Die Flugbetriebsflächen müssen neu asphaltiert werden: Für die Maßnahmen auf dem Vorfeld hat die Flughafen Paderborn/Lippstadt GmbH Investitionskosten in Höhe von 2,5 Millionen Euro kalkuliert. - © Marc Köppelmann
Die Flugbetriebsflächen müssen neu asphaltiert werden: Für die Maßnahmen auf dem Vorfeld hat die Flughafen Paderborn/Lippstadt GmbH Investitionskosten in Höhe von 2,5 Millionen Euro kalkuliert. | © Marc Köppelmann

Paderborn/Büren Flughafen Paderborn/Lippstadt muss noch mehr investieren

Kreisausschuss: 17,1 Millionen Euro sind fest eingeplant – weitere 7,7 Millionen zu einem späteren Zeitpunkt in Abhängigkeit von der Entwicklung der Passagierzahlen. Kritik an Flugbuchungen seitens der Wirtschaft

Karl Finke

Kreis Paderborn. Beim Unternehmertreffen vor dem Delbrücker Katharinenmarkt hatte sich Flughafen-Geschäftsführer Marc Cezanne mit dem Engagement der heimischen Wirtschaft für den Airport nicht wirklich zufrieden gezeigt. Im Kreisausschuss bewerteten die Fraktionen die Aussagen mehr oder weniger dramatisch und zeigten zum Teil Beratungsbedarf. Entscheiden mussten die Kreispolitiker nur über die Co-Finanzierung der im Aufsichtsrat der Flughafen GmbH für die Jahre 2018 bis 2022 vereinbarten Investitionen in Höhe von 17,1 Millionen Euro. Alle Gesellschafter sollen dazu 6,1 Millionen Euro beisteuern. Damit würden zunächst die für den Airport-Betrieb dringlichsten Maßnahmen abgedeckt. Der Kreis Paderborn als Mehrheitsgesellschafter (57,5 Prozent) muss in den vier Jahren eine Summe von 3,5 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Als erster Anteilseigner hatte bereits der Kreis Gütersloh (8 Prozent) seinen Beitrag in Höhe von 488.000 Euro beschlossen. In der Beratung im Ausschuss zielte Harald Grünau (Bündnis 90/Die Grünen) auf Darstellungen des Flughafen-Geschäftsführers in der vergangenen Woche. Eine Umfrage bei Unternehmen habe als Ergebnis, dass die Nutzung des Airports durch die Wirtschaft „zu wünschen übrig lasse", so Grünau: Dass die Flugverbindungen nach München und Frankfurt „nicht optimal angenommen" würden. „Paderborn/Lippstadt bleibe überwiegend ein Touristik-Flughafen", folgerte der Grüne Grünau. Er wünschte eine neuerliche Beteiligung der Industrie- und Handelskammer zum Thema und sah weiteren Beratungsbedarf in seiner Fraktion. Mitfinanzierung durch Unternehmen Dieser Einschätzung stimmte SPD-Fraktionschef Bernd Schäfer zu, sah die Mitfinanzierung aber nicht nur seitens der Kommune als unabweisbare Pflicht an. „Die Wirtschaft und IHK darf zu diesem Thema nicht immer nur den Mund spitzen", zielte der Sozialdemokrat indirekt auf eine mögliche Mitfinanzierung des Flughafens durch Unternehmen. Michael Hadaschick (FDP) sah für eine derartige Unterstützung den Kreis Paderborn in Bezug auf eine Stärkung der Linienflüge nach Frankfurt in einer möglichen Pflicht: „Eventuell könnten wir der Lufthansa Plätze abkaufen und sie der Wirtschaft geben." Für den Liberalen blieb „ein Unwohlsein mit Blick auf den fakultativen Bereich" weiterer Flughafen-Investitionen. Über zusätzlich kalkulierte 7,7 Millionen ebenfalls für den Zeitraum von 2018 bis 2022 für den Flughafenbetrieb sollen die Gesellschafter zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Bernhard Wissing hatte in Delbrück aus den Worten des Flughafen-Geschäftsführers Cezanne lediglich „Luft nach oben" bei den Frankfurt-Flügen herausgehört und sah nur diesen einen Weg: „Die Unternehmen müssen Flüge buchen – anderes hilft nicht weiter." Christdemokraten und FDP stimmten dem Investitionskostenzuschuss für den Airport zu.

realisiert durch evolver group