0
Die Blutwurst-Debatte hat jetzt erste personelle Konsequenzen. - © picture alliance / imageBROKER
Die Blutwurst-Debatte hat jetzt erste personelle Konsequenzen. | © picture alliance / imageBROKER

Blutwurst-Debatte "Islamophobe Ratte": CDU-Politiker muss Partei nach Beleidigungen verlassen

Nach der Diskussion um bei der Islamkonferenz servierte Blutwurst attackierte ein nun ehemaliges CDU-Mitglied einen Parteikollegen

Björn Vahle
04.12.2018 | Stand 05.12.2018, 09:56 Uhr

Bremen. Weil er einen Kollegen bei Twitter übel beleidigte, muss ein Bremer CDU-Politiker nun die Partei verlassen. Mehmet Ünal hatte Parteifreund Ali Ertan Toprak angegriffen, weil dieser die Debatte um bei der Islamkonferenz servierte Blutwurst kritisiert hatte. Was ist passiert? Bei der Islamkonferenz stand neben allerlei anderen Häppchen auch Blutwurst auf dem Menü, obwohl Muslime kein Schweinefleisch essen dürfen. Das hatte zu politischen Diskussionen geführt. Der Hamburger CDU-Abgeordnete Toprak hatte die Diskussion als scheinheilig kritisiert: "Wer sich über Blutwurst auf der Islamkonferenz aufregt, aber darüber schweigt, dass Menschen wegen ihrer Kritik an Islamismus in Deutschland unter Polizeischutz leben müssen, der ist nicht nur verlogen, sondern lehnt in Wirklichkeit alles ab, was dieses Land ausmacht", schrieb er auf Twitter. Toprak ist Vorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland. Der Tweet brachte Topraks Parteikollegen Ünal derartig auf die Palme, dass er ihn als "islamophobe Ratte" betitelte und ihm lakonisch empfahl: "Friss weiter Schwein!" Halt den Ball flach Ali! Du bist eine islamophobe Ratte und schämst dich nicht, noch Seitenhiebe zu verteilen, selbst wenn Muslime brüskiert oder provoziert werden. Für den Aufschrei über die Blutwurst hat der Tweet eines Schweinefleischkonsumenten gesorgt. Friss weiter Schwein! — Mehmet Ünal (@UenalMehmet71) 1. Dezember 2018 Außerdem nannte Ünal Toprak in weiteren Tweets einen "Terroristenunterstützer", weil dieser sich gegen ein Verbot der kurdischen PKK ausgesprochen hatte, und beschimpfte ihn als "dick und hässlich". Die CDU Bremen reagierte zwei Tage später und verkündete, Ünal sei nicht länger Mitglied der Partei: Dieser Aufforderung ist er nachgekommen und hat heute seinen Parteiaustritt erklärt. Wir distanzieren uns ausdrücklich und in aller Form von solchen Geisteshaltungen, die nicht die Meinung der Partei widerspiegeln und tolerieren diese auch nicht. 2/2 — CDU Bremen (@CDUBremen) 3. Dezember 2018 CDU-Landesgeschäftsführer Heiko Strohmann, den Bild zitiert, gibt an, Ünal in der Vergangenheit schon öfter nach öffentlichen Äußerungen zur Vorsicht aufgerufen habe. Strohmann: "Von einem Funktionsträger ist eine solche Fäkalsprache völlig daneben. Letztendlich müssen die CDU und Mehmet Ünal nun getrennte Wege gehen." Ünal selbst zeigte sich auf Twitter überrascht über die Entscheidung. "Die Wortwahl war zugegebenermaßen weder höflich noch diplomatisch. Aber dieser AET hetzt seit Jahren gegen Türken und Muslime und fungiert als Sprachrohr der PKK in der BRD. Ich stehe zu meiner Kritik an seinem politischen Wirken und stelle mich den Diskussionen." Toprak bedankte sich hingegen bei Twitter für die Solidarität: Hier die Erklärung der CDU Bremen! Ich bedanke mich bei allen Demokraten für die diese großartige Solidarität. Auch möchte ich mich bei der CDU Bremen herzlich bedanken, dass sie schnell reagiert und Haltung gezeigt hat. Herzlichen Dank, liebe Freunde 😊🙏 pic.twitter.com/v81S3oBir4 — Ali Ertan Toprak (@toprak_aliE) 3. Dezember 2018

realisiert durch evolver group