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Wasserfälle, wilde Natur - die Färöer Inseln sind ein beliebtes Reiseziel. - © picture alliance / Franz Neumayr / picturedesk.com
Wasserfälle, wilde Natur - die Färöer Inseln sind ein beliebtes Reiseziel. | © picture alliance / Franz Neumayr / picturedesk.com

Umweltschutz Färöer Inseln am Wochenende für Touristen teilweise gesperrt

Talin Dilsizyan
24.04.2019 | Stand 24.04.2019, 13:41 Uhr

Tórshavn. Schroffe Felsen, Wasserfälle, sattgrüne Täler, Fjorde, ein Paradies für Vögel - die Färöer Inseln haben Touristen einiges zu bieten. Rund 100.000 erkunden Streymoy und die weiteren Vulkaninseln jedes Jahr. Vom 26. bis 28. April verschließt sich die Destination teilweise jedoch bewusst ausländischen Besuchern. Wie das Tourismusamt im Februar ankündigte, werden zehn beliebte Sehenswürdigkeiten am Wochenende gesperrt. "Wir wollen die unberührte Natur unserer grünen Inseln, die zu den Orten mit der geringsten Verschmutzung weltweit gehören, bewahren", erklären die Färöer Inseln in einer Mitteilung. Wie weiter deutlich wird, geht es um die Instandhaltung und Lösungen, damit Touristen die Sehenswürdigkeiten erleben können, ohne größeren Schaden anzurichten. Freiwillige melden sich, um die Natur zu schützen Konkret werden Wanderpfade angelegt, Hinweisschilder zur Orientierung aufgebaut, Aussichtspunkte geschaffen, damit Besucher Flora und Fauna aus der notwendigen Distanz beobachten können. Das soll nicht während der üblichen Besucherströme geschehen. Allerdings hat "Visit Faroe Islands" klargestellt, dass ganz bestimmte Touristen durchaus auch während dieser Zeit willkommen sein werden. Im Rahmen einer Kampagne konnten sich Freiwillige melden, die die Färinger bei der Bewahrung ihrer Highlights tatkräftig unterstützen möchten. Tausende Menschen aus verschiedenen Ländern hätten sich gemeldet. 100 seien nun ausgewählt worden. Sie werden ab dem 26. April als Teil des Wartungsteams auf den Eilanden unterwegs sein. Die Färöer Inseln kommen als Gegenleistung für ihre Unterkunft und Verpflegung auf. Das Tourismusamt hofft darauf, dass das Beispiel Schule macht und Touristen auch an anderen beliebten Reisezielen mithelfen, die Attraktionen zu bewahren. Steigende Besucherzahlen als Problem Insgesamt 50.000 Menschen und doppelt so viele Schafe leben auf den Färöer Inseln. Trotz des launischen Wetters - zum Teil lassen sich alle vier Jahreszeiten an einem Tag erleben - zieht das Reiseziel immer mehr Besucher in seinen Bann. Internationale Medien wie The Guardian, Lonely Planet oder Condé Nast Traveler und zahlreiche Reiseblogger haben mit ihren Empfehlungen und beeindruckenden Fotos die Popularität der Färöer Inseln beflügelt. Die Landschaften und die Tierwelt seien besonders geeignet, um sie auf der Plattform Instagram anderen zu zeigen - Fluch und Segen. Die Behörden freuen sich zwar über die Attraktivität, sind sich der Gefahren des "Overtourism" aber bewusst. Anders als etwa in Island soll ein Mehr an Touristen nicht zulasten der Natur gehen.

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