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Kommentar Kommentar zur Bielefelder Demokratie-Erklärung: "Widerstand ist Pflicht"

Mehr als 400 Bürger haben eine Erklärung für die Demokratie und gegen Extremismus unterschrieben

Carsten Heil
04.11.2018 | Stand 04.11.2018, 10:45 Uhr |

Bielefeld. Die Bielefelder Bürgergesellschaft meldet sich zu Wort. Mehr als 400 Menschen aus unterschiedlichen, teils sogar gegnerischen, politischen Lagern, verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und unterschiedlicher Herkunft haben eine gemeinsame Bielefelder (Demokratie-)Erklärung unterschrieben und heute in den Lokalzeitungen veröffentlicht. Das ist eine tolle Sache und ohne jeden Vorwurf in irgendeine Richtung. Das ist leider aber auch eine notwendige Sache. Die Unterzeichner wollen die Freiheit verteidigen. Denn der öffentliche Diskurs, die Meinungsmache darf nicht jenen überlassen werden, die abgrenzen, ausgrenzen, herabwürdigen und verurteilen. Deren rechter Rand will die Freiheit abschaffen, damit nur sie noch das Sagen haben. Der Wert aller Menschen ist gleich. Das sagt nicht nur das Grundgesetz, das ist Kerninhalt der christlich-jüdischen Kultur. Darauf basiert unser aller Zusammenleben. Für diese Überzeugung muss die freiheitliche demokratische Gesellschaft zunehmend einstehen und sich starkmachen. Denn die Feinde dieses freiheitlichen Systems werden immer mehr und immer lauter. "Die Frau sitzt zu Recht hinter Schloss und Riegel" Wenn am kommenden Wochenende rechtsradikale Demonstranten durch die Stadt ziehen, um der notorischen Holocaust-Leugnerin Haverbeck zu huldigen, darf das nicht unwidersprochen bleiben. Die Frau sitzt zu Recht in Brackwede hinter Schloss und Riegel. Die Bielefelderinnen und Bielefelder haben sich immer gewehrt, bisher mit Erfolg. Deshalb sollten sie bei allen Unterschieden in diesem Punkt einig sein und bleiben und sich den Neonazis auch dann entgegenstellen. Kontakt zum Autor unter: carsten.heil@ihr-kommentar.de

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