Passend zum Thema: Strassenschild "Heimat" in Gelsenkirchen im Stadtteil Buer. - © picture alliance / blickwinkel/S. Ziese
Passend zum Thema: Strassenschild "Heimat" in Gelsenkirchen im Stadtteil Buer. | © picture alliance / blickwinkel/S. Ziese

Düsseldorf 113 Millionen Euro für die Heimatförderung in NRW

Finanzplanung: Im NRW-Haushalt steht viel Geld für Projekte bereit, die noch entwickelt werden müssen. Ministerin Ina Scharrenbach (CDU): „Damit ist die Grundlage gelegt.“

Lothar Schmalen

Düsseldorf. Erstmals gibt es im Haushalt des Landes NRW einen Etat-Posten für Heimat. Insgesamt sieht die Finanzplanung der neuen Landesregierung für die nächsten vier Jahre den beachtlichen Betrag von 113 Millionen Euro vor. Für 2018 sind es gut 11 Millionen, 2019 steigt der Heimat-Etat auf 29 Millionen und 2020 sind 34 Millionen Euro geplant, die dann im Jahr 2021 noch einmal auf knapp 39 Millionen Euro steigen. „Damit ist die Grundlage gelegt, nun die konzeptionelle und inhaltliche Ausgestaltung von Heimat fortzusetzen", sagte Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU). In diesen Prozess sollen möglichst viele Beteiligte – besonders die ehrenamtlich Aktiven – einbezogen werden, so die Ministerin. Denn Heimat dürfe nicht von oben herab verordnet werden, sondern müsse von unten wachsen. Die jetzt im Haushalt bereitstehenden Mittel sollen für die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements und für den Erhalt von regionaler Vielfalt und Identität und die Unterstützung von Projekten zur Weiterentwicklung von Heimat vor Ort dienen. Unter anderem sollen damit Initiativen zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und Maßnahmen zum Erhalt identitätsstiftender Gebäude, Wege und Plätze gefördert werden, heißt es in der Haushaltsposition. Denkbar sei auch, dass ein Teil der Gelder in Projekte des „Europäischen Kulturerbejahres" fließt, das von der Europäischen Kommission für 2018 ausgerufen wurde. Ministerin will Stadt und Land nicht gegeneinander ausspielen Scharrenbach betonte, dass es ihr bei ihrer Heimatpolitik nicht darum gehe, Stadt und Land gegeneinander auszuspielen. „Wir dürfen Heimat nicht auf den ländlichen Raum verengen, auch das Großstadtquartier ist Heimat", so die Ministerin. Auch hier will das Ministerium Menschen unterstützen, sich aktiv für die Gemeinschaft einzusetzen. Ein Heimatministerium – das ist in NRW neu. Außer NRW hat bislang nur noch das Land Bayern ein Heimatministerium, das dort allerdings dem Finanzministerium angegliedert ist. Als Heimatminister ist Finanzminister Markus Söder (CSU) auch für Regionalplanung und Digitalisierung zuständig. In NRW bezieht das Heimatministerium seine Stärke daraus, dass es gleichzeitig Kommunal- und Städtebauministerium ist. Einige CDU-Politiker, darunter der thüringische Landesvorsitzende Mike Mohring, drängen auch darauf, auf Bundesebene ein Heimatministerium einzurichten. Sie verstehen es allerdings bislang eher als Lobby für den ländlichen Raum, also genau das, was es nach dem Verständnis von Scharrenbach nicht sein soll.

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