Paderborn Erzbistum Paderborn zahlt 352.000 Euro an Missbrauchsopfer

Aufklärung: Die katholische Kirche zieht nach fünf Jahren eine Zwischenbilanz

Katharina Georgi

Paderborn. Das Erzbistum Paderborn hat in den vergangenen fünf Jahren rund 352.000 Euro an Missbrauchsopfer ausgezahlt. Von März 2011 bis Dezember 2015 haben 105 Personen entsprechende „Anträge auf Leistungen in Anerkennung des Leids, das Opfern sexuellen Missbrauchs zugefügt wurde", gestellt, teilte Thomas Throenle von der Presse- und Informationsstelle im Erzbistum Paderborn nw.de auf Anfrage mit. Etwa ein Drittel der Antragsteller seien Frauen, zwei Drittel seien Männer. Zuständig für die Anträge ist die Zentrale Koordinierungsstelle (ZKS) in Bonn, angesiedelt beim „Büro für Fragen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich" der Deutschen Bischofskonferenz. Wird in Paderborn ein Antrag eingereicht, wird er nach erster Prüfung nach Bonn weitergeleitet. Den Empfehlungen der Kommission folge das Erzbistum in der Regel, so Throenle. 62 Anträge aus Paderborn wurden der ZKS vorgelegt, 60 erkannte die Kommission an, 2 wurden abgelehnt. Das Erzbistum habe 352.000 Euro „aufgrund der Empfehlungen an die Opfer überwiesen". Die Entschädigungssummen schwanken zwischen 1.000 und 8.000 Euro. Damit setzt sich das Bistum über die Deutsche Bischofskonferenz hinweg: Sie empfahl „materielle Anerkennungen" bis 5.000 Euro. Mit durchschnittlich 5.800 Euro liegt Paderborn im Mittelfeld. Das Erzbistum Köln zahlte durchschnittlich 7.800 Euro, das Bistum Aachen rund 4.800 Euro. Alle 27 Bistümer zahlten insgesamt 6,4 Millionen Euro aus. Viele Anträge aus Münster und Freiburg Nach Auskunft Throenles konnte das Erzbistum Paderborn 43 gestellte Anträge nicht anerkennen, weil der Missbrauch offenkundig in Heimen und (psychiatrischen) Kliniken nichtkirchlicher Träger passiert war oder die Zuständigkeit bei Orden lag, die wiederum nicht dem Erzbistum unterstehen und eigene Stellen zur Aufarbeitung haben. 1.650 Anträge sind insgesamt in Bonn eingegangen, 95 Prozent wurden mit der Empfehlung einer materiellen Anerkennung zurückgegeben. Die meisten Anträge wurden in Münster (122), Freiburg (101) und Rottenburg-Stuttgart (93) bewilligt.

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