Flottes Gerät: Tristan steigt bei der Hannover Messe am Stand der Technologiegruppe Harting aus dem Konzeptfahrzeug "Snap". - © picture alliance / Julian Stratenschulte/dpa
Flottes Gerät: Tristan steigt bei der Hannover Messe am Stand der Technologiegruppe Harting aus dem Konzeptfahrzeug "Snap". | © picture alliance / Julian Stratenschulte/dpa

Hannover/Espelkamp Harting ist nicht nur auf der Hannover Messe bestens unterwegs

Hannover Messe: Das Espelkamper Unternehmen präsentiert bei der Industrieschau den selbstfahrendenKleinbus „Snap“. Der Umsatz soll auf mehr als 700 Millionen Euro wachsen

Stefan Schelp

Hannover/Espelkamp. Unvergessen sind die Besuche der Bundeskanzlerin Angela Merkel am Stand der Harting-Technologiegruppe. Legendär ist der Stopp des damaligen US-Präsidenten Barack Obama, der nicht nur die Produkte, sondern auch die Sneaker der Familie Harting bewunderte. Und in diesem Jahr? Keine Politprominenz am Harting-Stand bei der Hannover Messe. Und doch ist der Vorstandschef Philip Harting bestens zufrieden. Das hat vor allem mit dem bisherigen Geschäftsverlauf zu tun. „Die ersten sieben Monate waren erfolgreich, so dass wir momentan für das volle Geschäftsjahr mit einem hohen einstelligen Wachstum rechnen", kündigt Harting an. „Möglicherweise können wir noch eine Schippe drauflegen. Die 700-Millionen-Euro-Umsatzschwelle überschreiten wir auf jeden Fall deutlich." Damit hebt er die Prognose aus der Jahrespressekonferenz Ende 2017 leicht an. Dort hatte er ein Umsatzplus von fünf bis sechs Prozent prognostiziert. Das Wachstum sei branchen-, markt- und produktübergreifend. Auch die Tochtergesellschaften Harting Automotive und Harting Systems verzeichneten eine positive Geschäftsentwicklung. Dabei komme auch dem neuen Logistikzentrum eine wichtige Rolle zu. Das „European Distribution Center" sei mit rund 40 Millionen Euro die größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte. Schnelllade-Infrastruktur ist der Hinkucker Hürden gebe es allerdings auch, die die Digitalisierung blockierten. Harting verweist auf länderspezifische Regelungen in Europa, neue Cyber-Security-Gesetze in China sowie den aufkeimenden Protektionismus und Nationalismus im weltweiten Handel. Und auch wenn das Blitzlichtgewitter rund um die Kanzlerin in diesem Jahr ausblieb – für einen Hingucker sorgten die Espelkamper auf der Hannover Messe auch in diesem Jahr. „Snap" heißt das futuristische Fahrzeug, das sich nur dank der Harting-Technologie in Bewegung setzt. Die Espelkamper haben die Schnelllade-Infrastruktur bereitgestellt, der Partner Innogy liefert die Ladesäule und das Unternehmen Infotecs verschlüsselt die Ladesäulen-Kommunikation. Laut Harting können zwei Autos parallel mit 22-kW-Wechselstrom geladen werden. Abgerechnet werde nur, was auch verbraucht werde. „Im Bereich der Elektromobilität sehen wir für Harting große Entwicklungs- und Wachstumschancen", sagt Philip Harting. So sei das Unternehmen Direktlieferant für VW und BMW bei deren E-Mobilitätslösungen. Harting ist mit 13 Produktionsstätten und Niederlassungen in 44 Ländern vertreten. Rund 4.600 Mitarbeiter haben im vergangenen Geschäftsjahr 2016/2017 einen Umsatz von 672 Millionen Euro erwirtschaftet.

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