OWL Erster Westfalen-Gipfel in Münster soll Norden NRWs stärken

Vertreter aus den Regierungsbezirken Detmold, Münster und Arnsberg wollen künftig mit einer Stimme sprechen

Matthias Bungeroth

Münster/Detmold. Der westfälische Landesteil Nordrhein-Westfalens will auf landespolitischer Ebene mit neuer Kraft und einem gemeinsamen Schulterschluss auftreten. Darauf einigte sich eine Steuerungsgruppe, die aus Vertretern der drei Regierungsbezirke Detmold, Münster und Arnsberg zusammengesetzt war. „Wir sind eine mittelstandsgeprägte Wachstumsregion und wollen stärker als eine Region auftreten und handeln und so im Wettbewerb mit den anderen Regionen in NRW uns noch deutlicher positionieren“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Hintergrund: Da im Entwurf des Landesentwicklungsplans für NRW zwei Metropolregionen „Ruhr“ und „Rheinland“ vorgesehen sind, wollen sich die Westfalen im Kampf um Fördergelder aus Brüssel, Berlin und Düsseldorf mehr als bisher in Stellung bringen. „Ausländische Investoren ziehen nicht mit der Lupe durchs Land – die denken in größeren Zusammenhängen“, erklärten die Teilnehmer. Es bestehe das Risiko, „dass internationale Konzerne auf der Suche nach Standorten die Stärken Westfalens übersehen“, heißt es in der Erklärung weiter. Denn OWL, Südwestfalen und das Münsterland hätten zusammen rund 4,8 Millionen Erwerbstätige, die zwei genannten Metropolregionen rund 6,3 Millionen."Attraktiv wird man nur durch enge Zusammenarbeit" Aus Ostwestfalen-Lippe saßen die Detmolder Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl (FDP), der Detmolder Regionalratsvorsitzende Reinold Stücke (CDU) sowie Landrat Ralf Niermann (SPD) aus dem Kreis Minden-Lübbecke mit am Verhandlungstisch. Als Themen, die vorangebracht werden sollen, werden im Abschlussbericht der Ausbau der Breitbandkommunikation, der Verkehr und die Bildungslandschaft genannt. 220 Forschungseinrichtungen im Rheinland stünden nur 113 in Westfalen-Lippe gegenüber. „Attraktiv wird man durch enge Zusammenarbeit“, heißt es in der Erklärung. Den Erfolg der Wirtschaftsregion sowie die hohe Lebensqualität herauszustellen sei ein Hauptziel der Steuerungsgruppe. Sie bereitet die erste gemeinsame Sitzung der Regionalräte Arnsberg, Detmold und Münster vor, die am 11. März 2016 stattfinden soll. Reinold Stücke sprach gegenüber dieser Zeitung von einem „erfolgreichen Auftakt“ der Gesprächsrunde „unter dem Gesichtspunkt, dass Westfalen eine Stimme braucht“. Die weiteren Treffen der Steuerungsgruppe sollen in Arnsberg und Detmold stattfinden. „Die Initiative richtet sich nicht gegen die Landesregierung“, betonte Stücke. Aber bei der Zuteilung von Förderprogrammen dürfe es nicht nur zwei Metropolregionen geben. Aufgrund seiner Größe und Struktur sei Westfalen eher nicht dafür geeignet, ebenfalls als Metropolregion anzutreten. Stücke ist wichtig, die Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft in die Gespräche einzubringen.

realisiert durch evolver group