Größtes Solarkraftwerk der Welt in Marokko - © AFP
Größtes Solarkraftwerk der Welt in Marokko | © AFP

Bielefeld Bielefelder Technik für riesiges Sonnenwärmekraftwerk in Marokko

Unternehmen: "Heat 11" liefert Erhitzer für die weltgrößte Sonnenergieanlage

Sebastian Kaiser

Bielefeld. Am Rand der Sahara wird in Marokko derzeit einer der größten Solarkraftwerkskomplexe der Welt gebaut. Teile der Anlage liefert das Bielefelder Unternehmen "heat 11", Spezialist für Wärmeübertragungsanlagen und Prozesswärme. Die Bielefelder haben den Auftrag zur Lieferung eines Erhitzers für das Kraftwerk Noor II erhalten. Der Noor-Komplex soll elektrische Energie für für rund 1,3 Millionen Menschen erzeugen. Das 1,8-Milliarden-Euro-projekt wird von einem Konsortium finanziert, an dem im Auftrag der Ministerien für wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie für Umwelt auch die deutsche KfW-Bank beteiligt ist. Es wird aus vier Anlagen bestehen: zwei Parabolrinnen-Kraftwerken, einem Solarturm sowie einer gewaltigen Photovoltaikanlage. Die erste Parabolrinneanlage ist bereits in Betrieb, Noor II ist seit 2015 im Bau. Bei beiden Kraftwerken wird die Sonnenstrahlung durch Parabolspiegel auf ein Absorber-Rohr gelenkt, in dem Thermoöl zirkuliert. "Das erhitzte Öl fließt zu einem Wärmeaustauscher. Dort entsteht Wasserdampf, mit dem dann wie in einem konventionellen Kraftwerk über eine Turbine Strom erzeugt wird", erläutert Stephan Kraus, Mitglied der heat-11-Geschäftsführung. Für das Kraftwerk liefern die Bielefelder einen ölbefeuerten Erhitzer, der dafür sorgt, dass die Anlage morgens fast schlagartig anlaufen kann. "Die Thermoöl-Erhitzer sorgen für den reibungslosen Betrieb des Wärmetransportsystems", sagt Dietmar Hunold, geschäftsführender Gesellschafter. "Sie heizen das Thermoöl vor, gewährleisten das kontrollierte Anfahren des Kraftwerks vor Sonnenaufgang und können sogar bei verringerter Sonneneinstrahlung die Leistung des Kraftwerkes verbessern." Außerdem wird ein "Einfrieren" der Wärmeträgerflüssigkeit verhindert. Stephan Kraus: "Schon bei Temperaturen von weniger als 13 Grad wird das Öl zäh und fest. Die Erhitzer verhindern das." Auch Bauteile für Anlagen in Spanien geliefert Bei der für Noor II gelieferte Anlage handelt es sich um einen 15 Meter hohen Kessel mit 3,5 Meter Durchmesser, sowie Brenner, Kamin und Steuerungstechnik. Auch die Montageüberwachung hat heat 11 übernommen. Die Anlage für das Kraftwerk in Marokko ist bereits der dritte Auftrag, den heat 11 für Sonnenkraftwerke erhalten hat. Zuvor lieferten die Bielefelder Ingenieure Systeme für zwei Parabolrinnen-Kraftwerke in Spanien. Die heat 11 GmbH & Co. KG konzentriert sich auf die Entwicklung und Konstruktion und lässt Anlagen in Deutschland und Europa bauen. Das Unternehmen, das 2011 an den Start ging, erwirtschaftete im letzten Jahr mit 23 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 8,7 Millionen Euro. Das Unternehmen arbeitet für Kunden in der Industrie sowie der Petrochemie- und Energiebranche.

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