Junger Unterstützer: Moritz Oldenburg (13) ist von Hannover nach Bad Oeynhausen auf seinem Fahrrad die Radtour pro Organspende mitgefahren. Sein Onkel wartet auf eine Niere. FOTOS: JOHANNES WÖPKEMEIER - © Johannes Wöpkemeier
Junger Unterstützer: Moritz Oldenburg (13) ist von Hannover nach Bad Oeynhausen auf seinem Fahrrad die Radtour pro Organspende mitgefahren. Sein Onkel wartet auf eine Niere. FOTOS: JOHANNES WÖPKEMEIER | © Johannes Wöpkemeier

Bad Oeynhausen Patienten werben auf Radtour für Organspende

400 Kilometer lange Tour von Berlin in die Kurstadt

Johannes Wöpkemeier

Bad Oeynhausen. Sie haben schon ein neues Spenderorgan erhalten – die Radfahrer, die am Samstag ihre 400 Kilometer lange Tour in Bad Oeynhausen beenden. Im Herz- und Diabeteszentrum werden sie von Theo empfangen. Der Sechsjährige wartet seit einem Jahr auf ein neues Herz. Eine im wahrsten Sinne herzzerreißende Szene. Die dennoch Mut macht. Seit 2007 findet die Radtour pro Organspende einmal jährlich statt. Acht Tage lang radelten die 26 Männer und Frauen des Vereins TransDia-Sport Deutschland die knapp 400 Kilometer lange Strecke von Berlin über Potsdam, Genthin, Magdeburg, Helmstedt, Salzgitter, Hannover und Rinteln bis nach Bad Oeynhausen. Ziel ist es, auf den Organmangel in Deutschland aufmerksam zu machen. Viele der zum größten Teil selbst Betroffenen und transplantierten Fahrradfahrer wollten sich jedoch auch bei den Mitarbeitern der Entnahmekrankenhäuser für ihre erfolgreiche Arbeit bedanken. „Ohne deren Engagement kommt letztlich keine Organspende zustande“, betont Mitorganisator Peter Kreilkamp. Das kann Stephan Müller nur bestätigen. Vor einem Jahr bekam der begeisterte Radfahrer eine neue Niere. 12 Jahre hat er auf das Spenderorgan gewartet. „Das war eine harte Zeit“. Umso mehr freut er sich, dass seine Lebensqualität nach der Operation wieder gestiegen ist. „Ich mache sehr viel Sport und fühle mich fit“, sagt Müller. Fit hält sich auch Jörg Rockenbach. Allerdings wartet der Industriemechaniker aus Leverkusen seit 13 Jahren auf eine neue Niere. Von der Radtour zeigt er sich begeistert. „Die Energie in der Gruppe ist überwältigend“, sagt der 44-Jährige. Weder auf ein Herz noch eine Niere wartet Vitali Klassen. Der Mitarbeiter des Sponsors Ambrosia FM Consulting & Services hat sich trotzdem für die Tour auf seinen Drahtesel geschwungen. Der 31-Jährige beschäftigt sich zwangsläufig mit dem Thema Organspende. „Ich fahre Motorrad“, sagt Klassen. Einen Organspendeausweis hat er auch schon. Vitali Klassen: „Der kann Leben retten“. Das findet Deniz Kececioglu gut. Der Chefarzt des Kinderherzzentrums betreut täglich Herzpatienten. Derzeit warten 187 Patienten im Herzzentrum auf eine Herz-, eine Herzlungen- oder eine Lungentransplantation. „25 Patienten stehen davon auf der höchsten Dringlichkeitsstufe“, weiß Deniz Kececioglu. Doch Organspende kann nicht nur Leben retten und verlängern. Jens Rikus ist Radfahrer mit Leib und Seele. 2005 wuchs ihm ein Tumor durch sein Herz. Fünf Wochen wartete er auf ein Spenderherz, dann operierten ihn Ärzte in München. Seitdem macht der 43Jährige regelmäßig Sport. „Ich fühle mich wieder fit“, sagt Rikus. Anfang letzten Jahres wurde er Vater. Für den Rechtsanwalt ein tolles Geschenk. Rikus: Durch Organspende kann auch neues Leben geschenkt werden“.

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