Aktuell wird am Flughafen Paderborn-Lippstadt an neuen Reisezielen gearbeitet. - © Marc Köppelmann
Aktuell wird am Flughafen Paderborn-Lippstadt an neuen Reisezielen gearbeitet. | © Marc Köppelmann

Büren Drehkreuz: Welche neuen Ziele der Paderborner Flughafen anvisiert

Airport-Geschäftsführer Marc Cezanne ist glücklich über die neuen Frankfurt-Flüge und arbeitet parallel an weiteren Zielen. Auch das Mallorca-Geschäft soll ausgebaut werden

Jens Reddeker
Arbeitsplatz mit Blick aufs Vorfeld: Flughafen-Chef Marc Cezanne nutzt seinen Laptop auch im Büro. Ein wichtiges Arbeitsgerät ist das Telefon, um mit Airlines in Kontakt zu bleiben. - © Jens Reddeker
Arbeitsplatz mit Blick aufs Vorfeld: Flughafen-Chef Marc Cezanne nutzt seinen Laptop auch im Büro. Ein wichtiges Arbeitsgerät ist das Telefon, um mit Airlines in Kontakt zu bleiben. | © Jens Reddeker

Büren. Die gute Laune ist Marc Cezanne anzusehen: Der Flughafen-Geschäftsführer ist glücklich darüber, dass die Lufthansa ihre Flüge ab Paderborn-Lippstadt nach Frankfurt vom 9. April an verdoppelt - von sechs auf zwölf pro Woche. "Das ist eine große Sache für uns", sagt Cezanne gegenüber der Neuen Westfälischen. "Durch die zusätzlichen Frequenzen werden sich die Umsteigezeiten zu vielen Destinationen deutlich verkürzen." Auch über die jüngste Erfolgsmeldung hinaus arbeitet Cezanne vom Schreibtisch aus an vielen Baustellen für die Zukunft des heimischen Airports.

Lufthansa-Strecken

Der Ausbau der Frankfurt-Linie ist eine Bestätigung für Cezannes Näschen, dass ostwestfälische Wirtschaft und Deutschlands größte Airline auch in Paderborn voneinander profitieren können. "Als wir die Strecke nach Frankfurt eingeführt haben, gab es Bedenken, dass die Zahlen auf der München-Route schwächer würden. Doch genau das Gegenteil ist eingetreten", sagt der Flughafen-Chef. "Paderborn-München ist heute eine der profitabelsten innerdeutschen Strecken der Lufthansa", weiß der frühere Lufthansa-Mann Cezanne.

London, Zürich, Wien

Der Flughafen befindet sich in aussichtsreichen Gesprächen mit der Fluggesellschaft Adria Airways. Möglichst schon ab Sommer sollen von Paderborn aus Wien, Zürich und London angeflogen werden. Derzeit werden bei der slowenischen Airline, einem Partner der Lufthansa, die notwendigen Flugzeuge für die Paderborn-Routen beschafft. Für Cezanne ist der Deal besonders deshalb attraktiv, weil günstige Flüge angeboten würden und durch das sogenannte Codesharing mit Lufthansas Partnernetzwerk "Star Alliance" Kunden viele Möglichkeiten für Anschlussflüge hätten.

Mallorca

"Seit der Air-Berlin-Pleite fehlen 140 Flugzeuge auf dem Markt", sagt Cezanne. Mit dem Verkauf der Flieger an Easyjet und die Lufthansa-Gruppe stünden sie dem Tourismus nicht mehr zur Verfügung. Zwar hat Eurowings zuletzt das Mallorca-Angebot ab Paderborn aufgestockt, doch die aktuell 15 wöchentlichen Verbindungen, zehn davon durch Eurowings, reichen noch nicht, um die Nachfrage komplett abdecken zu können. Dazu bräuchte der Flughafen in Ahden noch sieben weitere Verbindungen. Unter anderem ist Cezanne mit der österreichischen Fluglinie Laudamotion in ständigem Austausch. Sie hat 15 Airbus-Flugzeuge der insolventen Airline Niki übernommen. Cezanne weiß, dass die Preise der Fluglinien auch nach Mallorca zum Teil gestiegen sind. Das sei eine Folge des knapperen Angebots an Flügen.

Russland

Bereits seit zwei Jahren laufen Gespräche, um Moskau als weitere Destination ab Paderborn anbieten zu können. "Eine russische Fluglinie hat großes Interesse, uns mehrmals pro Woche anzufliegen", sagt Cezanne. Doch dafür müssen erst politische Weichen gestellt werden. Ende des Monats ist er im Bundesverkehrsministerium zu Gast, wo entschieden werden muss, ob Russland mit Paderborn ein neuer sogenannter Einflugpunkt, es wäre der 14. in Deutschland, zugeteilt wird.

"Von russischer Seite ist Paderborn ganz oben priorisiert. Es wäre wichtig in unserer Zukunftsentwicklung", hegt Cezanne Optimismus, dass demnächst Vollzug gemeldet werden kann. Die russische Seite habe großes touristisches Interesse an der Region und der Airport sieht zusätzlich großes Potenzial in der großen Gruppe Deutscher mit russischer Abstammung.

Türkei

2016 und 2017 machten die stark sinkenden Passagierzahlen in die Türkei dem Flughafen große Sorgen. Diese Zeiten sind offenbar vorbei. "Das Türkei-Geschäft läuft richtig stark an", sagt Cezanne. "Zuletzt gab es keine Anschläge und offenbar stören sich die Menschen nicht mehr an Präsident Erdogan." Mitte Januar hatte der Airport bekannt gegeben, dass mit dem Urlaubsort Bodrum durch Tailwind Airlines ab August sogar einmal pro Woche ein neues Türkeiziel angeflogen wird.

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