Gespräch in Berlin: (v. l.) Hubertus Heil, Andreas Ziebarth und Burkhard Blienert. - © SPD
Gespräch in Berlin: (v. l.) Hubertus Heil, Andreas Ziebarth und Burkhard Blienert. | © SPD

Paderborn DIP und SPD setzen sich für Fujitsu-Mitarbeiter ein

Peter Hasenbein

Paderborn. Ende September 2016 sollen bei Fujitsu am Heinz-Nixdorf-Ring die Lichter ausgehen. Auch die Politik greift das Thema auf und geht auf die Fujitsu-Mitarbeiter und den Betriebsrat zu. Jüngste Beispiele: SPD-Bundestagsabgeordneter Burkhard Blienert verschaffte den Arbeitnehmervertretern Gehör in Berlin und die Ratsfraktion der Demokratischen Initiative Paderborn (DIP) machte sich vor Ort ein Bild im Gespräch mit dem Betriebsrat. "Die meisten der aktuell rund 580 Beschäftigten sind vor allem in Forschung und Entwicklung tätig, sowie im Kundendienst. Viele arbeiteten hier schon, als das Unternehmen noch Nixdorf hieß und haben die 50 überschritten. Ein schwerer Schlag auch für den IT-Standort Paderborn", betont die Demokratische Initiative in ihrer Pressemitteilung mit Blick auf die Schließung. Betriebsratsvorsitzender Andreas Ziebarth kritisierte, dass der japanische Konzern bis heute noch keine nachvollziehbaren Gründe vorgelegt habe, teilt die DIP in einer Presseerklärung weiter mit. Der Betriebsrat habe durch Zufall von der Betriebsschließung erfahren. Man laufe den Informationen hinterher und prüfe nun zunächst die Alternativen. Natürlich wolle der Betriebsrat den Standort erhalten, "auf jeden Fall die Maßnahme zeitlich strecken". "Es ist natürlich sehr schwer, auf die Entscheidungsebene in Japan Einfluss zu nehmen, aber dennoch muss sich der Konzern der sozialen Verantwortung stellen", fordert Reinhard Borgmeier, Fraktionsvorsitzender der DIP. Da die öffentliche Hand ein großer Kunde sei, müsse auch die Politik in Bund, Land und Kommune Druck auf die Entscheider ausüben. "Kompetenz im IT-Business muss in der Region gehalten werden, sonst können wir den Heinz-Nixdorf-Ring bald wieder in Frankfurter Weg zurück benennen", meint die DIP. Die Fraktion sagte Betriebsrat und Belegschaft Unterstützung zu und will sich für eine gemeinsame Initiative im Rat stark machen. Auch Sozialdemokrat Burkhard Blienert will sich einsetzen. "Nachdem mich die Meldung über die drohende Schließung des Fujitsu-Standorts erreichte, bin ich direkt in Kontakt mit dem Betriebsrat getreten und habe ihm versichert, auch meine Kollegen in Berlin für diese Problematik zu sensibilisieren." Daraufhin konnte kurzfristig ein Treffen mit dem für Wirtschaft im Fraktionsvorstand zuständigen Bundestagskollegen, Hubert Heil, vereinbart werden. "Dieses Gespräch gab den Arbeitnehmervertretern die Möglichkeit, ihre Problemlage eingehend zu schildern. Alle Seiten werden auch in den kommenden Tagen und Wochen weiter in Kontakt bleiben und versuchen, ein Umdenken beim Management zu erreichen", hofft Blienert. Der Sozialdemokrat selber gibt sich entschlossen: "Fujitsu befindet sich in einer schwierigen Lage. Eine Schließung des Standorts wäre allerdings eine falsche Entscheidung. Ich würde mir wünschen, dass wir den Fortbestand des Fujitsu-Standorts Paderborn erreichen können."

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