München (lr/dpa). TV-Moderator Thomas Gottschalk ist an Krebs erkrankt. Seit Juli habe er sich zwei Operationen unterziehen müssen, bei denen ihm unter anderem Teile der Blase entfernt werden mussten. Grund sei ein sogenanntes Epitheloides Angiosarkom, ein seltener, bösartiger Tumor, der von den Blut- und Lymphgefäßen ausgeht. Das berichten Gottschalk und seine Frau Karina der „Bild“.
Bis heute nehme er starke Schmerzmittel ein. Eine Pause von seinen öffentlichen Auftritten hat sich Gottschalk aber nicht genommen. „Das war rückblickend wohl mein größter Fehler“, wird er zitiert. Er habe fest zugesagte Engagements und Verträge erfüllen wollen.
Am Freitagabend hatte Gottschalk erneut bei einem Fernsehauftritt für Verwunderung gesorgt. Zwei Wochen nach seiner viel kritisierten Bambi-Moderation wurde er diesmal selbst ausgezeichnet, und zwar mit dem österreichischen TV-Preis Diamant-Romy. Bei der Preisverleihung in Kitzbühel wirkte er verwirrt, seine Stimme zitterte teilweise. Den Entertainer irritierte offensichtlich unter anderem die ihm zur Verfügung stehende Zeit. Schon bei der Bambi-Gala hatte er teils desorientiert gewirkt und sich verhaspelt.
Gottschalk will vorerst nicht mehr auftreten
Seine Frau Karina sagt: „Erst bei der Bambi-Verleihung realisierten wir, welche Nebenwirkung diese Medikamente haben.“ Der Entertainer selbst beschreibt die Wirkung der Tabletten, als würde er „mit meinem Kopf in der Waschmaschine stecken“.
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Warum hatte der kranke Entertainer die Romy-Verleihung nicht abgesagt? Zu „Bild“ sagte Gottschalk: „Dann wäre noch mehr Häme über mich hereingebrochen. Außerdem bin ich alte Schule und erfülle meine Verpflichtungen.“ Bei der Romy habe er gemerkt, dass es keinen Sinn mehr habe. „Ich kann nicht mehr auftreten. Ich muss gesund werden“, sagte der 75-Jährige.
Gottschalks Ehefrau Karina saß bei der Veranstaltung in Kitzbühel im Publikum und verfolgte die Reaktionen des Publikums laut „Bild“ mit Tränen in den Augen. Auch in den sozialen Netzwerken wurde über den Auftritt geurteilt. Sie sagte der Zeitung: „Das war für mich die Hölle, weil ich ja die Wahrheit kenne. Am liebsten hätte ich jeden angeschrien: Nein, es geht uns nicht gut. Vor allem Thomas geht es nicht gut. Er ist schwer krank!“
Was ist ein Epitheloides Angiosarkom?
Zur Gruppe der Sarkome gehören bis zu 100 verschiedene, bösartige Tumore, wie die Deutsche Sarkom-Stiftung auf ihrer Internetseite erklärt. Sie machen demnach nur etwa ein Prozent aller Krebserkrankungen aus und werden deshalb oft erst spät erkannt oder falsch diagnostiziert. Beim Epitheloiden Angiosarkom handelt es sich um eine Form, die von den Zellen der Blutgefäße ausgeht. Die Prognose bei Angiosarkom-Erkrankungen sei „eher ungünstig“, heißt es weiter. Einfluss auf die Überlebenschancen nehmen demnach vor allem die Tumorgröße und die Tatsache, wie tief der Tumor bereits eingedrungen ist.
Starke Opioide wie zum Beispiel Morphin oder Fentanyl werden bei starken Krebsschmerzen gegeben. Nebenwirkungen können Benommenheit, Schwindelgefühl und Schläfrigkeit sein.