Ehrengast: Der Generalkonsul der Russischen Föderation, Vladimir Sedykh, trägt sich auf Bitte von Bürgermeister Hubert Erichlandwehr (l.) ins Goldene Buch der Stadt ein. - © Sigurd Gringel
Ehrengast: Der Generalkonsul der Russischen Föderation, Vladimir Sedykh, trägt sich auf Bitte von Bürgermeister Hubert Erichlandwehr (l.) ins Goldene Buch der Stadt ein. | © Sigurd Gringel

Schloß Holte-Stukenbrock Wirtschaft begrüßt Stalag-Gedenkstättenprojekt

Dokumentationsstätte: Topmanager sagt dem Förderverein und der Lenkungsgruppe volle Unterstützung zu.

Sigurd Gringel

Schloß Holte-Stukenbrock. Diese Zusage nahm der Vorsitzende des Fördervereins „Stalag 326", Manfred Büngener, mit einem zufriedenen Lächeln zur Kenntnis. Topmanager Klaus Mangold sagte im Rathaus dem Gedenkstättenprojekt vor Mitgliedern der Lenkungsgruppe und russischen Diplomaten volle Unterstützung zu: „Sagen Sie, was Sie brauchen." Sobald die Pläne, die Gedenkstätte in Stukenbrock-Senne zu einer Einrichtung von nationaler Bedeutung aufzuwerten, konkret werden, könne sich das Netzwerk mächtiger Wirtschaftsfunktionäre, zu denen der ehemalige Daimler-Vorstand selbst gehört, einbringen. Nicht nur mit Geld, auch mit Einfluss, beispielsweise beim Bundespräsidenten. „Das ist genau das, was wir brauchen", sagte Manfred Büngener anschließend. Büngener hofft, dass mit weiteren Mitarbeitern Tausende von unbearbeiteten Dokumenten gesichtet werden können. Das ist aber nur ein Aspekt. Hausaufgaben erledigen Wenn die Gedenkstätte eine nationale Bedeutung erhalten will, muss die Lenkungsgruppe, wie mehrfach berichtet, ein museales, wissenschaftliches und pädagogisches Konzept ausarbeiten, das deutlich über die bisherige Arbeit des Vereins hinausgeht. Nur dann würden Fördergelder gewährt. Das sagte Lenkungsmitglied André Kuper. Er brachte die Gäste aus Wirtschaft, Politik und Diplomatie im Rathaus auf den aktuellen Stand der Beratung. Am Morgen feierten sie den Auftakt der IHK-Begegnungswoche „Ostwestfalen meets Russia" in Bielefeld, nach dem Treffen im Rathaus ging es noch zum Ehrenfriedhof und zur Gedenkstätte. Freier Zugang für Besucher Kuper blickte auch in die Zukunft. So stehe eine Gedenkstättenförderung des Bundes in Aussicht, wenn die „Hausaufgaben vor Ort erledigt" seien. Dazu zählen insbesondere weitere Räume für die Gedenkstätte in den denkmalgeschützten Gebäuden, die zur Zeit hauptsächlich die Polizei nutzt. Zudem ein freier Zugang für Besucher und eine deutliche Trennung von Gedenkstätte und Polizei. Derzeit gebe es Gespräche mit der Polizeileitung, die zuversichtlich stimmten. Als Ausgleich könne die Polizei den Grund zurückbekommen, auf dem die Zeltstadt stand. Jetzt ist es eine Reservefläche, falls neue Unterkünfte gebraucht werden. Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl, selbst anwesend, müsse nur einen Ersatz für die Reservefläche in OWL finden. Sie nickte zustimmend. André Kuper sprach zudem den geplanten Gedächtnispfad an und regte an, den Ehrenfriedhof „ohne großen Aufwand" für Besucher aufzuwerten. Der Generalkonsul der Russischen Föderation, Vladimir Sedykh, trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

realisiert durch evolver group