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Warten auf den neuen Kunstrasen: Der VfR Wellensiek hofft, dass er sein Fußballcamp (hier 2017) im August schon auf dem sanierten Platz ausrichten kann. - © Barbara Franke
Warten auf den neuen Kunstrasen: Der VfR Wellensiek hofft, dass er sein Fußballcamp (hier 2017) im August schon auf dem sanierten Platz ausrichten kann. | © Barbara Franke

Bielefeld Kunstrasen abgenutzt: Wellensiek und Ubbedissen bekommen neue Beläge

Vereine warten drauf: Stadt lässt die schadhaften Beläge austauschen. Clubs müssen selbst das Granulat bezahlen, das aus Kork und nicht mehr aus Altreifen besteht

Joachim Uthmann
12.02.2019 | Stand 11.02.2019, 20:33 Uhr

Bielefeld. Sie zählten zu den Sportplätzen, auf denen in den 1990er Jahren das dioxinbelastete Kieselrot gefunden wurde. Das bedeutete jahrelang Belastungen und Einschränkungen. Um die Jahrtausendwende wurde ein halbes Dutzend der betroffenen Plätze endlich saniert. Und sie erhielten als erste in Bielefeld Kunstrasen. Jetzt, rund 15 Jahre später, ist der aber so abgenutzt, dass er ausgetauscht werden muss. Im Sommer sind Wellensiek und Ubbedissen an der Reihe. Im Jöllenbecker Naturstadion ließ die Stadt bereits in letzten Jahren den Belag neu verlegen, weil das alte Material "verschlissen und teils voller Risse" war. Knapp 200.000 Euro kostete die Sanierung. Und 25.000 Euro musste der TuS Jöllenbeck beisteuern - für das Granulat. Die Stadt stelle den Platz neu her, die Vereine müssten für das Granulat aufkommen, gibt der Immobilienservicebetrieb vor. So wird es auch am Wellensiek und in Ubbedissen sein, die für die Sommerferien eingeplant sind und für die derzeit Ausschreibungen laufen. "Dass der Kunstrasen nach etwa 15 Jahren ausgetauscht werden muss, ist normal", sagt Sportamtsleiter Joachim Middendorf. Sanierung am Wellensiek wird deutlich teurer Wellensiek war eigentlich schon 2018 geplant. Doch bei der Prüfung stellte sich heraus, dass nicht nur der Kunstrasen selbst marode ist, sondern auch die elastische Tragschicht darunter, erklärte Jürgen Bültmann, Kaufmännischer Leiter im Immobilienservicebetrieb (ISB): "Sie muss entfernt, entsorgt und durch eine neue ersetzt werden." Für den dazu nötigen Vorlauf fehlte 2018 die Zeit, so Middendorf. Deshalb sei die Sanierung ein Jahr verschoben worden. Und sie werde deutlich teurer als geplant. Der ISB rechnet mit 550.000 Euro, etwa doppelt so viel wie auf den anderen Plätzen. Jetzt ist der Sportamtsleiter aber zuversichtlich, dass es Ende Juni losgeht und der neue Belag zu Beginn der neuen Saison im August bespielbar ist. Stefan Wulfmeyer, Geschäftsführer des VfR Wellensiek, bestätigt, dass die Stadt zugesagt habe, so früh wie möglich mit dem Bau zu beginnen. Und er hofft, dass schon das traditionelle Fußballcamp in der letzten Sommerferienwoche auf dem sanierten Platz stattfinden kann. Der VfR, der rund 640 Mitglieder und gut 20 Teams hat, will auch das Geld für das Granulat aufbringen. Wulfmeyer: "Die 25.000 Euro müssen wir bewältigen." Die Alternative, nur Sand aufzustreuen, komme bei den Fußballern nicht gut an: "Das brennt zu sehr." Deshalb lieber Kork. Sudbrack und Brake stehen auf der Liste Kork ist als Granulat die aktuelle Technik. Bisher bestand es meist aus Gummi von Altreifen, das im Verdacht steht, krebserregend sein zu können. Middendorf: "Mit dem Kork sind Vereine wie in Heepen sehr zufrieden." Deshalb wird es auch in Ubbedissen verwendet. Frank Klöpperpieper, Vorsitzender des SV: "Wir tragen die Mehrkosten." In Ubbedissen rechnet Bültmann mit einer normalen Sanierung. Im Wirtschaftsplan ständen dafür zwar 300.000 Euro. Doch wie in Jöllenbeck erwartet der ISB, dass sie unterschritten werden. In Ubbedissen spielen 20 Teams des SV, der 1.300 Mitglieder hat, auf dem Platz. Die dringendsten Plätze seien dann hergerichtet, so Middendorf. Als nächste ständen dann Sudbrack 2022 und Brake 2023 auf der Liste.

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