Grausame Bilder zeigen die toten Wale in der Bucht auf den Färöer-Inseln. - © Sea Shepard
Grausame Bilder zeigen die toten Wale in der Bucht auf den Färöer-Inseln. | © Sea Shepard

Hvannasund Blutige Jagd: Bewohner der Färöer-Inseln töten hunderte Wale

Das grausame Schauspiel ist völlig legal - und wird gefeiert wie ein Volksfest.

Matthias Schwarzer

Hvannasund. Einmal im Jahr färbt sich das Meer rot. Hunderte Grindwale schwimmen in die Häfen der Färöer-Inseln. Zur selben Zeit rückt die Dorfgemeinschaft mit Messern, Haken, Seilen und Steinen aus. Die Einheimischen umzingeln die Tiere und versetzen sie in Panik, bis sie schließlich stranden. Dann werden sie getötet. Der sogenannte "Grindadráp" (Grindwaljagd) ist eine blutige Tradition. Hunderte Wale werden in seichtes Küstenwasser getrieben und abgeschlachtet. Die diesjährige Jagdsaison hat nun begonnen. Am Wochenende wurden bereits unzählige Tiere getötet, berichten Tierschutzorganisationen. Nach Angaben von Sea Shepherd waren darunter auch viele Delfine. Die blutigen Bilder hat die Organisation auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht. The sea turned red with blood after whale hunt in Faroe Islands. The hunts, which are legal and closely regulated by the Faroese government, have sparked outrage among conservationists and animal rights groups https://t.co/ezcv6Caczgpic.twitter.com/GlMatWKgtg — CNN (@CNN) 18. August 2018 Laut NABU läuft das Ganze folgendermaßen ab: Die Wale ziehen mit ihren Kälbern aus den warmen Gewässern in Richtung Arktis, um zu fressen. Dabei kommen sie an der Inselgruppe im Nordatlantik vorbei. Nähert sich eine Gruppe von Grindwalen der Küste und wird von den Fischern entdeckt, fahren diese mit ihren Booten auf das Meer und treiben die Tiere in die Bucht. Zur selben Zeit wird die Dorfgemeinschaft informiert. Wale folgen treu dem Leittier Das Wesen der Wale wird ihnen selbst zum Verhängnis: Sie folgen dem Leittier treu in den Tod und weichen schwachen oder verletzten Kameraden nicht von der Seite. Darum flieht kein Tier alleine und alle fallen ihrem Schicksal gemeinsam zum Opfer. Am Hafen angekommen, rammen die Jäger Fanghaken in das Blasloch der Riesen. So verlieren sie die Orientierung und können mit Seilen an den Strand gezogen werden. Dann kommt das Grindmesser zum Einsatz - Rückenmark und Schlagader werden durchtrennt. Moderne Waffen und Tötungsmethoden sind aus traditionellen Gründen verboten. Die Behörden der Färöer sprechen von einem Sekundentod, die  Bilder sprechen aber eine andere Sprache. Die Einheimischen feiern das grausame Schauspiel wie ein Volksfest: Angestellte bekommen Urlaub und Kinder schulfrei. Völlig legal Tierschutzorganisationen wie "Sea Shepherd" kämpfen seit Jahren gegen dieses brutale Ritual. Doch die Waljagd ist auf den Färöer Inseln völlig legal. Die Organisation veröffentlicht auf ihrer Facebook-Seite regelmäßig Fotos und Videos von der Waljagd. Das Fleisch der Tiere wird übrigens nicht kommerziell vertrieben, sondern an die Inselbewohner verteilt. Sie ernähren sich den ganzen Winter davon. Dabei ist der Verzehr gar nicht unbedenklich: Walfleisch ist nämlich häufig mit Umweltgiften wie Quecksilber und Dioxinen belastet. Grindwale sind derzeit noch nicht vom Aussterben bedroht. Das könnte sich aber ändern, sollte die Jagd nicht strenger kontrolliert werden.

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