Vielen Dank für die Blumen: Die Schauspieler Sven Martinek und Susen Ermich am Set von "Phantomschmerz". - © Mario Hellweg
Vielen Dank für die Blumen: Die Schauspieler Sven Martinek und Susen Ermich am Set von "Phantomschmerz". | © Mario Hellweg

Bielefeld Thriller-Dreh mit Sven Martinek in Bielefelder Blumenladen

Kinofilmdebüt: Filmteam „Camcore“ aus der Region dreht „Phantomschmerz“ unter anderem in ehemaliger Kaserne, einer Klinik, beim Kardiologen und beim Schießverein

Mario Hellweg

Bielefeld. Hektisches Treiben im Blumenladen am Wickenkamp 26A: Etwa 20 Menschen sind dort beschäftigt. Plötzlich herrscht Stille. „Und Action", ruft Regisseur Andreas Olenberg. Das gebräuchliche Startsignal am Set wirkt etwas überzogen: Schauspieler Sven Martinek nimmt sich einen Strauß, geht zum Tresen und bezahlt mit Karte. „Danke", sagt Olenberg. Zufrieden ist er aber noch nicht. „Blumen einkaufen kann schwer sein", sagt Martinek scherzend. Grund für die Wiederholung ist das leise Brummen eines Lüfters im Hintergrund, auf welches Tonmeister Tolga Yilmaz hinweist. Auch im Gefängnis gedreht Nachdem bereits in der JVA Brackwede gedreht wurde, hat das junge Filmteam um die drei Espelkamper Andreas Olenberg, Sebastian Sellner und Daniel Littau Begemans Blumengarten in ein Filmset verwandelt. Dunkle Vorhänge schützen vor wechselnden Lichtverhältnissen in der Abenddämmerung. Scheinwerfer schaffen eine konstante, aber gedämpfte Beleuchtung. „Wir drehen einen Thriller. Die Stimmung soll düster sein", erklärt Fredderik Collins, der das Team als Schauspieler, Co-Produzent und Aufnahmeleiter unterstützt. Neben düsterer Spannung erwarte die Zuschauer: „Drama, Gefühl und zum Ende sehr viel Action, aber auch hier und da etwas Situationskomik", sagt Sellner. „Dream Big" – Träume groß, heißt es auf der Facebook-Seite zum Film, auf der die Macher unter anderem Neuigkeiten und Fotos von den Drehtagen veröffentlichen. Dabei wird deutlich, dass Kameramann Sellner, Regisseur Olenberg und Hauptdarsteller Littau, der Kern des „Camcore"-Filmteams, ihren Traum gerade verwirklichen. Eineinhalb Jahre am Drehbuch geschrieben „Mit dem Kinofilm Phantomschmerz wollen wir eine Liga höher spielen", sagt Littau. Rund eineinhalb Jahre haben die drei am Drehbuch geschrieben und auf die Realisierung hingearbeitet. Mittlerweile ist es bereits die neunte Version und noch immer werden Details verändert. „Am Ende haben wir bestimmt die Zehn voll", vermutet Littau. Wie wichtig das Drehbuch bereits im Vorfeld war, zeigt die gelungene Verpflichtung Martineks. „Von guten Drehbüchern lasse ich mich leicht überzeugen", sagt er. Darüber hinaus kann „Camcore" als Referenz für ihr Talent auf über 70 Kurzfilme sowie einige Auszeichnungen verweisen. So gewann beispielsweise der Kurzfilm „Revolve" den Deutschen Kamerapreis 2014 und wurde zudem als bester Kurzfilm beim renommierten Filmfestival in Cannes nominiert. Film soll bei Berlinale eingereicht werden Die Filmausrüstungsfirma Arri unterstützt das Kinofilmdebüt der ehemaligen Bielefelder Studenten der Medienwissenschaften nicht nur mit professioneller Filmtechnik, sondern auch beim späteren nationalen und internationalen Vertrieb des Films. „Wenn die das in die Hand nehmen, dann wird das auch was", sagt der in Bielefeld lebende Collins. Ein Ziel sei es auch, den Film 2018 bei der Berlinale einzureichen. Collins: „Dafür muss er bis Anfang 2018 fertig sein". Durch Crowdfunding, bei dem knapp 11.000 Euro gespendet wurden, und unzählige überwiegend lokale Sponsoren finanziert sich das Projekt. Produziert wird der Film hauptsächlich in OWL. „Absolut der richtige Schritt. Im Gegensatz zu Berlin ist ein Kinofilm für die Region schon etwas Besonderes", sagt Olenberg. „Vor allem in Bielefeld und der Heimat Espelkamp sei die Unterstützung enorm. Weitere Drehorte in Bielefeld sind unter anderem die ehemalige Kaserne in Sieker, Teuto-Klinik, Kardiologie Am Bach und beim Schießsportverein Diana. Infos zum Film gibt’s unter www.camcore.de Der erste Trailer:

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