Mittendrin: NW-Praktikantin Jennifer (19) wollte schon länger ihre erste Blutspende abgeben, die Aktion in Hüllhorst hat sie dafür genutzt. Dabei erklärten Ärzte und die Mitarbeiterinnen des Blutspendedienstes ganz genau wie die Blutentnahme abläuft und was dabei alles zu beachten ist. - © Angelina Kuhlmann
Mittendrin: NW-Praktikantin Jennifer (19) wollte schon länger ihre erste Blutspende abgeben, die Aktion in Hüllhorst hat sie dafür genutzt. Dabei erklärten Ärzte und die Mitarbeiterinnen des Blutspendedienstes ganz genau wie die Blutentnahme abläuft und was dabei alles zu beachten ist. | © Angelina Kuhlmann

Hüllhorst Stammzellspende: Über Hundert lassen sich parallel zum Blutspenden typisieren

Ein Kamerad der Löschgruppe Schnathorst hat Glück gehabt – ein Stammzellspender wurde gefunden. Um auch anderen zu helfen, organisierten Feuerwehr und DRK eine Registrierungsaktion parallel zum Blutspenden in der Gesamtschule

Angelina Kuhlmann
Jennifer Fiene

Hüllhorst. „Es ist schon ein Schock, wenn man so etwas erfährt", sagt Stephanie Selig. In Gedanken blickt sie auf den Moment zurück, in dem sie und die anderen Mitglieder der Löschgruppe Schnathorst erfahren haben, dass einer ihrer Kameraden Leukämie hat. „Für ihn wurde zum Glück ein Spender gefunden." Wir sitzen mit der jungen Frau von der Freiwilligen Feuerwehr im Eingangsbereich der Gesamtschule Hüllhorst. Weil es neben ihrem Kameraden noch viele Menschen gibt, die mit der Leukämie kämpfen, hat Stephanie Selig in Verbindung mit dem DRK-Blutspendetermin in Hüllhorst eine Typisierungsaktion organisiert. Kontaktiert hat sie dafür im Vorfeld Karin Gebhard von der Westdeutschen Spender Zentrale (WSZE). „Das war einfach. Ich habe angerufen und schon hatten wir die Zusage", erinnert sie sich. NW-Mitarbeiterin Jennifer macht mit Karin Gebhard ist nun vor Ort, um parallel zum Blutspenden, Menschen als potenzielle Stammzell- und Knochenmarkspender zu registrieren. Auf die gespeicherten möglichen Spender kann im Fall einer Leukämieerkrankung zugegriffen werden und nach einem passenden Spender gesucht werden. „Wir haben auf Facebook Werbung gemacht und auch im Radio wurde es heute den ganzen Tag angekündigt", sagt die Feuerwehrfrau und hofft auf eine große Resonanz. Auch NW-Mitarbeiterin Jennifer Fiene (19) hat sich entschlossen zu helfen: Sie will sich sowohl typisieren lassen, als auch Blut spenden. In beiden Fällen gilt sie als Erstspender. Das Motto des Typisierens lautet: „Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein". „Und genauso einfach ist es auch", sagt Jennifer. Karin Gebhard von der WSZE erklärt den Ablauf ganz genau. Nachdem Ausfüllen einiger Formulare bekommt Jennifer ein Tütchen in dem sich das Entnahmeset zur Typisierung befindet. Tüte öffnen, mit dem Präparat über die Mundschleimhaut streichen und Entnahmeset verschließen – das war’s. „Innerhalb von fünf Minuten ist man registriert und kann damit vielleicht ein Leben retten", zieht Jennifer ein erstes Fazit. Blutwert muss bei 12,5 liegen Danach geht es für sie gleich weiter zum Blutspenden. Nach einem Einführungsgespräch mit Stephan Kottmann vom DRK, geht es zum Arztgespräch. Dieser überprüft, was für Medikamente man eingenommen hat, welche Krankheiten in der Familie vorliegen und vieles mehr. Natürlich wird auch der Blutdruck gemessen und nach dem allgemeinen Befinden gefragt. In einem anderen Raum geht es ans Blutspenden. Aus dem Mittelfinger wird ein Tropfen Blut entnommen, um den Hämoglobin-Wert zu bestimmen. Der muss mindestens bei 12,5 liegen. Nachdem Jennifer auf einer der Liegen Platz genommen hat, beginnt die Entnahme. Im Idealfall sollen es 500 Milliliter sein. Ein bisschen mulmig ist ihr schon: „Es ist ein komisches Gefühl zu spüren, wie das Blut aus einem herausfließt. Nach einer Weile wurde mir recht schwindelig und ich musste die Spende abbrechen. Danach wurden meine Beine hochgelegt und nach fünf Minuten war das Schwindelgefühl wieder weg." Alles wieder okay, sagt auch die Mitarbeiterin vom Blutspendedienst. „In Begleitung eines Arztes wurde ich dann in den Ruheraum gebracht", sagt Jenni. Dort sollte jeder noch mal ungefähr 15 Minuten verbringen. „Man merkt, dass man nach der Spende ein wenig schwächelt." Um Abhilfe zu schaffen, steht eine Stärkung auf dem Programm: Belegte Brote, Brötchen, Kaffee, Kuchen und Bockwurst stehen in der Aula bereit. Erfolgreiche Typisierungs-Aktion Für Stephanie Selig und ihre Mitstreiter ist die Aktion ein Erfolg: Über 100 Leute haben sich für eine mögliche Stammzell- oder Knochenmarkspende in Hüllhorst typisieren lassen. „Und das DRK hat sich sehr über 19 Erstspender beim Blutspenden gefreut. Sonst sind es im Schnitt zwei." Mit dem erkrankten Kameraden hat sie schon gesprochen: „Der freut sich. Er hat momentan noch vier Mitpatienten, die auf einen Spender warten."

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