Am Bustedter Weg: Die Firma Wellmann in Enger gehört zur Alno AG in Pfullendorf. Auch der Mutterkonzern hat Insolvenz anmelden müssen. - © Andreas Sundermeier
Am Bustedter Weg: Die Firma Wellmann in Enger gehört zur Alno AG in Pfullendorf. Auch der Mutterkonzern hat Insolvenz anmelden müssen. | © Andreas Sundermeier

Enger Insolvenz: Küchenhersteller Wellmann stellt in Enger 400 Mitarbeiter frei

Insolvenzverfahren: An die 400 Beschäftigte des Engeraner Küchenmöbelbauers sind von der Entwicklung betroffen. Suche nach Investoren läuft nach Angaben des Insolvenzverwalters aber weiter

Mareike Patock

Enger. Schlechte Nachrichten für die Mitarbeiter des angeschlagenen Küchenmöbelbauers Wellmann in Enger: Bis auf ein Team, das die Insolvenz abwickeln soll, werden von Freitag an alle Beschäftigten freigestellt. Das ließ Insolvenzverwalter Martin Hörmann am Donnerstag mitteilen. Von der Freistellung betroffen sind nach Angaben von Frank Branka, Gewerkschaftssekretär der IG Metall in Herford, an die 400 Mitarbeiter. Gestern Mittag hatte der Insolvenzverwalter die Beschäftigten bei einer Mitarbeiterversammlung in Enger über die aktuelle Entwicklung informiert. Grund für die Freistellung ist seinen Angaben zufolge die „Liquiditätssituation" von Wellmann. „Der Arbeitgeber kann die Mitarbeiter nicht mehr bezahlen", erläuterte Gewerkschaftssekretär Branka auf Anfrage der NW. Die Firma Wellmann gehört zur Alno AG in Pfullendorf. Wie berichtet, hatte der Mutterkonzern im Juli einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Solche Anträge waren auch für die Tochtergesellschaften Wellmann in Enger, pino Küchen in Coswig und die Alno Logistik & Service GmbH eingereicht worden. Am 1. Oktober war das Insolvenzverfahren auch für Wellmann eröffnet worden. Gang zur Agentur für Arbeit Während die Firma pino mittlerweile an eine Investorengruppe unter Beteiligung von Nobilia verkauft wurde (die NW berichtete), läuft die Suche nach Investoren für Alno und Wellmann weiter. „Ungeachtet der Freistellungen bei Wellmann werden die Investorengespräche fortgesetzt", teilte Hörmann gestern mit. Die rund 400 von der Freistellung betroffenen Mitarbeiter müssen jetzt den Gang zur Agentur für Arbeit antreten, die laut Branka dann für ihre Bezahlung sorgt. Eine Entlassung sei die Freistellung noch nicht, betonte der Gewerkschaftssekretär. Vor diesem Schritt müsse zunächst mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan verhandelt werden. Sozialplan angestrebt Wie Insolvenzverwalter Martin Hörmann mitteilen ließ, werden er und sein Team jetzt „kurzfristig" Gespräche mit dem Betriebsrat aufnehmen, um einen Interessenausgleich und einen Sozialplan für die Mitarbeiter zu erreichen. „Ziel ist es, die Verhandlungen noch im Oktober zum Abschluss zu bringen." Frank Branka war gestern bei der Mitarbeiterversammlung vor Ort bei Wellmann dabei. „Das ist eine traurige Entwicklung und ein Schlag ins Kontor." Die Stimmung unter den Mitarbeitern sei „gedrückt". Viele der Beschäftigten würden schon lange bei Wellmann arbeiten. „Das ist eine Katastrophe für sie." Die aktuelle Situation hätten die Mitarbeiter nicht verschuldet. „Und es liegt auch nicht am Produkt – sondern an dem Missmanagement über Jahre hinweg", betonte Branka.

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