Mit dem Zuwendungsbescheid vor dem Ems-Informationszentrum: (v. l.) Eberhard Beckemeyer (Naturschutzbehörde), Imke Heidotting (Stadtmarketing Schloß Holte-Stukenbrock), Günter Weigel (Tourismusabteilung Kreis Lippe), Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl, Peter Rüther (Geschäftsführer Biologische Station Kreis Paderborn-Senne), Susanne Hoffjann (Fachbereichsleitung Planen-Bauen-Umwelt Gemeinde Augustdorf), Hövelhofs Bürgermeister Michael Berens und Nadine Fortmeier (Tourismuszentrale Paderborner Land). - © RAPHAEL ATHEN
Mit dem Zuwendungsbescheid vor dem Ems-Informationszentrum: (v. l.) Eberhard Beckemeyer (Naturschutzbehörde), Imke Heidotting (Stadtmarketing Schloß Holte-Stukenbrock), Günter Weigel (Tourismusabteilung Kreis Lippe), Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl, Peter Rüther (Geschäftsführer Biologische Station Kreis Paderborn-Senne), Susanne Hoffjann (Fachbereichsleitung Planen-Bauen-Umwelt Gemeinde Augustdorf), Hövelhofs Bürgermeister Michael Berens und Nadine Fortmeier (Tourismuszentrale Paderborner Land). | © RAPHAEL ATHEN

Hövelhof / Schloß Holte-Stukenbrock 70 Kilometer Rundwanderweg geplant

Die Senne für alle Sinne: Siegerprojekt in landesweitem Wettbewerb. Partner nehmen Förderbescheid über mehr als eine Million Euro von der Regierungspräsidentin entgegen

Raphael Athens

Hövelhof / Schloß Holte-Stukenbrock. In den kommenden drei Jahren soll in der Senne ein 70 Kilometer langer Rundwanderweg entstehen. Dafür übergab Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl gestern am Ems-Informationszentrum den Förderbescheid über gut eine Million Euro. Die Biologische Station Kreis Paderborn-Senne hatte sich bereits im Jahr 2015 am landesweiten Wettbewerb „Erlebnis.NRW" um Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) beteiligt. Unter dem Arbeitstitel „Senne für alles Sinne" ist das Konzept zum Truppenübungsplatz eines von 55 Siegerprojekten. Der geplante Rundwanderweg soll nicht nur klassische Wanderer anziehen. Ein Schwerpunkt des Projektes ist die Entwicklung von Angebote für aktivitäts- und mobilitätseingeschränkte und Einsteiger in das Wandern. Für diese Zielgruppen sind Wandertouren mit kurzen Wegstrecken und geringen Steigungen geplant. Als Betreuer für den Senne-Wanderweg sind der Eggegebirgsverein und der Teutoburger-Wald-Verband im Gespräch, weil beide entsprechende Erfahrungen einbringen können. In Zusammenarbeit mit den regionalen Touristikfachleuten soll die Senne-Landschaft mit ihren vielfältigen naturkundlichen und kulturellen Themen als außergewöhnliches Angebot für Besucher weiterentwickelt und ein naturverträglicher Tourismus gestärkt werden. Hövelhofs Bürgermeister Michael Berens verglich die Planungen mit denen für den Ems-Radweg. Vor acht Jahren war auch dieses Projekt mit EFRE-Mitteln gefördert. worden. Nun finde sich der Ems-Radweg unter den Top 10 der Radwege in Deutschland wieder. Die Senne verfüge über ein vielleicht noch größeres Potenzial. Radfahrer würden täglich zur Hövelsenner Kapelle kommen. Auch das hätte anfangs kaum jemand für möglich gehalten. Ganz sicher werde eine Senne-Rundwanderweg ein neuer Besuchermagnet. Peter Rüther, Geschäftsführer der Biologischen Station Kreis Paderborn–Senne und für die erfolgreiche Bewerbung hauptverantwortlich, bezeichnete den zukünftigen Senne-Wanderweg als das verbindende Element für viele schon bestehende und für einige neue Naturerlebnis-Angebote. Die Emsquellen, das Ems-Informationszentrum und der Ems-Erlebnispark würden sicher zentrale Anlaufstellen des neuen Wanderweges. Die neu einzurichtenden Naturerlebnis-Punkte sollen eine direkte Naturerfahrung ohne aufwändige bauliche Infrastruktur ermöglichen. Die Senne würde mit dem Rundwanderweg für Besucherinnen und Besucher in einer naturverträglichen Weise erlebbar gemacht. Die Städte und Gemeinden rund um den Truppenübungsplatz wären in die Planungen eingebunden und stünden voll hinter der Idee in größerem Abstand um den Truppenübungsplatz herum die vielfältige Natur in einem der wertvollsten Naturräume in Nordrhein-Westfalen, als einheitliche Region für Naturinteressierte und Aktivurlauber erfahrbar zu machen. In der Senne waren die kargen Böden seit dem Mittelalter verbessert worden, um den dort lebenenden Menschen ein wirtschaftliches Auskommen zu ermöglichen. Die bedeutendste Veränderung wurde die militärische Nutzung, die seit über 100 Jahren große auch viele Einschränkungen für Bevölkerung mit sich brachte. Familien wurden aus- und umgesiedelt, große Bereiche dürfen nicht betreten werden. Die Orte Haustenbeck und Hövelsenne existieren heute nur noch auf dem Papier.

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