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Ein Blaumeise hängt an einem Meisenknödel. Doch Vorsicht: Dieser ist noch mit einem Plastiknetz ummantelt. Dort könnten sich Vögel verletzen. - © istock
Ein Blaumeise hängt an einem Meisenknödel. Doch Vorsicht: Dieser ist noch mit einem Plastiknetz ummantelt. Dort könnten sich Vögel verletzen. | © istock

Umwelt Wie man Vögel im Winter richtig füttert

Wer im Winter Vögel füttert, wird mit regelmäßigen Besuchen der niedlichen Tiere belohnt. Doch es gibt einiges zu beachten.

Oliver Herold
03.11.2019 | Stand 30.10.2019, 12:48 Uhr

Bielefeld. Die Bäume sind kahl. Nässe, Kälte, Winterzeit – spätestens dann sollten wir unsere gefiederten Freunde mit etwas Nahrung unterstützen. Egal ob auf dem Balkon, vor dem Küchenfenster oder im Garten, Vögel zu füttern ist quasi überall möglich. Und längst hat auch der Einzelhandel diesen Bereich als Geschäftsfeld entdeckt. So gibt es kaum einen Verbrauchermarkt, in dem nicht schon seit Wochen Vogelfutter und Fütterungshilfsmittel angeboten werden. Nur, welches Futter eignet sich für welchen Vogel und woraus frisst er? Eine Übersicht. Rechtliche Situation Über die Fütterungszeiten gibt es unterschiedliche Ansichten. Der WWF empfiehlt, nur dann zu füttern, wenn im Herbst die natürlichen Futterquellen weniger werden und dann aufzuhören, wenn im Frühjahr weniger Tiere zu den Futterstellen kommen. Ob eine Fütterung das gesamte Jahr über von Nöten ist, ist umstritten. Während Befürworter dieses aufgrund von schwindenden Lebensräumen und damit einhergehendem Nahrungsmangel bejahen, argumentieren Gegner, dass dies ein unkontrollierter Eingriff in den Ablauf der Natur sei, der den natürlichen Ausleseprozess verhindere. Kranke und schwache Tiere würden durch den Winter gebracht, obwohl die Natur dies nicht vorgesehen hätte. Wie sich der geneigte Vogelfreund entscheidet, bleibt ihm natürlich selbst überlassen. Futterhäuschen, Silos, Futterspender oder einfach ein Teller voller Körner – erlaubt ist quasi alles. Wichtig ist, dass die Futterstelle wegen akuter Gammelgefahr gut vor Nässe geschützt ist. Außerdem sollte man darauf achten, dass die Vögel nicht im Futter herumlaufen und es mit Kot verschmutzen können. Futtersilos eignen sich hier am besten, auch, weil sie wartungsfrei sind. Ansonsten nicht vergessen, die Futterstelle regelmäßig zu reinigen. Natürlich kann man Futterhäuschen selber bauen. Wer gerne bastelt und Holz vorrätig hat, findet auf der Homepage des NABU eine Anleitung. Preislich lohnt das aber kaum, wer erst Material kaufen muss, spart nicht wirklich. Im Handel gibt es derzeit verschiedenste Häuschen und Stationen im Angebot. Eine relativ hochwertiges Häuschen aus Holz kostet ab 10 Euro, eine Futtersäule ab 15 Euro. Wichtig: Egal ob selbstgebaut oder gekauft, um Keime oder Krankheiten zu vermeiden, die Futterstelle regelmäßig mit heißem Wasser (Handschuhe anziehen!) reinigen. Futter kaufen oder selbst machen Grob unterscheiden lassen sich die Vögel in zwei Gruppen: Körnerfresser und Weichfutterfresser. Zu letzteren gehören dem Deutschen Tierschutzbund zufolge Amsel, Drossel, Star oder das Rotkehlchen. Sie sind auf Mehlwürmer, Beeren oder Obst spezialisiert. Körnerfresser sind Meisen, die sich übrigens im Winter vegetarisch ernähren, sowie Fink, Spatz, Kernbeißer und Dompfaff. Kleiber, Specht und Zeisig fressen ebenfalls Körner, nehmen aber auch Weichfutter an. Folgt man einem Übersichtsblatt des NABU, ergibt sich für folgende Vögel folgendes Angebot: Amsel: Äpfel, Rosinen, Haferflocken, gehackte Nüsse, Mehlwürmer, geschälte Sonnenblumenkerne, getrocknete Beeren. Blaumeise: Sonnenblumenkerne, gehackte Erdnüsse und andere Nüsse. Eichelhäher: ganze Erdnüsse, Maiskörner, Eicheln. Fink: gehackte Nüsse, ölhaltige Samen (Hanf), Sonnenblumenkerne. Rotkehlchen: gehackte Nüsse, Getreideflocken, Mehlwürmer, getrocknete Beeren. Sperling: Allesfresser, gehackte Nüsse, Samen, Fettfutter, Rosinen, getrocknete Beeren. Stieglitz alias Distelfink: gehackte Nüsse, ölhaltige Samen (Hanf, Mohn), Sonnenblumenkerne und Samen abgeblühter Stauden.

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