Unter der Lupe: Facebook holt sich bei Arvato Unterstützung für die Kontrolle von Inhalten. - © dpa
Unter der Lupe: Facebook holt sich bei Arvato Unterstützung für die Kontrolle von Inhalten. | © dpa

Gütersloh/Berlin Bertelsmann-Tochter Arvato durchforstet für Facebook das Netz

Hass-Tiraden: Im Kampf gegen Mobbing und Fremdenfeindlichkeit holt sich das Netzwerk Hilfe

Martin Krause

Gütersloh/Berlin. Die Gütersloher Bertelsmann-Tochter Arvato soll Facebook dabei helfen, gegen Hass-Kommentare aktiv zu werden. Arvato-Mitarbeiter, die auch fließend Arabisch, Französisch oder Türkisch sprechen, sollen von Berlin aus künftig auffällige Inhalte im Netzwerke prüfen und gegebenenfalls löschen. Vorliegenden Informationen zufolge sind zahlreiche Mitarbeiter bereits speziell geschult worden und operativ tätig. Insgesamt sollen mehr als 100 Kontrolleure (Administratoren) eingesetzt werden. In ersten Reaktionen wurden Facebooks Maßnahmen begrüßt. Der bisherige Umgang mit Hasskommentaren war wiederholt in die Kritik geraten. Dabei waren Kommentare, sobald sie beanstandet wurden, oft recht schnell entfernt worden – aber andere fremdenfeindliche Inhalte, so die Kritik, seien dafür stehengeblieben. „Facebooks Gemeinschaftsstandards verbieten Hass-Reden, Terrorismus sowie bestimmte Gewaltandrohungen und Mobbing", erklärte eine Facebook-Sprecherin. Facebook investiere mit wachsender Größe verstärkt in entsprechende Teams und arbeite mit Partnern in aller Welt, die unter Leitung der Firmenzentrale in Dublin agierten. "Gelöschte Kommentare müssen an Behörden weitergeleitet werden" Bisher kümmerten sich Facebook-Mitarbeiter von weltweit vier Standorten aus, darunter Dublin, um entsprechende Löschungen rechtswidriger Kommentare. Unter anderen hatte zuletzt Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) bei Netzwerken wie Facebook und Twitter mehr Anstrengung eingefordert und sich über verbesserte Maßnahmen gegen die wachsende Zahl von Hass-Botschaften verständigt. Auf eine Änderung habe die Politik in den letzten Monaten immer gedrungen, sagte der Netzpolitische Sprecher der Grünen, Konstantin von Notz. Facebook-Teams aus Deutschland könnten nun effektiver gegen die Urheber vorgehen. „Inhalte müssen nicht nur entlang der deutschen Rechtslage überprüft und schnellstmöglich gelöscht werden, sondern gelöschte Kommentare auch an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet werden."

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