Bielefeld/Schloß Holte-Stukenbrock Wahl & Co verlässt Bielefeld

Gewerbefläche: Für den Sennestädter Logistiker muss der Regionalplan geändert werden

Sigurd Gringel
Sebastian Kaiser

Sabine Kubendorff

Bielefeld/Schloß Holte-Stukenbrock. Die Chancen auf ein neues Gewerbegebiet in Schloß Holte-Stukenbrock stehen nach Angaben der Verwaltung der Nachbarstadt gut. Stadtentwickler Werner Thorwesten rechnet damit, dass die Bezirksregierung dem Wunsch des Sennestädter Logistikunternehmens Wahl & Co. nachkommt, und die Ansiedlung durch eine Änderung des Regionalplans ermöglichen wird. Thorwesten: "Detmold ist entschlossen, den Plan zu ändern." Die Stadtverwaltung befürworte das Vorhaben ebenfalls. Der Schloß Holte-Stukenbrocker CDU-Sprecher Jürgen Gärtner erklärt, seine Fraktion werde das Gewerbegebiet an der Autobahnabfahrt nicht aus den Augen verlieren: "Die Signale stehen klar auf Umsetzung." Wahl & Co soll nach Vorstellungen der Politiker aus der Nachbarkommune auf der neuen Gewerbefläche ein prominentes Zugpferd für die Ansiedlung weiterer Betriebe sein. Nachbarstadt hofft auf hohe Gewerbesteuer Wahl & Co sucht seit mehr als zwei Jahren einen Standort, um wachsen zu können. Eine Erweiterung an der Gildemeisterstraße in Sennestadt - auf der Fläche des Strothbachwaldes - war von der Bielefelder Politik abgelehnt worden. Danach hatte sich die Spedition um eine Gewerbefläche in Steinhagen bemüht. Die dortige Politik und die Bürger hatten sich jedoch dagegen ausgesprochen. So kam Schloß Holte-Stukenbrock in die nähere Auswahl. Den Standort Stukenbrock-Senne fand die Geschäftsführung des Unternehmens allerdings nicht optimal, sie beantragte deshalb im März 2017 bei der Bezirksregierung eine Ansiedlung auf der Fläche in der Nähe des "Kreuzkruges". Wie die Stadt Schloß Holte-Stukenbrock jetzt mitteilt, seien die Grundstücksverhandlungen fortgeschritten, und es habe viele Gespräche mit dem Spediteur, der Verwaltung und der Bezirksregierung gegeben. Thorwesten: "Es wird konkreter." Das Unternehmen stellt eine Mitarbeiteranzahl von 500 bis 600 in Aussicht, sobald der Stadtort komplett ausgebaut sei. Die Stadt hofft auf ein Gewerbesteuerplus in Millionenhöhe. In Bielefeld zahlt das Unternehmen Gewerbesteuern von rund einer Million Euro pro Jahr. In Sennestadt, wo 2014 noch ein großes Hochregallager gebaut wurde, soll die Logistik bleiben. Der Großteil der Beschäftigten soll an den neuen Standort ziehen. Das geplante Grundstück ist der Keil zwischen Oerlinghauser Straße, Bielefelder Straße und Autobahn 33. Es liegt nur wenige Kilometer vom Stammsitz des Unternehmens an der Gildemeisterstraße entfernt. Das Unternehmen prognostiziert, dass dort täglich mehr als 400 Lkw- und mehr als 500 Pkw-Bewegungen stattfinden werden. Die Kosten für die Erschließung der Fläche würde die Spedition übernehmen, heißt es. Einer der größten Mitbewerber, der Logistikdienstleisters DB Schenker, wäre dann nur einen Steinwurf entfernt. Er hat sich 2011 unweit der A-33-Abfahrt angesiedelt. Zwischen beiden Speditionsbetrieben sollen weitere Gewerbe- und Industrieflächen ausgewiesen werden.

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