Packt an: Kirmes-Chef August Schneider beim Polieren der Dekoration seines eigenen Auto-Scooters. - © Andreas Fruecht
Packt an: Kirmes-Chef August Schneider beim Polieren der Dekoration seines eigenen Auto-Scooters. | © Andreas Fruecht

Gütersloh Was bei der Pfingstkirmes in diesem Jahr anders ist

Mehr als 100 Beschicker müssen auf der halben Fläche untergebracht werden. Das stellt Veranstalter August Schneider vor gänzlich neue Herausforderungen

Benedikt Schülter

Gütersloh. Morgen geht sie los. Die Gütersloher Pfingstkirmes auf dem Marktplatz. Doch diesmal ist einiges anders. Durch den Neubau der Rettungs- und Feuerwache ist das Kirmesgelände auf knapp die Hälfte zusammengeschrumpft. Laut dem Lippstädter Kirmesveranstalter August Schneider werden die Gäste das, zumindest beim Angebot der Attraktionen, nicht bemerken. Etwa 100 Beschicker haben sich angekündigt. Trotzdem: "Ich musste die Kirmes natürlich völlig neu organisieren", sagt Schneider. Kein Platz für die Wagen der Kirmesbeschicker Viele Buden und Fahrgeschäfte, wie beispielsweise der Musikexpress, der Autoscooter und "Big Monster", die über Jahre immer am gleichen Platz standen, mussten woandershin ausweichen. Natürlich gäbe es auch hin und wieder Betreiber, die sich über ihren neuen Standort bei ihm beschweren würden, sagt Schneider. Doch diese Bedenken könne er in der Regel ausräumen. Er glaube auch, "dass die Zeit alle Wunden heile. " "Wir waren mit dem Umsatz in Gütersloh bisher immer zufrieden. Das wird sich auch in diesem Jahr hoffentlich nicht ändern", sagt er. Wichtig sei in jedem Fall, dass es weiterhin einen Platz für das Riesenrad und die Achterbahn geben würde. Probleme hatte es im Vorfeld aber an anderer Stelle gegeben. So war zunächst kein Platz für die Wohnwagen der Kirmesbeschicker direkt auf dem Marktplatz vorgesehen. Die Stadt hatte den Betreibern das Angebot gemacht, die Wagen auf dem Flugplatzgelände abzustellen. Das sei aber, laut Schneider, viel zu weit gewesen. Schließlich müssten sich viele Kirmesleute um ihren Nachwuchs kümmern. Die Lösung: Schneider ließ seine Kontakte spielen. Wurstfabrikant Clemens Tönnies gab dem Kirmes-Chef höchstpersönlich sein Okay, den 800 Quadratmeter großen Parkplatz der Firma Marten an der Töllerstraße benutzen zu dürfen. Und das auch noch kostenlos. "Das ist eine sehr feine Geste. Aber es wäre natürlich um so schöner, wenn ich diesen Platz kaufen könnte", sagt Schneider. Das Parkplatzproblem war nicht das einzige, mit dem sich der 79-Jährige im Vorfeld beschäftigen musste. So musste er Ersatz für die öffentlichen Toiletten schaffen, die im vergangenen Jahr abgerissen worden waren. Deshalb habe er drei Toilettenwagen gemietet, sagt Schneider. Bauchschmerzen bereitet dem Kirmesbetreiber aber auch, dass das Gebäude der zukünftigen Feuerwache schon jetzt den Blick auf das gesamte Kirmesgelände verdeckt. Von der Friedrich-Ebert-Straße aus wird man auch in Zukunft nur noch die hohen Attraktionen der Kirmes bestaunen können. Außerdem hadert Schneider mit der Baustelle an sich. Die sei ein unschöner Anblick für die Besucher der Kirmes, so Schneider. Doch der erfahrene Mann will auch diesem Problem ganz pragmatisch entgegentreten. Deshalb sollen die Bauzäune mit einer Dekowand verhängt werden. "Das attraktive Erscheinungsbild ist sehr wichtig", sagt der Organisator.

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