Stets die Wewelsburg im Blick: Gabi Stumpenhagen und Sohn Frank haben die beliebte Ausflugsgaststätte für immer geschlossen. - © Johannes Büttner
Stets die Wewelsburg im Blick: Gabi Stumpenhagen und Sohn Frank haben die beliebte Ausflugsgaststätte für immer geschlossen. | © Johannes Büttner

Büren Ausflugslokal "Alte Mühle" schließt

Mehr als 20 Jahre lang war der Wewelsburger Biergarten eine Attraktion

Johannes Büttner

Büren-Wewelsburg. Der Alme-Radweg ist um eine Attraktion ärmer geworden. Das Ausflugslokal "Alte Mühle" in Wewelsburg hat mit dem Saisonausklang seinen Biergarten endgültig geschlossen. Weitergeführt wird von der Inhaberin Gabi Stumpenhagen nur noch der kleinen Pensionsbetrieb. Über 20 Jahre lang war der Biergarten unterhalb der Wewelsburg ein beliebter Ausflugstreff für Radler und Wanderer gleichermaßen. Auch Vereine, Gruppen und natürlich viele Gäste der Burg, nutzten die Gelegenheit zur Einkehr in der Alten Mühle. "Es fällt mir unheimlich schwer den Biergarten zu schließen, aber ich bin jetzt 65 Jahre alt und möchte endlich auch etwas über meine Freizeit verfügen können", sagt Gabi Stumpenhagen. Als einen weiteren Grund nannte die gebürtige Wewelsburgerin das fehlenden Personal. "Wir sind nun mal ein Betrieb der stark wetterabhängig ist, da ist es unglaublich schwer, am einem sonnigen Sonntag gutes und zuverlässiges Servicepersonal zu bekommen". Zumeist habe sie daher die Arbeit mit ihren Sohn Frank alleine regeln müssen. Während Gabi Stumpenhagen sich um das Essen sorgte, kümmerte sich Sohn Frank (47) um die Getränke. "Da liefen wir manchmal im roten Bereich", so die Wirtin. Damit ihre Gäste nicht immer dem Wetter ausgeliefert sein sollten, hatten sich die Wirtsleute ein großes Biergartenzelt mit entsprechender Inneneinrichtung zugelegt. Zudem stellen sie bei Bedarf auch Räumlichkeiten in der Alten Mühle gerne zur Verfügung. "Wir haben viele Stammgäste die gerne zu uns gekommen sind, bei denen ist es mit besonders schwer gefallen sie über die Schließung zu informieren". Und da viele es einfach nicht wahr haben wollen, kommen täglich noch immer wieder Gäste. Doch auch sie müssen dann feststellen, dass im Biergarten nun Ruhetag für immer herrscht. Natürlich waren im Laufe der Zeit auch viele prominente Gäste in der Alten Mühle. Einer von ihnen war Karl-Heinz Rummenigge. Der Präsident des FC Bayern, der an diesem Tag zeitig am Flughafen war, nutzte die freie Zeit zu einem Abstecher ins Almetal. "Der hat nicht nur ein Autogramm gegeben, der hat sich sogar schriftlich für das leckere Holzfällersteak bedankt", erinnert sich Gabi Stumpenhagen noch gut an den prominenten Gast. Auch viele Mitglieder des Adels waren in der Alten Mühle zu Gast. "Mit der Familie des Freiherrn von und zu Brenken, die Eigentümer der Alten Mühle und der angrenzenden Ländereien sind, haben wir stets ein sehr gutes Verhältnis gehabt", versichert die Wirtin. Zwischen dem Haus Erpernburg und der Pächterin besteht auch ein langfristiges Pachtverhältnis. Auch aus diesem Grund möchte Gabi Stumpenhagen nicht nur weiter in der Mühle wohnen, sondern auch ihre kleine Pension weiterbetreiben. Drei Doppelzimmer sind es, die zur Verfügung stehen. Auch kleine Gruppen, bis zu zwanzig Personen, wird sie, nach vorheriger Anmeldung, als Gäste in der idyllisch gelegenen, ruhig und familiär geführten Alten Mühle weiter bewirtschaften. Alles wird selbst gebacken und gekocht, und der große Garten mit Bachlauf und freiem Blick auf der Wewelsburg vermitteln eine Wohlfühlatmosphäre mit Ruhe und Entspannung. Die Geschichte des Alten Biergartens in der Alten Mühle begann eigentlich damit, dass Gabi Stumpenhagen und ihr ehemaliger Mann Klaus einen idyllisch gelegenen Wohnraum suchten. Die aus dem 17. Jahrhundert stammende Mühle im Wewelsburger Almetal stand damals leer. Mit einer großen Energieleistung wurde der frühere Wohnbereich der Mühle, der als Silostandort umgebaut worden war, in Eigenleistung wieder in einenWohnbereich zurückgebaut. "Schon damals hatte ich die Idee, auch einen keinen Biergarten einzurichten", erinnert sich Gabi Stumpenhagen. Aus der Idee wurde Realität. Der kleine Kiosk in der Garage entwickelte sich peu-à-peu zu einem Ausflugslokal für bis zu 200 Personen.

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