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Würdiges Gedenken: Präsident Elmar Volkmann erinnerte in seiner Ansprache an den verstorbenen Präsidenten Wilfried Finke. Begleitet von Bildern auf einer Großleinwand. - © Ulrich Petzold
Würdiges Gedenken: Präsident Elmar Volkmann erinnerte in seiner Ansprache an den verstorbenen Präsidenten Wilfried Finke. Begleitet von Bildern auf einer Großleinwand. | © Ulrich Petzold

SC Paderborn SCP-Mitglieder gedenken Wilfried Finkes

Präsident Volkmann erinnert mit bewegter Stimme an den Macher und Visionär des Vereins. Eine offizielle Ehrung wird zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen

Hartmut Kleimann
20.01.2019 | Stand 21.01.2019, 08:59 Uhr

Paderborn. Elmar Volkmann war als langjähriger Aufsichtsratvorsitzender des SC Paderborn immer derjenige, der den Mitgliedern das Zahlenwerk zu vermitteln hatte. Das tat er auch am Sonntag in seiner Funktion als Präsident. Allerdings war dies seine zweite Amtshandlung vor 321 stimmberechtigten Mitgliedern. Zuvor erinnerte er im Rahmen der Mitgliederversammlung an den am vergangenen Dienstag verstorbenen Präsidenten Wilfried Finke. „Das fällt mir jetzt nicht leicht", sagte er mit einer Stimme, der auch seine tiefe persönliche Betroffenheit über den viel zu frühen Tod des Machers und Visionärs des SC Paderborn deutlich anzumerken war. Volkmann erinnerte noch einmal an die verschiedenen Stationen des Unternehmers im Verein, den er 1997 übernommen hatte. „In einer für den Verein nicht gerade einfachen Situation", merkte er an. Aber Finke sei es „mit seiner unnachahmlichen Art" sehr schnell gelungen, die Finanzen zu ordnen und erste professionelle Strukturen einzuführen. Bundesligaaufstieg war die Vision Finkes Zwar habe es in der über 20-jährigen Amtszeit Finkes auch Rückschläge wie Abstiege gegeben, „die aber waren für ihn nicht entmutigend, sondern forderten seine unternehmerischen Fähigkeiten nur heraus", führte Volkmann aus. Auch der Aufstieg des SCP in die 1. Bundesliga sei so eine Vision des verstorbenen Ex-Präsidenten gewesen, die aber zum damaligen Zeitpunkt die meisten für unerreichbar eingestuft hätten. Als es dann soweit war und der Aufstieg auf dem Rathausplatz gefeiert wurde, „haben wir eine nie da gewesene Begeisterung erlebt", so Volkmann. Schließlich frage heute im gesamten Bundesgebiet keiner mehr, „wo Paderborn eigentlich liegt". Finke sei aber auch der Motor beim Bau der Benteler-Arena und des Trainings- und Nachwuchsleistungszentrums gewesen. Auch die Ausgliederung der Profiabteilung in eine Kapitalgesellschaft habe er angestoßen und bis zuletzt begleitet. „Wilfried Finke hat nicht nur die finanziellen Rahmenbedingungen geschaffen. Er war der Motor und hat all das geschaffen, was der SC Paderborn heute ist", führte Volkmann weiter aus. Dabei sei Finke aber nicht nur „der kühle Unternehmer gewesen, sondern er hatte auch eine menschliche Seite, mit der er viele begeistert und zu Höchstleistungen motiviert hat", sagte Volkmann über seinen langjährigen Wegbegleiter.  Kondolenzbuch wird auch im Fanshop ausliegen Die Rede des Präsidenten über seinen Vorgänger schloss sich ein langanhaltender Applaus der Versammlung zum Lebenswerk von Wilfried Finke an. In Absprache mit der Familie Finke, die keine offizielle Trauerfeier wünscht, wird der Verein zu einem späteren Zeitpunkt noch dem verstorbenen Macher und Visionär eine Ehrung zuteil werden lassen. Die Versammlung bildete am Sonntag aber einen durchaus würdigen Rahmen, dem Leben und Wirken von Wilfried Finke zu gedenken. Im Schützenhof war zudem ein Kondolenzbuch ausgelegt, in dass sich die Mitglieder eintragen durften. Das wird auch noch in den nächsten Tagen im Fanshop des Vereins für weitere Eintragungen zur Verfügung stehen. Nachdem schon am Samstag in den regionalen Tageszeitungen durch eine Vielzahl von Traueranzeigen die tiefe Betroffenheit einer ganzen Region deutlich wurde, bestimmten der plötzliche Tod Finkes auch die Grußworte der Ehrengäste. „Er war ein herausragender Unternehmer, der mit Weitblick, Ideenreichtum und seiner Durchsetzungskraft nie aufgab", sagte Landrat Manfred Müller. Mit seinem SCP habe er der Region ein Wir-Gefühl vermittelt. „Dies gilt es zu sichern und fortzuführen. Das ist sein Auftrag an uns", so Müller. Der stellvertretender Bürgermeister Bernhard Schäfers sprach von einer verdienten Persönlichkeit mit Ecken und Kanten, „der ein Alleinstellungsmerkmal war." FLVW-Vizepräsident Manfred Schnieders äußerte sein Gefühl, „dass wir noch nicht auf Wilfried Finke verzichten können, denn er hinterlässt eine große Lücke." Der Verein habe nicht nur einen Unterstützer, sondern auch einen Freund verloren. Der Aufsichtsratsvorsitzende Stefan Rees hob hervor, dass die sportlichen Erfolge des Vereins allen aktuell sehr viel Freude bereiten, „seit Dienstag aber ist diese Freude merklich getrübt", sprach auch er vom Verlust eines Freundes, Förderers und Visionärs.

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