Auf der abendlichen Stuttgarter Weinsteige in Stuttgart ging in der Tatort-Folge "Stau" nichts mehr. - © SWR/Andreas Schäfauer
Auf der abendlichen Stuttgarter Weinsteige in Stuttgart ging in der Tatort-Folge "Stau" nichts mehr. | © SWR/Andreas Schäfauer

TV & Film Tatort "Stau": Wie sich der Stresslevel beim Warten verringern lässt

Tipps einer Verkehrspsychologin

Angela Wiese

Bielefeld. Die Tatort-Folge aus Stuttgart hat ein Thema aufgegriffen, mit dem sich in Nordrhein-Westfalen jeden Tag viele Menschen beschäftigen müssen: Stau. NRW gilt als das Stauland Nummer 1. Stau-Zahlen für die ersten sieben Monate dieses Jahres unterstreichen das. Laut dem Stauauswertesystem der Verkehrszentrale NRW summierte sich die Länge der Staus auf 30 Autobahnen von Januar bis Juli dieses Jahres auf etwas über 60.000 Kilometer. Das Warten auf Nordrhein-Westfalens Straßen nimmt also kein Ende. Im Gegenteil, wie der Blick auf die Vergleichszahlen des Vorjahres zeigt. Im Juli 2016 waren auf Nordrhein-Westfalens Autobahnen 56.400 Kilometer Stau erreicht, im Juli 2012 waren es noch rund 36.000 Kilometer. Einen Anstieg der Staulänge verzeichnete die Verkehrszentrale des Landes NRW auch für die Autobahnen, die durch Ostwestfalen-Lippe führen. Der Stau-Schwerpunkt von NRW liegt aber auf der A 40, wie die Grafik deutlich zeigt: Was der Tatort aus Stuttgart besonders gut herausgestellt hat, ist das, was der Stau mit einigen Autofahrern macht. Einige Zuschauer dürften sich selbst oder Situationen wiedererkannt haben. Die TV-Kommissare bekommen es am Ende gar mit einem Aufstand zu tun. Im echten Leben führen Staus zwar nicht zu systemkritischen Spontandemos. Dafür aber zu Stress und Gereiztheit beim Einzelnen. Dabei können Staubetroffene aktiv etwas tun, um ihr Stresslevel zu senken, sagt eine ADAC-Verkehrspsychologin auf Anfrage von nw.de. "Die Macht- und Hilflosigkeit, der wir in einer Wartesituation ausgesetzt sind, lässt uns manchmal verzweifeln", sagt die Expertin. An schlechten Tage oder in Eile schlage das schnell in Frustration um. Ihre Tipps, um den Wut-Grad runterzudrehen: Nachdenken Es helfe, sich bewusst zu machen, dass die Situation sich nicht ändert, wenn man sich ärgert. Der Stau-Moment könne auch als Stillstand-Moment in einem stressigen Alltag genutzt werden. Es gilt, den Blickwinkel auf die Situation zu ändern und die Zeit zu nutzen, statt sich zu ärgern. Atmen nach Methode Eine Atemübung könne ebenfalls helfen, den Frust im Stau zu mindern. Es handelt sich um die sogenannte 4-6-8-Methode. Die geht so: Einatmen und bis vier zählen, Luft anhalten und dabei bis sechs zählen, anschließend ausatmen und währenddessen bis acht zählen. Vorräte Wer ein Getränk und einen Snack im Auto dabei hat, ist klar im Vorteil, sagt die Verkehrspsychologin. Damit lasse sich das Quengeln bei Kindern, aber auch Erwachsenen schnell beschwichtigen. Ausweichen Generell sei es gut, den Stau zu umfahren, wenn man von ihm weiß und die Ausweichstrecken nicht auch schon voll sind. Am Ende der Strecke hat der Pendler dann das Gefühl, die Fahrt über in Bewegung gewesen zu sein. Selbst wenn es durch die zusätzlich gefahrenen Kilometer einen Zeitverlust gibt, spielt dieser dann keine so große Rolle mehr.

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