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Das Bielefelder Shoppingcenter Loom hat ein Imageproblem - das hat eine Umfrage ergeben. - © Oliver Krato (Archiv)
Das Bielefelder Shoppingcenter Loom hat ein Imageproblem - das hat eine Umfrage ergeben. | © Oliver Krato (Archiv)

Bielefeld Shoppingcenter Loom zieht vorwiegend junge Leute an

Das hat eine Umfrage der IHK zur Attraktivität der Bielefelder Innenstadt ergeben

Joachim Uthmann
07.02.2019 | Stand 10.02.2019, 11:35 Uhr

Bielefeld. Das neue Einkaufscenter Loom bereichert die City zwar, dennoch spaltet es die Bielefelder - das liest die IHK aus der jüngsten Umfrage zu „vitalen Innenstädten". Für die Älteren steigere es die Attraktivität kaum, für die Jungen aber sehr, erklärt der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Harald Grefe. Und das mache Mut für die Einkaufszone, so Grefe, denn die jungen Kunden nutzten auch stärker den Onlineeinkauf, der den stationären Geschäften als Konkurrenz Sorge bereitet. Ein Viertel kauft verstärkt online Ein Viertel der Befragten gab an, verstärkt online zu kaufen und deshalb auch seltener in der Innenstadt. Nur noch ein Viertel verzichtet komplett auf den Online-Einkauf. Thomas Kunz vom Handelsverband sagt zwar, dass mit gut 70 Prozent die Mehrzahl weiter vor Ort einkaufe, räumt aber auch ein, dass bei Textil zum Beispiel mittlerweile fast 30 Prozent per Klick bestellen. Und im Schnitt zu vergleichbar großen Städten ist der Anteil derer, die weniger in die Geschäfte gehen, höher. Bei der Gesamtnote darüber, wie anziehend die Innenstadt ist, liegt Bielefeld mit 2,7 weiter unter dem Schnitt vergleichbarer Großstädte wie Aachen, Braunschweig oder Mannheim. Aber die Teutostadt bessert sich: 2014 lag die Note noch bei 2,9, 2016 bei 2,8, ergab die Umfrage des Institute für Handelsforschung (Köln) im Auftrag von IHK und Handelsverband, an der sich 116 Städte beteiligten. „Der Trend macht Hoffnung", bilanziert Grefe: „Bielefeld ist attraktiver geworden. Der Vergleich mit anderen zeigt aber auch, dass der Verbesserungsbedarf bleibt." Manko ist das Parken Ein Manko dabei ist weiter das Parken mit Note 3. Eher mittelmäßig schneiden die Erreichbarkeit mit Autos und Motorrädern ab (2,5). Gut sieht es dagegen beim öffentlichen Nahverkehr (1,8) und überraschenderweise beim Radverkehr (2,1) aus. Attraktivitätsfaktor für die City ist weiter die Gastronomie (2,0), bei der der Wert sogar noch gestiegen ist. Vor allem bei Cafés, Eisdielen und Coffee-Shops (1,9) sowie moderner Gastronomie wie Vapiano oder Burger-Läden (2,1) gibt es ein kräftiges Plus. Dagegen fällt Bielefeld bei „Ambiente" und „Flair" ab. Sehenswürdigkeiten (3,2), Gebäude und Fassaden sowie Plätze und Grünflächen (3,0) und Sauberkeit (2,9) liegen unter dem Schnitt. "Lebendigkeit" gelobt Dafür wird die Innenstadt vitaler. 2,2 Prozent der Befragten loben die „Lebendigkeit" sowie „Events und Veranstaltungen". Martin Knabenreich von Bielefeld Marketing: „Städte sind zunehmend auch Erlebnisraum. Das kann das Internet nicht bieten." Umso wichtiger sei es, besondere Anlässe in der City zu schaffen. Deshalb bedauern IHK, Handel und Marketing die Rechtsunsicherheit bei den verkaufsoffenen Sonntagen. Kunz: „Die Landesregierung ist gefordert, nachzubessern." Bielefeld strahlt auch weiter ins Umland aus. Rund 30 Prozent der Einkäufer kommen von außen in das Oberzentrum, so Kunz. Deshalb bleibe die Erreichbarkeit mit allen Verkehrsarten, besonders aber mit dem Auto wichtig. Allerdings zeigt hier die Umfrage: 37 Prozent fahren mit dem Auto in die City, weniger als in vergleichbaren Großstädten (45,2) – aber auch 37 Prozent mit dem öffentlichen Nahverkehr, und damit deutlich mehr als dort (21,0). Hürden für Auswärtige abbauen Welche Schlüsse ziehen die Auftraggeber aus der Studie? Wichtig sei, den zentralen Einkaufsbereich zu stärken. Deshalb hält Grefe die Ansiedlung und den Standort des Loom für richtig und sinnvoll für die City. Weiter müssten Hürden für Auswärtige abgebaut werden, in dem für bessere Parkangebote und niedrigere Gebühren sorgt werde. Grefe: „Wir müssen die Willkommenskultur fördern". Das gelte für Erreichbarkeit, aber auch Sauberkeit und Sicherheit. Die Stadt habe mit der Neugestaltung der Altstadt-Fußgängerzone „viel Gutes getan", betont Grefe: „Das wirkt sich positiv auf private Investitionen aus." Bielefeld mit seinem Einzelhandelsumsatz von rund 2,1 Milliarden Euro im Jahr sei „auf gutem Weg, muss sich den Veränderungen aber weiter anpassen."

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