Ein teurer Krankenhausbesuch in den USA - 34,38 Dollar pro Minute - hat eine Bielefelderin überrascht. - © Symbolfoto Pixabay
Ein teurer Krankenhausbesuch in den USA - 34,38 Dollar pro Minute - hat eine Bielefelderin überrascht. | © Symbolfoto Pixabay

Bielefeld Bielefelderin soll nach Krankenhausaufenthalt fast 7.000 Euro zahlen

Bielefelder Urlaubsgeschichten: NW-Leser berichten von ihren kuriosen Geschichten aus dem Ausland und geben Tipps für andere Leser.

Jessica Matyschok

Bielefeld. Auch viele Bielefelder vertreiben sich dieser Tage die Zeit wieder im Urlaub. Doch in fremden Ländern gelten andere Sitten und Gesetze. Das bekam jetzt eine Bielefelderin schmerzhaft zu spüren. Die junge Frau ist mit ihrem Partner in den USA unterwegs und hat einen Tipp an alle NW-Leser: "Jeder Urlauber sollte eine Auslandskrankenversicherung haben, ansonsten kann man sich schnell im Ausland finanziell ruinieren und der Urlaub wird zum Albtraum". Dass eine Versicherung abgeschlossen werden muss, ist zwar für die meisten Urlauber klar. Doch vor allem der Fall der Bielefelderin zeigt, dass es im Ernstfall wirklich notwendig ist. Vierstündige Behandlung kostet 8.253 US-Dollar - also 34,38 US-Dollar pro Minute Den Urlaub haben die beiden Ostwestfalen mit einer Kreuzfahrt begonnen. Danach wollten sie eine Woche lang mit einem Leihwagen durch Florida reisen. Doch ihnen wurde ein Strich durch die Rechnung gemacht. Bereits am Anfang der Rundreise wachte die Bielefelderin wegen "starken Magenkrämpfen und Übelkeit" auf. Die Schmerzen waren unerträglich und so wurde der geplante Strandtag in Sanibel Island gestrichen und es ging mit Brech-Durchfall in das Krankenhaus in Naples. Bereits gekaufte Medikamente wirkten nicht und der Kreislauf ging katastrophal in den Keller, berichtet die Bielefelderin. "Hinter einem Vorhang in einem Krankenbett liegend, wie im Film, kümmerten sich Krankenschwestern um mich", erzählt sie. Im Krankenhaus wurde ihr dann Blut und eine Urinprobe abgenommen. Auch eine Infusion wurde gelegt und sogar eine MRT-Untersuchung gemacht. Nach knapp 3,5 Stunden ging es dann schon besser, berichtet die Urlauberin. Krankenhaus gibt Infoblatt für Rechnung und die Versicherung "Eine Ärztin sagte mir dann, dass ich eine Magen-Darm-Infektion habe und Bakterien im Urin gefunden wurden." Gegen die Bakterien hat die Bielefelderin dann Antibiotika bekommen. Trotz niedrigen Blutdruckes durfte sie das Krankenhaus kurzer Zeit später wieder verlassen. Außerdem wurden ihr Unterlagen für das Essverhalten und für weitere Medikamente mitgegeben. "Ich habe auch ein Infoblatt über die weitere Vorgehensweise wegen der Rechnung und der Versicherung bekommen." Am nächsten Morgen nahm sie Kontakt zu ihrer Auslandskrankenversicherung auf. Ihr wurde geraten die Rechnung vor Ort zu zahlen und sich das Geld nach dem Urlaub erstatten zu lassen. Doch dann kam der Schock: "Zurück im Krankenhaus fiel ich fast vom Stuhl, als mir die Dame im Zahlbüro die Summe für die nicht mal vier Stunden Behandlung nannte: 8.253 US-Dollar." Das sind umgerechnet fast 7.000 Euro. Doch das sei nicht alles, sagt die Empfangsdame. Es sein könnte, dass noch nicht alle Behandlungen berechnet worden seien. Eine Überraschung könnte noch zu Hause auf sie warten "Da mein Kreditkartenlimit dafür nicht ausreichend war, kontaktierte ich erneut meine Auslandsversicherungsgesellschaft." Diese nimmt sich nun der Sache an. Die Bielefelderin ist sehr gespannt, wie es weitergeht. "Jetzt sind wir in Miami Beach und auch wieder fit", sagt sie. Auch wenn es ihr besser geht, hat sie noch Sorgen: "Hoffentlich wartet nach unserer Rückkehr nicht noch eine böse Überraschung, die per Post geschickt wurde, zu Hause auf uns." Wer außer­halb von Deutsch­land Urlaub macht, sollte unbe­dingt eine Auslands­kranken­versicherung abschließen. Mit diesem Schutz bekommt ein Patient Behand­lungs­kosten im Ausland und falls nötig den Rück­trans­port erstattet. Die Versicherung ist günstig: Sehr gute Tarife gibt es ab rund 8 Euro Jahres­beitrag, Familien mit Kindern können sich ab rund 20 Euro umfassend schützen.

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