Die SC Paderborn-Fans müssen teure Ticket-Preise für das DFB-Pokal-Viertelfinale bezahlen, weil der Hamburger SV das verlangt. - © Wilfried Hiegemann
Die SC Paderborn-Fans müssen teure Ticket-Preise für das DFB-Pokal-Viertelfinale bezahlen, weil der Hamburger SV das verlangt. | © Wilfried Hiegemann

Kommentar Kommentar: SC Paderborn-Fans Opfer von Hamburger Größenwahnsinn

Der Hamburger SV erhöht die Ticketpreise für DFB-Pokal und Ligafinale. Die SCP-Fans müssen diese Selbstüberschätzung ausbaden

Andrea Sahlmen
27.02.2019 | Stand 27.02.2019, 18:48 Uhr

Paderborn/Hamburg. Der Hamburger SV hält sich für unwiderstehlich, das wissen wir nicht erst seit gestern. Der größenwahnsinnige Dino aus dem Norden hat aber auch ganz aktuell mal wieder den Bezug zur Realität verloren. Darunter müssen die SC Paderborn-Fans nun leiden und für das DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den HSV ordentlich Kohle auf den Tisch legen. Eine Stehplatzkarte auf der Südtribüne kostet in Paderborn beispielsweise für ein normales Ligaspiel 13 Euro. Für das Pokal-Viertelfinale soll der Fan nun satte 15,50 Euro dahin blättern, wenn er denn in den Genuss des Fights kommen möchte. Ein Sitzplatz kostet normalerweise 32,50 Euro, für das Hamburg-Spiel verlangt der SCP nun sage und schreibe 39 Euro. Wobei das gar nicht stimmt. Denn eigentlich verlangt der HSV ja die Kohle. Hamburger sind verantwortlich für die Preiserhöhung Laut SCP sind diese Preise nämlich auf dem Mist der Hamburger gewachsen, sie selbst wollten überhaupt gar keine Preiserhöhung im Vergleich zu den Ligaspielen ansetzen. Die hatte es ja bei dem Pokalfight gegen die Bayern auch nicht gegeben und die sind immer noch eine andere Attraktivitätskategorie für Zuschauer als der HSV.  "Den kleinsten gemeinsamen Nenner" nennt Hornberger nun also diese Wucherpreise, auf die sich beide Vereine jetzt  geeignet haben. Damit zeigen die Hamburger einmal mehr ihre Überheblichkeit. Als wenn alle Leute nur darauf gewartet hätten ein Spiel gegen den glorreichen Hamburger SV zu sehen. Naja, es ist ja nicht so, dass es fast genau einen Monat später ein reguläres Spiel gegen die Dinos gibt. Momentan sorgen genau diese sogar bei ihren eigenen Anhängern für Ärger, denn auch für das Saisonfinale gegen den MSV Duisburg wurde in dieser Woche eine heftige Preiserhöhung bekannt gegeben. Statt 45 Euro kosten einige Karten 85 Euro. Verständlich, dass sich so mancher Anhänger fragt, ob der Zweitligist urplötzlich schon wieder Champions-League spielt. Übrigens die Tickets selbst im B Rang auf der Südtribüne sollten heute 49 Euro kosten. Soviel hat man sonst gegen Bayern, Dortmund oder Bremen gezahlt. Aber gegen Duisburg? Echt nicht mehr alle Latten am Zaun. #HSV#HSVMSV — Hauke (@hammerih) 26. Februar 2019 Voll sind die Stadien trotz teurer Ticketpreise, denn noch bezahlen genug Fans diese Wucherpreise. Was viele Vereine aber mit diesen Preisen verspielen, können sie mit dem Geld nicht wieder einspielen. Es ist die Loyalität der Menschen zu ihrem Verein, ihre Liebe und ihre Leidenschaft, die auf der Strecke bleiben. Weil der einfache Fan so viel Geld für seinen Verein einfach nicht mehr aufbringen kann. SCP setzt im Ligabetrieb mittlerweile auf günstigere Tickets Der SCP hat immerhin vor einiger Zeit selbst schmerzhaft erfahren, was es bedeutet, Fans wegen einer vollkommen überteuerten Ticketpolitik zu vergraulen. Daraus haben die Verantwortlichen offenbar gelernt und verzichten seitdem lieber auf ein paar Euros, als auf ein paar Zuschauer. Das sollte nun belohnt werden. Gegen den HSV wird das Stadion sowieso voll, doch die Mannschaft braucht auch gegen Ingolstadt die volle Unterstützung ihrer Fans. Sie könnten damit zeigen, dass der SCP mit seiner Preispolitik richtig liegt. Und nicht der HSV mit seinem Größenwahn.

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