Weiter geht es: Jürgen Kreimeier (v. l.), Frank Rohs und Detlev Priehs stellen auch die Pläne für den nächsten Bauabschnitt am "Feeshof" vor. - © Foto: Angelina Kuhlmann||
Weiter geht es: Jürgen Kreimeier (v. l.), Frank Rohs und Detlev Priehs stellen auch die Pläne für den nächsten Bauabschnitt am "Feeshof" vor. | © Foto: Angelina Kuhlmann||

Hüllhorst-Schnathorst. Volksbank Schnathorst trotz Herausforderungen mit guten Zahlen

Bilanz: Andere Banken schließen Standorte, die Volksbank Schnathorst setzt weiter auf Kundennähe. Das Zinsniveau "liegt am Boden" und die Planung von "Hüllhorst-Mitte" geht weiter

Angelina Kuhlmann
Jennifer Fiene

Hüllhorst-Schnathorst. Dass das Zinsniveau weiter niedrig ist, ist eine Tatsachen, die auch die drei Bankvorstände der Volksbank Schnathorst tagtäglich beschäftigt. "Wir wachsen zwar in Deutschland stark, aber der Zins liegt am Boden", sagt Jürgen Kreimeier, der zusammen mit den beiden anderen Vorstandsmitgliedern Detlev Priehs und Frank Rohs die Bilanz des vergangenen Jahres vorstellt. 2017 sei ein herausforderndes Jahr gewesen, denn die "Kombination aus Niedrigzins und wachsender Bürokratie" habe auch die Kreditgenossenschaft aus Schnathorst vor Herausforderungen gestellt. Schlecht sieht es für die Bank sonst jedoch nicht aus: Für das Geschäftsjahr 2017 verzeichnet sie ein Plus von 207,2 Millionen Euro bei den Kundeneinlagen, was einer Steigerung von 9,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auch die Bilanzsumme ist gewachsen und liegt mit einem Zuwachs von 9,3 Prozent bei 266 Millionen Euro. Bei den Kundenkrediten kann ebenfalls eine Steigerung von 6,7 Prozent (auf 190,6 Millionen Euro) verzeichnet werden. Des Weiteren verfüge die Bank über "ganz stabiles Eigenkapital", so Kreimeier. Mitgliederzahl leicht gestiegen Auf die Frage, warum die Mitgliederzahl nur relativ gering von 6.983 (2016) auf 6.985 (2017) angestiegen ist, antwortete Kreimeier, "dass alle paar Jahre die Mitgliederlisten durchgegangen werden". Dann werde gefragt, ob Kunden, die vielleicht verzogen sind, wieder an "mehr Geschäften" interessiert sind. Wenn ein Mitglied kein Interesse mehr habe, einige man sich auf eine Kündigung. Das sei 2017 der Fall gewesen. Trotzdem habe es einen Mitgliederzuwachs gegeben (213) und man hoffe bald die 7.000 Mitgliedermarke zu erreichen. In Bezug auf den Niedrigzins lege man noch bei null Prozent. "Wir versuchen, unsere Kunden verantwortlich zu begleiten. Dass sie ihr Geld zum Beispiel nicht nur auf dem Girokonto liegenlassen, sondern es in Wertpapiere anlegen." Wer mit der Volksbank unterwegs sei, der genieße Inflationsschutz. Eine Einschätzung zur weiteren Entwicklung könne man allerdings nicht geben, sagt Frank Rohs. "Es gibt da viele Meinungen. Viele sind der Meinung, dass der Zins zum Jahresende wieder steigt. Ob das eintritt, wissen wir nicht." Die Bank will darüber hinaus ihrem Konzept treu bleiben: "Selbstständigkeit und Kundenkontakt sind uns wichtig", sagt Detlev Priehs. "Geschäfte werden immer noch direkt in der Geschäftsstelle gemacht." Schließungen seien nicht geplant. Online-Banking werde trotzdem immer beliebter. "60 Prozent unserer Kunden nutzen unser Onlineangebot", gibt Rohs an. Die Nutzung der Volksbank-App auf Tablet und Smartphone nehme erheblich zu. Zweiter Bauabschnitt im "Feeshof" Was die Erschließung und Bebauung der Grundstücke der Bank im Baugebiet "Feeshof" angehe, gehe man in den zweiten Bauabschnitt. Im ersten Bauabschnittsgebiet gibt es noch drei Bauplätze, die zum Verkauf stehen, im zweiten sind es noch 16 Plätze. Auch beim Projekt "Hüllhorst-Mitte" (die NW berichtete) gehe es voran. Die Flächen südlich der Geschäftsstelle in Hüllhorst sollen in einem gemeinsamen Projekt mit der Kirchengemeinde neu gestaltet werden. In einem ersten Planungsentwurf ist festgehalten, dass die Parkplatzsituation auf dem Dorfplatz verbessert und ein mehrgeschossiges Gebäude errichtet werden soll. Dort könne man Wohnraum schaffen und Räumlichkeiten vermieten. Im Hinblick auf den Ärztemangel, würde sich die Bank am meisten über den Einzug einer Arztpraxis freuen. Frank Rohs weist aber daraufhin, dass der Entwurf nun durch verschiedene Gremien gehen müsse. Das daure wahrscheinlich ein Jahr.

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