Die neueste Technik: (v.l) Jiyan Aslan, Betül Feyza Dermann, Samanta Zajonz arbeiten an ihren Projekten. - © Lisa Richter
Die neueste Technik: (v.l) Jiyan Aslan, Betül Feyza Dermann, Samanta Zajonz arbeiten an ihren Projekten. | © Lisa Richter

Paderborn Nachwuchsforscher entwickeln umweltfreundliche Plastiktüte

Von der umweltfreundlichen Plastiktüte bis zur Roboterhand - Goerdeler-Schülerinnen wollen sich Samstag für den Landeswettbewerb qualifizieren

Lisa Richter

Paderborn. Die Teilnehmer des Wettbewerbs "Jugend forscht" denken an die Zukunft. Die drei Schülerinnen Julia Merschmann, Maja Hörstmann und Tammy Schade der neunten Klasse am Goerdeler Gymnasium haben eine biologisch abbaubare Plastiktüte entworfen. Das war jedoch ein langer Weg. Knapp vier Monate haben die Schülerinnen an dem Projekt gearbeitet und in dieser Zeit verschiedene Stärken ausprobiert, aus denen man eine solche Plastiktüte herstellen könnte. "Es ist schön, die Fortschritte in unserem Projekt zu beobachten", sagt Tammy. Letztendlich führte die Kartoffelstärke nach einigen Testdurchläufen zum Erfolg. Die löse sich mit einer Kalktablette bereits in fünf bis zehn Minuten wieder auf. Auch in Wasser und Erde sei dieser Prototyp löslich, das aber dauere länger, haben die Schülerinnen herausgefunden. Roboterhand entwickelt Eine komplette Plastiktüte haben die Mädchen zwar noch nicht hergestellt, sind sich aber sicher, dass dies mithilfe weiterer Mittel möglich ist. "Es ist einfach toll, dass wir selbst kleine Laborforscher sein können", begründet Julia die Teilnahme am Wettbewerb. Eine Roboterhand haben hingegen Jiyan Aslan und Samanta Zajonz entwickelt: Dabei ahmt eine Hand aus Styropor die Bewegungen einer echten Hand nach. "Dazu muss man seine Hand in einen Handschuh stecken, der dann die Bewegung mithilfe von Sensoren und Motoren auf die Roboterhand überträgt", erläutern die Goerdeler-Schülerinnen. Ein drittes Projekt im Wettbewerb stammt von Betül Feyza Dermann aus der elften Klasse. Sie hat ganz allein eine App entwickelt, mit der man Fotos einscannen und in ein 3D-Bild umwandeln kann. Die Schülerin nutzt diese App vor allem, um sich Abbildungen aus dem Biologie-Buch über komplizierte Enzymkomplexe zu veranschaulichen. Bei einer Umfrage hat Betül bereits herausgefunden, dass 48 von 50 befragten Schülerinnen und Schüler diese App hilfreich für den Unterricht finden. Hoffen auf gutes Abschneiden der Schülerinnen Einmal in der Woche treffen sich die Schülerinnen, um an ihren kreativen Projekten zu arbeiten. Lehrer Reinhard Michel leitet seine Jugend-Forscht-AG bereits seit fünf Jahren und hat in dieser Zeit mit seinen Teilnehmern schon zwei Mal den ersten Platz auf dem Regionalwettbewerb "Schüler experimentieren" erreicht. "Ich mag den Wettbewerb, weil auch ich mich mit vielen interessanten Fragestellungen außerhalb des Schulalltags auseinandersetzen kann und weil die Schülerinnen so engagiert sind", erläutert Reinhard Michel, der jetzt auf ein gutes Abschneiden seiner Schülerinnen beim Wettbewerb an diesem Wochenende hofft. Denn schon diesen Samstag präsentieren die Jugendlichen ihre Arbeiten im Heinz-Nixdorf-Museumsforum an selbst gestalteten Ständen. Alle Interessierten haben von 14 bis 17 Uhr die Möglichkeit, über die aktuellste Forschung zu staunen und sich insgesamt 30 Projekte aus den Fachgebieten Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik anzuschauen. Die Schülerinnen des Gördeler-Gymnasiums müssen sich gegen 45 weitere Teilnehmer vor einer Fachjury "durchsetzen, um sich für die Landeswettbewerbe zu qualifizieren - darunter sind auch acht weitere Teams aus Stadt und Kreis Paderborn unter anderem vom Pelizaeus-Gymnasium und von der Rudolf-Steiner-Schule in Schloß Hamborn. Ein Highlight wird nach der Preisverleihung der Gast Björn Otto sein. Der Silbermedaillengewinner im Stabhochsprung der Olympischen Spiele von London wird sich den Fragen der jungen Forscher stellen. Sowohl der Eintritt zur Ausstellung der Jungforscher als auch zur Siegerehrung ist frei. Wer die Preisverleihung besuchen möchte, sollte sich jedoch auf www.hnf.de anmelden.

realisiert durch evolver group