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Enger Widukindchor meistert großes Konzert vor großem Publikum

360 Zuhörer hören das "Alexanderfest" von Georg Friedrich Händel und Stücke von John Rutter

Alexandra Wilke

„Wir wünschen Ihnen mindestens so viel Gänsehaut, wie wir sie heute bereits bei der Generalprobe hatten“, sagte die Vorsitzende des Widukind-Chores Christine Settnik vor dem großen Auftritt. Und sie sollte dem Publikum damit nicht zu viel versprechen. Denn der Widukind-Chor stellte sein großes klangliches Spektrum eindrucksvoll unter Beweis. Mit den exzellenten Musikern des Telemann-Collegiums Herford, dem Münsteraner Tenor Stephan Hinssen und der Engeraner Unterstützung von Karl-Heinz Hagencord, Ruben Ramirez und Kantorin Johanna Seitz waren gut 100 Beteiligte ‚auf der Bühne‘ der Stiftskirche versammelt, die sich gemeinsam an Stücke von Georg Friedrich Händel und John Rutter heranwagten. Die Kirche selbst war mit gut 360 Besuchern, die sich diese Verbindung von beeindruckendem Bild und einnehmendem Klang zu Recht nicht entgehen lassen wollten, bis auf den letzten Platz besetzt. „Der Chor betritt hier ungewohntes Terrain“, erklärte Konzertleiter Hans-Martin Kiefer Bezug nehmend auf Georg Friedrich Händels 1736 komponiertes Alexanderfest. An dieses Werk wagen sich in Deutschland – zumal in deutscher Sprache – nicht viele Chöre heran. Da der Widukind-Chor sich jedoch ein großes Projekt gewünscht habe und die Aufführung des Alexanderfestes zudem ein Herzenswunsch von Hans-Martin Kiefer gewesen sei, haben sie diese Herausforderung gemeinsam angenommen. „Das Alexanderfest ist ein ganzes Oratorium und dementsprechend allein abendfüllend. Wir haben uns deshalb dafür entschieden, nur den ersten Teil aufzuführen“, erläuterte Kiefer. Dafür hat der Widukind-Chor noch Händels Wassermusik, ‚Let the bright Seraphim‘, ‚Zadok the Priest‘ sowie drei Schöpfungshymnen von John Rutter mit in das Programm aufgenommen. Diese vielen verschiedenen Stücke an einem Abend zusammenzubringen, bedeutete ein erhebliches Maß an organisatorischer Arbeit im Vorfeld. „Das Notenmaterial habe ich teilweise aus Berlin ausgeliehen, teilweise im Internet gefunden oder eben auch selbst geschrieben“, sagte Kiefer. Beeindruckend war nicht nur dieser Organisationsaufwand, sondern auch die Tatsache, dass der Chor die Sopranstimmen aus den eigenen Reihen mit Susanne Fröhlke, Carina Andersohn, Brigitte Diekmann und Frauke Altvater hervorragend besetzen konnte. Und auch die Feinabstimmung zwischen Solisten, Instrumentalisten und dem Chor lief dank Konzertleiter Hans-Martin Kiefer reibungslos, obwohl alle in dieser großen Besetzung das erste Mal erst am Samstagvormittag geprobt hatten. Perfekt abgerundet wurde dieser Gesamteindruck von der bunt angestrahlten Stiftskirche, die den passenden Rahmen für das Konzert schuf. Ausgezahlt hat sich das große Engagement, das Sängerinnen und Sänger in diese Veranstaltung investiert haben. Seit Anfang des Jahres haben sie für das Konzert geprobt. Die gut 360 Zuhörer bedankten sich mit Applaus und Standing Ovations. „Das war das schönste Konzert, das ich jemals von dem Widukind-Chor gehört habe“, sagte Ehrenchorleiter Manfred Altvater begeistert. „Es ist einfach erstaunlich, dass die Sopranistinnen keine professionell ausgebildeten Sängerinnen sind. Das ganze Konzert war eine außergewöhnliche Leistung.“

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