: Nach dem wiederholten Scheitern eines Gastronomen sucht die Stadt jetzt nach einem neuen Konzept. - © BARBARA FRANKE (Archivfoto)
Der Grüne Würfel am Kesselbrink: Nach dem wiederholten Scheitern eines Gastronomen sucht die Stadt jetzt nach einem neuen Konzept. | © BARBARA FRANKE (Archivfoto)

Bielefeld Sushi-Restaurant gibt auf: Der Grüne Würfel am Kesselbrink steht schon wieder leer

Sozialdezernent Ingo Nürnberger kommt Spekulationen um den Grünen Würfel zuvor und präsentiert eigene Ideen

Stefan Becker
26.07.2019 | Stand 26.07.2019, 17:47 Uhr
Heidi Hagen-Pekdemir

Bielefeld. Agora-Aus, Leerstand, Noori-Ende: kein gutes Gastro-Karma im Grünen Würfel am Kesselbrink. Nach fünf Jahren scheint die Idee vom Kulinarik-Hotspot an der exponierten Stelle final gescheitert. Die Situation muss so angespannt sein, dass die Bielefelder Gesellschaft für Wohnen und Immobiliendienstleistungen (BGW) ihren Mieter offenbar vorzeitig aus einem langfristigen Pachtvertrag entlässt, damit die efeu-umrankte Immobilie gar nicht erst zur Investment-Brache am eh schon kritischen Brennpunkt Kesselbrink mutiert. In der Krise rund um den Restaurant-Standort meldet sich Bielefelds Sozialdezernent Ingo Nürnberger zu Wort: „Wir sind über die Zukunft des Grünen Würfels im Gespräch mit der BGW. Die Stadt hat wie die BGW das Interesse daran, dass wir eine auf längere Zeit tragfähige Lösung für den Grünen Würfel finden und dass das Nutzungskonzept dabei zum Kesselbrink passt”, schreibt er in einer Mitteilung aus seinem Amt. "Wir prüfen als Stadt jetzt mit Hochdruck verschiedene Fragen: Was geht räumlich und baulich im Grünen Würfel, welche Angebote sind attraktiv für junge Menschen und dabei innovativ und originell? Wie vermeiden wir Nutzungskonflikte mit den Nachbarn? Natürlich müssen wir auch prüfen: Was würde der Stadt ein neues, „jugendaffines" Konzept kosten, können wir dafür Fördergelder einwerben und können wir uns das auch tatsächlich leisten?” Arbeiten am Kesselbrink-Spielplatz Das sing ganz schön viele Fragen auf einmal und die Antworten werden wohl eine Weile auf sich warten lassen, so wie beispielsweise die passenden Matten für den Kletter-Spielplatz der Kinder. Dafür funktioniert wenigstens die Skateranlage vis-à-vis vom Grünen Würfel. Laut letzten Informationen könnte die Anlage allerdings zum Ende der Sommerferien fertig sein und die Freigabe für den Ansturm der Kinder erhalten. Laut Information des Umweltbetriebs wird dort seit zwei Wochen der spezielle  Fallschutzboden verlegt. "Wenn alles gut läuft", so deren Sprecherin Andrea Marten, könnte diese Arbeit nach zwei Wochen abgeschlossen sein. Wegen der fehlerhaften Verlegung des ursprünglichen Belags war die für April vorgesehene Eröffnung der Anlage zunächst gescheitert. Die Stadt hatte der ausführenden Firma gekündigt und den Auftrag neu ausgeschrieben. Den Spezialboden erhalten die Calisthenics-Anlage, das Großspielgerät "Loop" sowie der Eventbereich mit dem Basketball-Platz. Passend zu dem Zeitpunkt will Nürnberger auch die Diskussion um die Sorgen-Immobilie Grüner Würfel eröffnen: "Nach den Sommerferien werden wir unsere Einschätzungen mit den Ratsgremien besprechen. Auch unsere Zielgruppen - also gerade die jungen Leute -, und die Nachbarn müssen dann informiert und in die Diskussion einbezogen werden.” "Etwas stimmiges Ganzes schaffen" Die Stadt müsse sich im September oder Oktober entscheiden, ob sie Verantwortung für den Würfel übernehmen möchte. Eine längere Hängepartie dürfe es nicht geben, so der Amtsleiter, der die jetzige Situation als große Chance sieht, den Grünen Würfel noch stärker als bislang zum integralen Teil des größten und zentralsten Platzes der Stadt zu machen. Wir können aus Gebäude und Platz etwas stimmiges Ganzes schaffen, das zu den Anwohnern, den Nutzern und Besuchern des Kesselbrinks passt."

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