Protest: Etwa 60 Mitarbeiter des Fujitsu-Standortes Paderborn wehren sich gegen die drohende Schließung. - © Christian Geisler
Protest: Etwa 60 Mitarbeiter des Fujitsu-Standortes Paderborn wehren sich gegen die drohende Schließung. | © Christian Geisler

Paderborn Fujitsu hält an Schließung in Paderborn fest

Gesprächsrunde: Der Kostendruck ist ausschlaggebend für die Auflösung des Konzern-Standortes Paderborn. Eine Forschungsabteilung in Paderborn ist möglich

Christian Geisler

Paderborn. Es bleibt dabei: Trotz anhaltender Proteste der Mitarbeiter von Fujitsu Paderborn hält der Elektrokonzern an der Schließung des Standortes Paderborn im Herbst weiter fest. Bei einer Gesprächsrunde am Montagabend im Paderborner Rathaus bekräftigte das Unternehmen seinen Entschluss, er sei nicht zu revidieren. "Es gibt keine schlüssige Erklärung dafür, warum Paderborn unter die Räder kommt", zeigt sich Carmelo Zanghi, erster Bevollmächtigter der IG-Metall Paderborn, enttäuscht von den Ergebnissen der Zusammenkunft. Auf Zanghi wirke das Vorgehen des Elektrokonzerns unorganisiert und planlos. So seien die Gründe für eine Schließung des Standortes Paderborn nicht klar kommuniziert sowie die Kosten dafür nicht berechnet worden. "Wenn man sagt, die Technologie wird nicht gebraucht oder der Standort macht keinen Sinn, dann ist eine Schließung verständlich", sagt Zanghi und ergänzt: "Aber mal sind die Mieten zu teuer, mal ist der Standort nicht lukrativ genug. Das bleibt alles unklar." Fujitsu Deutschland lässt über ihren Pressesprecher, Michael Erhard verlauten: "Wir haben einen extremen Kostendruck in der Industrie. Insbesondere der Preisverfall bei Hardware wird zum Problem. Vor diesem Hintergrund steht unsere Entscheidung im Bereich Server und Storage kürzer zu treten." Eine Abteilung soll bleiben Derweil befinde sich der Konzern in parallel laufenden Verhandlungen mit der Arbeitnehmervertretung, der Politik sowie anderen Unternehmen, um scheidenden Mitarbeitern eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt zu bieten. "Unser Ziel ist es, die Schließung so verträglich wie möglich zu gestalten", sagt Erhard. Nach Angaben von Zanghi plane Fujitsu Deutschland, über den 30. September hinaus eine Forschungsabteilung in Paderborn zu belassen. Hierbei handele es sich um eine "Seitenader" des Konzerns, etwa zehn bis 20 der 600 Mitarbeiter in Paderborn seien davon betroffen. "Wenn es spruchreif ist, wird es kommuniziert", so Erhard. Zanghi wolle Fujitsu "so weit wie möglich in die Verantwortung nehmen. Ich werde Fujitsu nicht aus der Hintertür heraus lassen." Mit dieser Ausrichtung werde am Dienstag, 26. Januar, um 15 Uhr, eine Demonstration an der Heinz-Nixdorf-Wendeschleife stattfinden.

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