Ursula Haverbeck im Landgericht in Verden. Die 88-Jährige ist zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. - © picture alliance / Carmen Jaspersen/dpa
Ursula Haverbeck im Landgericht in Verden. Die 88-Jährige ist zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. | © picture alliance / Carmen Jaspersen/dpa

Verden Holocaust-Leugnerin Haverbeck zu zwei Jahren Haft verurteilt

Die Staatsanwaltschaft hatte zweieinhalb Jahre gefordert / Haverbeck ist mehrfach verurteilt

Helen Hoffmann
Dirk-Ulrich Brüggemann

Verden. Wegen Volksverhetzung ist die Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck aus Vlotho vor dem Landgericht Verden zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. In dem Berufungsverfahren hatte die Staatsanwaltschaft zuvor eine Haftstrafe von zweieinhalb Jahren gefordert, wie die Gerichtssprecherin mitteilte. Die Verteidigung der 88-Jährigen wollte einen Freispruch. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, eine Revision beim Oberlandesgericht möglich. Haverbeck hatte Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts Verden vom vergangenen November eingelegt. Damals war sie wegen Volksverhetzung zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt worden. Hintergrund des damaligen Urteils waren mehrere Beiträge Haverbecks in der in Verden herausgegebenen Zeitschrift „Stimme des Reiches". Darin stellte sie den Holocaust in Abrede. Mehrfach betonte sie, dass das Konzentrationslager Auschwitz kein Vernichtungslager gewesen sei, sondern ein Arbeitslager. Das Landgericht Verden sah nun Volksverhetzung in acht Fällen als bewiesen an. Bereits mehrfach verurteilt Haverbeck wurde schon mehrfach wegen Volksverhetzung verurteilt. Nach ihrer Ansicht wurden im Konzentrationslager Auschwitz keine Menschen vergast. Aus Sicht der Verteidigung sind die Äußerungen Haverbecks durch das Recht auf freie Meinungsäußerung geschützt. Damit sind die Prozesse gegen die Holocaust-Leugnerin aber noch nicht zu Ende. Demnächst muss sie sich in Detmold vor dem dortigen Landgericht ebenfalls verantworten – es werden zwei Berufungen gegen Urteile vom September 2016 und Februar 2017 verhandelt. Haverbeck war damals zu einer Haftstrafe von acht Monaten und zu einer weiteren Haftstrafe von zehn Monaten verurteilt worden. Oberstaatsanwalt Ralf Vetter möchte zudem auch eine vor dem Bielefelder Landgericht anhängige Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts Bad Oeynhausen mitverhandeln. Der Vorsitzende Richter am Detmolder Landgericht, Gerhard Lüking, hat die entsprechenden Akten aus Bielefeld bereits angefordert. Wann der Prozess in Detmold stattfinden wird, ist noch offen.

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