Tolle Stimmung: Gut gelaunt und friedlich gestimmt feierten die Gäste mit den Reggae-Größen. - © Josef Köhne
Tolle Stimmung: Gut gelaunt und friedlich gestimmt feierten die Gäste mit den Reggae-Größen. | © Josef Köhne

Steinheim Tolle Reggae-Party im Hanf-Feld

Musik: Rund 1.500 friedliche Gäste feiern bis weit nach Mitternacht. Patienten und Konsumenten fordern die Legalisierung von Cannabis

Josef Köhne

Steinheim. Erstklassigen Reggae mit namhaften Künstlern erlebten die rund 1.500 Partygäste, die der Einladung von „Junge Kultur Steinheim" und „Hanf-Zeit" zum Reggae-Open-Air-Festival im Hanffeld gefolgt waren. Zu den Bühnenstars, die das Abend- und Nachtprogramm gestalteten, gehörten unter anderem Uwe Banton & The Toughcutt Band, Zoe & The Uprising und Yah Meek & The Uprising und Fitta Warri. Mit ihrer aus dem Jamaikanischen stammenden Popmusik unterhielten und begeisterten die Sänger sowie die mit Drumset, E-Bass, E-Gitarre, Keyboard, Blechbläsern und Perkussion besetzen Bands das fröhlich feiernde Publikum bis spät in die Nacht hinein. Junge und Junggebliebene bewegten sich zur Musik, hockten gut gelaunt auf Bänken und Decken oder machten es sich in dem auf dem Boden ausgestreuten Stroh gemütlich. Als Durstlöscher wurden Hanfbier, Zero-Bock (Entschleunigungsdrink aus Hanf und Hopfenblüten) sowie Hanflimonade angeboten. Beachtlich war das Angebot an hanfhaltigen Lebensmitteln und Kosmetika. Beinahe genauso spannend wie die Reggae-Nacht im Hanf-Feld waren die Informationen, die es am Nachmittag zum Thema Hanf gab. Nachdem bereits der stellvertretende Bürgermeister Gerhard Jarosch in seiner Begrüßungsrede die Vorteile der schon vor 12.000 Jahren in Persien und China angebauten Hanfpflanze hervorgehoben und auf deren positive medizinische Wirkung hingewiesen hatte, forderten in einer sich anschließenden Diskussionsrunde Apotheker und chronisch kranke Patienten die Freigabe von Cannabis. Bei chronischen Schmerzen oder Krebs könne Cannabis das Leben nicht nur erleichtern, sondern sogar das Überleben ermöglichen, war eines der Argumente aus der Runde. Auch die ständige Einnahme von Tabletten schade die Organe und könne zum Tod führen oder die Patienten in den Suizid treiben. Unmissverständlich sprach sich der aus den Medien bekannte Berliner Jugendrichter Andreas Müller für die Legalisierung von Cannabis aus. „Seit 42 Jahren kämpfe ich dafür und ich kann nicht erkennen, dass Cannabis eine gefährlichere Einstiegsdroge sein soll als Alkohol", sagte Müller unter dem Beifall der Zuschauer. Er selbst habe als Jugendrichter immer wieder Fälle verhandelt, in denen es zu Gewalttaten nach Alkoholkonsum gekommen sei. „Ich habe nicht einen einzigen Fall gehabt, bei dem jemand nach Cannabiskonsum gewalttätig geworden ist."

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